
Aktivitäten von SIPAZ (von Mitte August bis Mitte November 2025)
23. Dezember 20252025
7. Januar 20262025
1. Januar: Die EZLN feiert den 31. Jahrestag des bewaffneten Aufstands.
5. Januar: Der Interimsbürgermeister von Frontera Comalapa wird festgenommen.
8. Januar: Bundesbehörden stellen in San Cristóbal de las Casas die Strategie “Friedensaufbau in Chiapas“ vor.
12. Januar: In Chenalhó findet eine Pilgerung statt; es wird Gerechtigkeit für den Mord an Pater Marcelo gefordert.
14. Januar: REDIAS verurteilt die Ermordung eines Jugendlichen und eines jungen Mannes im Norden von San Cristóbal de las Casas.
19. Januar: Ein groß angelegter Sicherheitseinsatz wird im Norden von San Cristóbal de las Casas durchgeführt.
25. Januar: Tausende Katholik:innen pilgern und fordern unter anderem die Entwaffnung und Zerschlagung krimineller Gruppen in Chiapas sowie Gerechtigkeit für den Mord an Pater Marcelo Pérez. Zudem verlangen sie, dass die “mediale Inszenierung“ des Friedens aufhört.
26. Januar: Rund 2.000 Migrant:innen brechen von Tapachula in einer Karawane Richtung Mexiko-Stadt auf, um später die Grenze zu den USA zu überqueren.
17. Februar: Melel Xojobal prangert einen Anstieg der Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in San Cristóbal an.
28. Februar: Ein indigener Katechet und ein evangelikaler Indigener werden wegen des Verschwindens von 21 Personen aus Pantelhó verurteilt.
7. März: Das “Observatorium für Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger:innen – El Obse“ wird vorgestellt.
8. März: Tausende Frauen demonstrieren im Rahmen des 8. März gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Feminizide.
15. März: Der Gouverneur legt seinen Bericht über die ersten 100 Tage seiner Amtszeit vor.
19. März: Das Menschenrechtszentrum Frayba veröffentlicht seinen Jahresbericht mit dem Titel “Chiapas, in der Spirale bewaffneter und krimineller Gewalt“.
22. März: Der Nationale Indigene Kongress (CNI) und die EZLN veröffentlichen einen Brief, in dem sie die Kriminalisierung von suchenden Familien anprangern.
23. März: Über eine “öffentliche Konsultation“ wird der Bau der Autobahn Ocosingo–Palenque genehmigt.
31. März: Mitglieder des Movimiento en Defensa de la Vida y el Territorio (MODEVITE) und der Gemeinderegierung von Chilón lehnen den Bau der Schnellstraße San Cristóbal–Palenque sowie die in betroffenen Gemeinden durchgeführten Volksbefragungen ab.
9. April: Luis Manuel López Alfaro wird zum neuen Bischof von Tapachula ernannt.
13.–19. April: Das von der EZLN einberufene Treffen für Kunst, Rebellion und Widerstand findet statt.
24. April: Sicherheits- und Militärkräfte nehmen in Aldama zwei zapatistische Unterstützungsbasen fest.
26. April: In Chalchihuitán pilgern Menschen und fordern die Schließung von Kneipen sowie ein Ende des Drogenverkaufs.
2. Mai: Nach zahlreichen nationalen und internationalen Protesten werden die beiden zapatistischen Unterstützungsbasen aus Aldama freigelassen.
12. Mai: Zum ersten Jahrestag des Massakers an elf Menschen im Ejido Nuevo Morelia (Chicomuselo) findet eine Pilgerreise mit mehr als tausend Mitgliedern der Diözese San Cristóbal statt.
22. Mai: Die Abejas erklären: “Wir leben in einer gewalttätigen Normalität, die als Frieden getarnt ist.“
2. Juni: Eine kriminelle Gruppe überfällt und ermordet fünf Staatspolizisten in Frontera Comalapa.
8. Juni: Zusammenstöße in Frontera Comalapa – ein Einsatz gegen kriminelle Gruppen weitet sich bis nach Guatemala aus und fordert vier Todesopfer.
8. Juni: Gouverneur Eduardo Ramírez leitet den offiziellen Beginn des Baus der Straße Palenque–Ocosingo ein.
9. Juni: Die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen fordert die sofortige Freilassung von fünf indigenen Aktivisten aus San Juan Cancuc, die in Chiapas zu 25 Jahren Haft verurteilt wurden.
10. Juni: Eine Diffamierungskampagne und mögliche strafrechtliche Verfolgung gegen Patricia Aracil, Koordinatorin des Kollektivs Cereza, werden angezeigt.
10. Juni: Die Abejas und zivilgesellschaftliche Organisationen prangern zunehmende Gewalt in Tzajalchen (Gemeinde Chenalhó) an.
13. Juni: MODEVITE, die Gemeinderegierung von Chilón und weitere Ortschaften fordern erneut die Aufhebung des Baus der Autobahn Palenque–Ocosingo.
23. Juni: Gouverneur Eduardo Ramírez stellt die Staatliche Garde vor, die die bisherige Staatspolizei ersetzen soll.
12. Juli: Der Justizdirektor der Staatsanwaltschaft von Chiapas wird wegen mutmaßlicher Entführung und Erpressung festgenommen.
13. Juli: Der Nationale Indigene Kongress (CNI) von Tila prangert Schikanen, Drohungen, Übergriffe, willkürliche Festnahmen sowie Verleumdung und Diffamierung durch verschiedene Regierungsebenen in Komplizenschaft mit der Organisation Karma an.
13. Juli: Indigenen Gemeinschaften, die gegen die Autobahn San Cristóbal–Palenque kämpfen, wird der Rechtsschutz (Amparo) verweigert.
21. Juli: Die Fotojournalistin Luz del Alba Velasco Gordillo zeigt an, dass ihr Haus am 12. Juli illegal von der Staatsanwaltschaft von Chiapas (FGE) mit Unterstützung von Militär und Nationalgarde durchsucht wurde.
22. Juli: Die Wohnung von Dora Roblero, Direktorin des Frayba in San Cristóbal de las Casas, wird durchsucht.
25.–27. Juli: In Chilón findet das “Internationale Treffen zur Verteidigung des Lebens: Mais, Wasser, Territorium und Mutter Erde“ statt.
3.–17. August: Die EZLN veranstaltet das internationale Treffen “Widerstände und Rebellionen: Einige Teile des Ganzen“ im Caracol von Morelia.
9. August: Mehr als 3.000 Menschen pilgern im Ejido Bachajón (Gemeinde Chilón), um ihren Widerstand gegen die Autobahn San Cristóbal–Palenque zu bekunden.
13. August: Frayba nimmt Stellung zur 20-jährigen Haftstrafe gegen den mutmaßlichen Drahtzieher der Ermordung von Pater Marcelo Pérez und kritisiert, dass damit die Ungerechtigkeit fortgeschrieben werde.
15. August: Bewohner:innen aus mindestens sechs Gemeinden der indigenen Chol-Region pilgern in Palenque für den Frieden.
19. August: Die Regierung Guatemalas teilt mit, 161 mexikanischen Staatsbürger:innen humanitäre Aufenthaltsgenehmigungen erteilt zu haben, die wegen der Gewalt in Chiapas über die Grenze geflohen sind. Gouverneur Eduardo Ramírez bestreitet das Vorhandensein von Zwangsvertreibungen im Bundesstaat.
24. August: Hunderte Katholik:innen der Pfarrei San Bartolomé Apóstol pilgern in Venustiano Carranza für den Frieden und prangern anhaltende Gewalt und Zwangsvertreibungen durch das organisierte Verbrechen an.
30. August: Anlässlich des Internationalen Tages der Opfer des Verschwindenlassens finden mehrere Aktionen statt.
6. September: Zwei Jahre nach seiner Gründung beklagt das Menschenrechtszentrum Selva Negra schwere Rückschritte im Bereich der Menschenrechte in Chiapas.
8. September: Dutzende Journalist:innen aus Chiapas demonstrieren vor dem Landesparlament und fordern den Rücktritt von Horacio Culebro Borrayas, Präsident der Staatlichen Menschenrechtskommission (CEDH), den sie für eine Diffamierungskampagne gegen die Journalistin Mary José Díaz Flores verantwortlich machen.
10. September: José Pérez Martínez, Vorsitzender des Ejido-Kommissariats von Tila, wird ermordet.
13. und 14. September: In San Cristóbal de las Casas findet ein regionales Treffen mit mehr als 30 Ejidos, Gemeinden und Organisationen aus Oaxaca, Guerrero und Chiapas statt, um über Megaprojekte in indigenen Territorien zu diskutieren.
30. September: Frayba berichtet über Strategien der Einkreisung und Enteignung des von der EZLN zurückgewonnenen Territoriums im Autonomen Zapatistischen Dorf Belén, Region Campesina, Caracol 8 “La Luz que Resplandece sobre el Mundo“.
1. Oktober: In San Cristóbal de las Casas demonstrieren mehr als hundert Menschen zur Verteidigung der Sicherheit und Menschenrechte der Mitglieder der Global Sumud Flotilla, die humanitäre Hilfe nach Gaza bringen wollte.
2. Oktober: Studierende der Interkulturellen Indigenen Lehrerhochschule Jacinto Canek zeigen an, während ihres Marsches zum Gedenken an das Massaker von Tlatelolco von der Gemeindepolizei angegriffen worden zu sein.
5. und 6. Oktober: Angehörige mehrerer Gemeinden der Zoque-Region marschieren zur Verteidigung ihres Landes und Territoriums aus Sorge vor einer Wiederaufnahme des Bergbaus.
9. Oktober: In San Cristóbal de las Casas wird eine Gedenktafel für den Chol- indigenen Antonio González Méndez enthüllt. Er war Teil einer Unterstützungsbasis der EZLN und verschwand 1999 in Sabanilla. Die Gedenktafel ist Teil eines Urteils des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte.
9. Oktober: Die Gruppe “Madres en Resistencia“ und die Staatsanwaltschaft von Chiapas erzielen Vereinbarungen zur Stärkung der Suchmaßnahmen nach verschwundenen Angehörigen und zur rechtlichen Aufarbeitung von Feminiziden.
20. Oktober: Tausende Menschen aus verschiedenen Gemeinden pilgern in San Andrés Larrainzar zum ersten Jahrestag der Ermordung des tsotsilen Priester Marcelo Pérez und fordern Gerechtigkeit.
21. Oktober: In Chicomuselo nimmt Gouverneur Eduardo Ramírez Aguilar an der Dritten Friedensdemonstration teil, bei der ein Denkmal zu Ehren des 2023 ermordeten Lehrers José Artemio López Aguilar enthüllt wird.
22. Oktober: Héctor “N“, alias “El Chesman“, mutmaßlicher Anführer der kriminellen Gruppe “Los Motonetos“ und Beschuldigter im Mordfall Pater Marcelo Pérez, wird festgenommen.
27. Oktober: Vertreter:innen der Plattform für den Friedensaufbau in Mexiko prangern auf einer Pressekonferenz die Kluft zwischen dem offiziellen Friedensdiskurs und der Realität in Chiapas an.
31. Oktober: El Obse veröffentlicht einen Bericht, der 79 Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger:innen und Journalist:innen im ersten Halbjahr 2025 dokumentiert.
1. November: Am Tag der Toten initiiert Melel Xojobal die öffentliche Aktion “Der straflose Tod“, um auf den Tod von Kindern und Jugendlichen hinzuweisen, die durch Gewalt, Vernachlässigung und Straflosigkeit in Chiapas ums Leben kamen (79 Fälle bis zu diesem Zeitpunkt).
6. November: In Tuxtla Gutiérrez fordert eine internationale Delegation aus Europa Mexiko auf, ausstehende Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte zu erfüllen.
13. November: Zum 19. Jahrestag des Massakers von Viejo Velasco fordern Angehörige der Opfer und Organisationen weiterhin Gerechtigkeit.
14.–16. November: Frauenkollektive und -organisationen veranstalten in Salto de Agua die VIII. Versammlung der Bewegung der Frauen zur Verteidigung von Mutter Erde und ihren Territorien.
21. November: Die fünf indigenen tseltalischen Verteidiger aus San Juan Cancuc, die seit mehr als drei Jahren inhaftiert und zu 25 Jahren verurteilt waren, werden freigelassen.
22. November: Die junge Yerli Yaritza wird tot in ihrem Haus in Ocosingo aufgefunden. Sie war Suchende und Mitglied des Kollektivs Madres Buscadoras in Chiapas auf der Suche nach ihrem Vater, Hamilton Pérez Coutiño, der im April 2024 verschwunden war.
24. und 25. November: Zum 12. Jahrestag von MODEVITE finden in San Juan Cancuc mehrere Aktivitäten statt; dabei wird erneut der Widerstand gegen die Autobahn San Cristóbal–Palenque und gegen extraktivistische Megaprojekte im gesamten Maya-, Zoque- und Chol-Gebiet bekräftigt.
25. November: Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen pilgern rund 800 Mitglieder der Diözesanen Frauenkoordination (CODIMUJ) in San Cristóbal de las Casas.
30. November: In Villaflores kommt es zu Gewaltakten, nachdem bewaffnete Zivilisten vier Fahrzeuge in Brand setzen, Straßensperren errichten und bewaffnete Auseinandersetzungen ausbrechen.
5. Dezember: Pedro Cortés López und Diego Mendoza Cruz, indigene Tseltales aus Pantelhó, die zu 110 Jahren Haft verurteilt worden waren, werden freigelassen.
7. Dezember: Gouverneur Eduardo Ramírez Aguilar legt seinen ersten Regierungsbericht vor und erklärt, seine Regierung habe innerhalb eines Jahres Frieden, Rechtsstaatlichkeit und gute Regierungsführung wiederhergestellt.
13. Dezember: Die Arbeitsgruppe Grenzregion veröffentlicht den vorläufigen Bericht “Chiapas 2025: Der ausstehende Frieden“, der auf anhaltende Gewalt, Verschwindenlassen, Zwangsvertreibung und fehlende verlässliche offizielle Daten hinweist.
14. Dezember: In Tila wird die Leiche einer 60-jährigen Frau namens Natividad mit Folterspuren gefunden; damit steigt die Zahl mutmaßlicher Feminizide im Jahr auf 31.
21. Dezember: Das Pueblo Creyente aus Chicomuselo prangert ein Fortbestehen der Gewalt an.
22. Dezember: Der 28. Jahrestag des Massakers von Acteal wird erinnert.
26. bis 30. Dezember: EZLN veranstaltet Event “zu Pyramiden, Geschichten, Liebe und, klar, Lieblosigkeit“ in San Cristóbal de Las Casas.
