AKTUELLES: Mexiko – Menschenrechte, große Aussetzer im ersten Bericht der Präsidentin Claudia Sheinbaum
23. Dezember 2025
ARTIKEL: Lichter der Hoffnung. Junge Menschen bauen Frieden in der Welt
23. Dezember 2025
I m Jahr 2025 feiert SIPAZ – Servicio Internacional para la Paz – drei Jahrzehnte der kontinuierlichen Arbeit für Gewaltfreiheit, der Achtung der Menschenrechte und des Aufbaus von Frieden in Chiapas. Seit seiner Gründung im Jahr 1995, im Kontext des zapatistischen Aufstands, hat sich SIPAZ weiterentwickelt, um sich an neue Herausforderungen und die ständigen Kontext- Veränderungen anzupassen. Die Erfahrungen, die in diesen dreißig Jahren gesammelt wurden, erzählen nicht nur eine Geschichte von Engagement, Begleitung und historischer Erinnerung, sondern sind auch eine lebendige Lektion darüber, wie internationale Begleitung dazu beitragen kann, lokale Friedensprozesse zu stärken.
,,Die Erfahrungen, die in diesen dreißig Jahren gesammelt wurden, erzählen nicht nur eine Geschichte von Engagement, Begleitung und historischer Erinnerung, sondern sind auch eine lebendige Lektion darüber, wie internationale Begleitung dazu beitragen kann, lokale Friedensprozesse zu stärken.“
Entstehung in einem historisch turbulenten Moment

Begleitung der Karavane “Der Süden im Widerstand”, organisiert durch den Internationalen Indigenen Kongress (CNI), Mai 2023 © SIPAZ
SIPAZ hat seine Wurzeln im Jahr nach dem Aufstand des EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional), der am 1. Januar 1994 stattfand – ein Ereignis, das die Aufmerksamkeit der Welt auf die Situation der indigenen Völker in Chiapas lenkte. Diese Realität war geprägt von tiefgreifender sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ungleichheit sowie von jahrzehntelanger Marginalisierung, Enteignung und Verletzung von Rechten.
In diesem Kontext schlossen sich 1995 internationale Organisationen mit Erfahrung in den Bereichen Frieden, Menschenrechte und Gewaltfreiheit zusammen, um eine dauerhafte internationale Präsenz in Chiapas aufzubauen. Sie sollte weitere Eskalationen und Gewalt verhindern. Aus dieser Koalition ging SIPAZ damals formell hervor.
Von Beginn an definierte sich SIPAZ als internationale, gewaltfreie und politisch unabhängige Organisation. Ihre Mission war klar: vor soziopolitischer Gewalt abschrecken, um diese zu verhindern, sowie den Respekt von Menschenrechten und den Aufbau von Frieden zu fördern.
Durch Begleitung, Informationsverbreitung, die Durchführung von Workshops und die Stärkung von Verbindungen zu lokalen, nationalen und internationalen Organisationen hat SIPAZ Fähigkeiten zur gewaltfreien Transformation von Konflikten aufgebaut und zur friedlichen Verteidigung der Menschenrechte beigetragen. Die Arbeit hat tiefe Wurzeln geschlagen, heute werden diese Fährigkeiten auch von Gemeindefüher:innen, Frauen, Jugendlichen und Menschenrechtsverteidiger:innen verbreitet.
Lernprozesse aus drei Jahrzehnten gemeinsamen Weges
In diesen 30 Jahren hat SIPAZ herausfordernde Momente erlebt; die Organisation hat gelernt, sich angepasst und unterschiedliche Wege gesucht, um schwierigen Kontexten für gewaltfreie Arbeit, die Suche nach Gerechtigkeit und den Aufbau von Frieden zu begegnen.
Anfangs stellten einige Akteure SIPAZ wegen seiner Begleitung eines bewaffneten Akteurs infrage. Andere kritisierten den gewaltfreien Ansatz, da sie ihn als mögliche Infragestellung der EZLN verstanden. Hierzu gilt es festzuhalten, dass die anfängliche Positionierung von SIPAZ volle politische Unabhängigkeit bedeutete, verbunden mit dem Einsatz für die Öffnung von Dialogräumen, die es ermöglichen sollten, die Agenda und die strukturellen Ursachen des bewaffneten Konflikts zu entblockieren. Zudem setzte die EZLN nach dem Waffenstillstand, der zwölf Tage nach dem Aufstand erfolgte, im Wesentlichen auf gewaltfreie Strategien. Diese Maßnahmen begleitet SIPAZ.
Internationale Begleitorganisationen konzentrieren ihre Arbeit häufig auf Menschenrechtsverteidiger:innen und soziale Führungspersönlichkeiten, die sich für Frieden einsetzen. SIPAZ hingegen entwickelte ein umfassenderes Beobachtungsmodell mit psychosozialem Ansatz, da sich Aggressionen und Drohungen auf ganze Gemeinschaften auswirkten.
Von den Dialogen von San Andrés über das Massaker von Acteal bis hin zum Ausbruch krimineller Gewalt hat SIPAZ stets nach Lücken gesucht, um Gemeinschaftsprozesse zu begleiten und die Suche nach Licht inmitten des Chaos aufrechtzuerhalten – ein Licht, das immer wieder in der Hoffnung der Bevölkerung und ihrer beständigen Kampfkraft gefunden wurde.
,, … SIPAZ stets nach Lücken gesucht, um Gemeinschaftsprozesse zu begleiten und die Suche nach Licht inmitten des Chaos aufrechtzuerhalten – ein Licht, das immer wieder in der Hoffnung der Bevölkerung und ihrer beständigen Kampfkraft gefunden wurde.“
Eine der bedeutendsten Lehren aus den ersten Jahren von SIPAZ war die Notwendigkeit, sich vom klassischen Handbuch der internationalen Begleitung zu lösen, das in der Regel stark auf Schutz fokussiert ist. SIPAZ musste fähig sein, besser auf die Besonderheiten des Kontextes zu reagieren und vorhandene Chancen zu nutzen.
In den 1990er-Jahren ging SIPAZ einen Schritt weiter und entfernte sich von bloßen Verhandlungen, denn der so genannte Niedrigintensitätskrieg (GBI) hatte verheerende Auswirkungen. SIPAZ beschäftigte sich nun damit direkte Gewalt in sogenannten sekundären Gemeinschaftskonflikten zu begrenzen und den Kontext kultureller Gewalt zu transformieren, der diesen stützte. Dies gelang durch eine Mehrgleisstrategie mit intermediären Akteuren (Track 2) sowie mit Basisakteuren, vor allem über die Achse Friedenserziehung und interreligiöse Arbeit.

30 Jahre SIPAZ: Öffentlichkeitsarbeit bei der Veranstaltung für die Freiheit von Alberto Patishtán. El Bosque, März 2017 © SIPAZ
Später vervielfachten sich die Brennpunkte in anderen Teilen des Landes (zum Beispiel Atenco und Oaxaca), vor allem in Gebieten, in denen autonome Projekte ähnlich dem der EZLN vorangetrieben wurden, die systematisch unterdrückt wurden (vermutlich, um eine Ausweitung des Phänomens auf nationaler Ebene zu verhindern). Angesichts dieses Szenarios entschied sich SIPAZ, auch in den Bundesstaaten Oaxaca und Guerrero präsent zu sein, unter Berücksichtigung der Ähnlichkeiten dieser Regionen mit Chiapas hinsichtlich Armut und Marginalisierung der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen.
Generell spielte SIPAZ eine zentrale Rolle als Beobachter und Erzähler: Zeugenaussagen sammeln, Menschenrechtsverletzungen dokumentieren und über Berichte, Analysen oder den Blog Informationen veröffentlichen. Diese können wiederum Dialogräume mit nationalen und internationalen Behörden eröffnen. In den letzten Jahren wurde es schwierig, Kommunikationskanäle mit lokalen und staatlichen Behörden aufrechtzuerhalten, weshalb der Fokus stärker auf dem Dialog mit internationalen Akteuren lag, um die Situation von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in Chiapas sichtbar zu machen und weiterhin Einfluss auf Veränderungen zu nehmen (sogenannter „Bumerang-Effekt“).
Auf diese Weise arbeiten wir auch an der Schaffung historischer Erinnerung, die künftig zur Rechenschaftspflicht und zur Mobilisierung der nationalen und internationalen Zivilgesellschaft beitragen kann.
In dreißig Jahren SIPAZ-Arbeit haben wir gelernt und halten auch weiterhin daran fest, dass internationale Begleitung zum Aufbau von Frieden von der Basis her beiträgt- ohne Auferlegungen und stets unter Achtung der Würde, der Kämpfe und der Sichtweisen der unterschiedlichen Realitäten der Völker. In diesem Sinne wurden auch Themen wie Migration oder der Schutz von Mutter Erde aufgegriffen, die sich als zentrale Elemente mehrerer Verteidigungsstrategien der Völker etabliert haben.
,, … dass internationale Begleitung zum Aufbau von Frieden von der Basis her beiträgt- ohne Auferlegungen und stets unter Achtung der Würde, der Kämpfe und der Sichtweisen der unterschiedlichen Realitäten der Völker.“
Herausforderungen im Laufe der Jahre
SIPAZ hat versucht, sich entsprechend der kontinuierlichen Kontextveränderungen weiterzuentwickeln. Die Formen der Gewalt haben sich diversifiziert. Neben historischen Konflikten sind neue Dynamiken im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität, territorialer Enteignung, Militarisierung und Straflosigkeit entstanden. Unsere Geschichte spiegelt auch die anhaltenden Herausforderungen wider, mit denen Mexiko konfrontiert ist: Ungleichheit, strukturelle und alltägliche Gewalt, Korruption und Straflosigkeit.
Besonders bedeutsam ist, dass ab 2006 zwar zunehmend von einem „Krieg in Mexiko“ gesprochen wurde – sowohl außerhalb als auch innerhalb des Landes –, jedoch nicht mehr von einem ungelösten bewaffneten Konflikt in Chiapas. Stattdessen spricht man von den blutigen Folgen der Gewalt nach der Kriegserklärung des damaligen Präsidenten Felipe Calderón gegen den Drogenhandel zu Beginn seiner Amtszeit. Diese Strategie ging mit einer intensiven Militarisierung des gesamten Landes einher – nicht nur territorial, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen. Zudem setzte sich eine Logik der Kriminalisierung und Marginalisierung nicht nur der EZLN, sondern auch des sozialen Protests und von Menschenrechtsverteidiger:innen insgesamt durch.
Entgegen den Erwartungen distanzierte sich Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) von der organisierten Zivilgesellschaft durch öffentliche Erklärungen, die diese delegitimierten und diskreditierten, und verstärkte damit die ohnehin extreme Verwundbarkeit von Menschenrechtsverteidiger:innen im Land. Zudem begann eine besorgniserregende Tendenz, aus der Macht heraus jede kritische Stimme zu diskreditieren, während zugleich ein zunehmendes Fehlen von Gegengewichten zu beobachten war. Die Sicherheitsstrategie blieb stark militarisiert. Die Schaffung der Nationalgarde setzte die frühere Politik fort, der wachsenden Allgegenwart der organisierten Kriminalität durch Militarisierung zu begegnen – leider ohne signifikante Verbesserung der Gewaltstatistiken. Darüber hinaus wurde ein Entwicklungsmodell umgesetzt, das Megaprojekte priorisierte, viele davon extraktivistisch. Der Ansatz „Zuerst die Armen“ behielt einen assistierenden Charakter, ohne die wirklichen Strukturen zu hinterfragen, die die Verarmung begünstigen. Besonders gravierend war dies in indigenen Gebieten, wo Hilfen über Bankkarten oder individuell verteilt wurden, was letztlich zu noch größerer Spaltung in Ejidos und ländlichen Gemeinschaften führte. Schließlich wurde die Tendenz kritisiert, Konsultationsprozesse zu simulieren, obwohl Entscheidungen bereits getroffen waren, ohne dabei die Rechte der indigenen Völker zu respektieren.
Auf lokaler Ebene wurde eine neue und starke Militarisierung der Südgrenze unter dem Druck des damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Kontext der Migrantenkarawanen beobachtet. Eine stärkere Abriegelung der Südgrenze (die zuvor äußerst durchlässig war) führte zur Suche nach neuen Routen (ein bislang wenig genutzter zentraler Korridor), sowohl für den Migrantenschmuggel als auch für andere Waren, was die zunehmende Gewalt ausweiten ließ. Dies spielte auch eine Rolle bei der Vervielfachung und Intensivierung gewalttätiger Vorfälle, die sowohl auf eine allgemein “erhitzte Atmosphäre” in einigen weiterhin kontrollierten oder zum Schweigen gebrachten Zonen als auch auf offene Revierkämpfe – vor allem zwischen dem Sinaloa-Kartell und dem Jalisco-Neue-Generation-Kartell – im Grenzstreifen zurückzuführen waren.
Aktuelle Herausforderungen
Im Unterschied zur Leugnung oder Verharmlosung der Entwicklungen auf Bundesebene unter AMLO sowie zur Untätigkeit oder möglichen Komplizenschaft der Landesregierung unter Rutilio Escandón Cadenas wurde nach dem Amtsantritt der Landesregierung von Eduardo Ramírez Aguilar im Dezember 2024 ein Wandel wahrgenommen.
Nichtsdestotrotz dokumentierte El Obse in seinem Zweiten Bericht (Januar bis Juli 2025), dass „trotz offizieller Diskurse über Verbesserungen der Sicherheit die Gewalt – einschließlich Verschwindenlassen, Zwangsrekrutierung und Vertreibung – in vielen Gemeinden anhält und Menschenrechtsverteidiger:innen einem konstanten Risiko aussetzt. Personen, die in der Dokumentation, Sichtbarmachung und im Schutz arbeiten, sehen sich widrigen Bedingungen gegenüber, die ihre Arbeit erschweren und ihre Gefährdung verschärfen.“
Der Bericht „Chiapas 2025: Der ausstehende Frieden“ der Grupo de Trabajo Frontera Chiapas stellt wiederum den militarisierten Befriedungsansatz der Regierung von Chiapas als Antwort auf die Gewalt durch organisierte kriminelle Gruppen infrage. Darin heißt es, dass „trotz offizieller Rhetorik über eine Reduzierung des Konflikts die Sicherheitsstrategien die Militarisierung und die Präsenz von Eliteeinheiten wie den FRIP [Fuerzas de Reacción Inmediata Pakales] vertieft haben, was das soziale Leben der Gemeinschaften weiter belastet und die Zahl willkürlicher Freiheitsentziehungen sowie nicht anerkannter Vertreibungen erhöht hat“. Dieses Panorama erschwert die internationale Begleitarbeit, da es Sicherheitsrisiken für Beobachter:innen, Aktivist:innen und Migrant:innen mit sich bringt, die die Region durchqueren.
In diesem Sinne beeinträchtigt die durch den Streit zwischen kriminellen Gruppen an der Grenze zu Guatemala verursachte Gewalt nicht nur die lokale Bevölkerung, sondern erschwert auch die sichere Arbeit internationaler Organisationen und Beobachter:innen. „Die Präsenz militarisierter Sicherheitskräfte und bewaffneter Gruppen schafft ein Umfeld der Unsicherheit, das Zugang, Mobilität und die Erhebung verlässlicher Informationen einschränkt und externe Akteure physischen und rechtlichen Risiken aussetzt“, so der Bericht.
Die deutlichen Unterschiede zwischen offiziellen Narrativen, die ein Bild eines „wiederhergestellten Friedens“ zeichnen, und den von El Obse sowie anderen Organisationen dokumentierten anhaltenden Gewaltakten erschweren die Verbreitung und Wirkung der Dokumentation. Hinzu kommt das Entstehen von „stillen Zonen“, in denen aus Angst vor Repressalien nicht angezeigt oder veröffentlicht wird. Dies führt dazu, dass kritische Informationen von Behörden, die Narrative von Ordnung und Kontrolle priorisieren, minimiert oder delegitimiert werden.
Die aktuellen Herausforderungen der internationalen Begleitung in Chiapas – „in einem Kontext anhaltender Gewalt, Militarisierung, komplexer menschlicher Mobilität und politischer Spannungen“ – erfordern neue Strategien. Diese müssen die Sicherheit der Begleitenden ebenso wie die der Begleiteten gewährleisten, die Verteidigung der Menschenrechte sowie die Dokumentation und Sichtbarmachung von Menschenrechtsverletzungen sicherstellen und zugleich die Vernetzung zwischen Organisationen und die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Akteuren fördern. All dies muss einhergehen mit der Stärkung lokaler Organisations- und Schutzkapazitäten angesichts systematischer Verletzungen. Internationale Arbeit ist nicht nur dringend, sondern unerlässlich, um Realitäten sichtbar zu machen, die oft außerhalb offizieller Diskurse bleiben, und um weiterhin die verletzlichsten Gemeinschaften beim Schutz ihrer grundlegenden Rechte zu begleiten.
Zukunftsperspektiven: zwischen Erinnerung, Hoffnung und Handeln
Der Blick nach vorn anlässlich dieses 30-jährigen Jubiläums ist sowohl eine Herausforderung als auch eine Gelegenheit, unsere Mission zu bekräftigen und zu aktualisieren, Verpflichtungen zu erneuern und neue Wege zum Frieden zu gestalten.
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Engagement für einen echten Frieden bekräftigen
Die Arbeit in Ausbildung und Information für den Frieden stärken. SIPAZ hält es für zentral, Prozesse zu konsolidieren, die nicht nur Gewalt verhindern, sondern den Aufbau eines echten, auf Gerechtigkeit basierenden Friedens fördern.
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Innovation in Begleitstrategien
Angesichts neuer Gewaltformen ist es notwendig, neue Begleitmodelle zu erkunden: die Kombination aus physischer und digitaler Begleitung, Fernmonitoring, Stärkung von Vernetzungen und Gemeinschaftsnetzwerken sowie Dokumentation und Anprangerung.
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Historische Erinnerung
SIPAZ wird weiterhin Statements sammeln sowie Reflexionen und Analysen durchführen. Die Organisation wird die Erinnerung weiter nähren – in der Überzeugung, dass dieses Archiv eine pädagogische Ressource für neue Generationen, Forschende, Aktivist:innen und für Prozesse gemeinschaftlicher Versöhnung sein kann.
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Advocacy/Diplomatie für den Frieden

Begleitung des Kollektivs Mütter im Widerstand bei Treffen mit Regierung und Staatsanwaltschaft von Chiapas, Tuxtla Gutiérrez, September 2025 © SIPAZ
In einer Zeit, in der viele Rechte unter Druck stehen, wird SIPAZ seine Rolle als Akteur der Einflussnahme beibehalten: durch Sichtbarmachung und Anprangerung von Verletzungen sowie durch Zusammenarbeit mit Organisationen, internationalen Gremien und Menschenrechtsmechanismen.
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Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen stärken
Entwicklung und Konsolidierung von Begleitmodellen mit Gender- und Risikoperspektive in Abstimmung mit Programmen für rechtliche, psychologische und gemeinschaftliche Sicherheit. Es ist entscheidend, dass SIPAZ präventiven und strukturellen Schutz in seine langfristige Strategie einbaut.
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Information und Bildung
Weiterhin dazu beitragen, dass Frieden kein fernes Konzept bleibt, sondern eine alltägliche Praxis wird. Mehr Menschen – insbesondere Jugendliche und Frauen – in Bildungsprojekte zu Frieden, Dialog und Erinnerung einbeziehen und Informationen an breitere gesellschaftliche Sektoren richten sowie die Verbreitungskanäle ausbauen.
Den Weg weitergehen
In diesen 30 Jahren hat SIPAZ versucht, zum Aufbau von Frieden beizutragen und Hoffnung zu säen. Die Organisation war in kritischen Momenten präsent, hat lokale Prozesse ausgebildet und begleitet, Netzwerke der Einflussnahme aufgebaut und die Möglichkeit eines Friedens lebendig gehalten, der nicht nur die Abwesenheit sichtbarer Gewalt ist, sondern ein gemeinsames Projekt von Gerechtigkeit, Versöhnung und Würde – ein echter Frieden.
,, … die Möglichkeit eines Friedens lebendig gehalten, der nicht nur die Abwesenheit sichtbarer Gewalt ist, sondern ein gemeinsames Projekt von Gerechtigkeit, Versöhnung und Würde – ein echter Frieden.“
Dieser Moment des Gedenkens fordert uns heraus und lädt uns zur Reflexion ein: Was bedeutet Frieden für uns? Wie können wir weiterhin dazu beitragen, jene Räume zu stärken, die Frieden mit Gerechtigkeit und Würde anstreben? Der Weg des Friedensaufbaus ist lang, voller Spannungen und Herausforderungen, aber auch voller Lernprozesse, Begegnungen und Hoffnung.
Solange es uns möglich ist, wird unser Engagement darin bestehen, dort zu sein, wo Würde bedroht ist, wo Schweigen herrscht, wo Gewalt lauert und wo Hoffnung Verbündete braucht, um das Licht am Leben zu halten. Denn Frieden ist kein Ziel, sondern ein gemeinsamer Weg.
Ein Weg, der Schritt für Schritt entsteht, Schulter an Schulter, Herz an Herz.
Und wenn uns diese drei Jahrzehnte eines gelehrt haben, dann dies: Selbst in den Gebieten, in denen Gewalt zu dominieren scheint, gibt es immer Menschen, die an die Möglichkeit einer anderen Welt glauben – einer Welt für alle – und die an genau dieser Welt arbeiten. Dort finden wir weiterhin die Kraft und den Grund, unseren Weg fortzusetzen, weil wir glauben, dass es ein Weg ist, den es wert ist, weiterzugehen.

Begleitung des Kollektivs Mütter im Widerstand bei Treffen mit Regierung und Staatsanwaltschaft von Chiapas, Tuxtla Gutiérrez, September 2025 © SIPAZ
,,Solange es uns möglich ist, wird unser Engagement darin bestehen, dort zu sein, wo Würde bedroht ist, wo Schweigen herrscht, wo Gewalt lauert und wo Hoffnung Verbündete braucht, um das Licht am Leben zu halten. „
,,Denn Frieden ist kein Ziel, sondern ein gemeinsamer Weg. Ein Weg, der Schritt für Schritt entsteht, Schulter an Schulter, Herz an Herz.








