:: ANALYSE
Chiapas: 10 Jahre nach dem bewaffneten
Aufstand
Im
September waren es 7 Jahre der Suspendierung des Dialogs
zwischen dem zapatistischen Heer der nationalen Befreiung
(EZLN) und der mexikanischen Regierung.
Am 17. November feierte die EZLN ihren 20. Geburtstag und
entschied sich dazu dieses Fest intern zu zelebrieren,
obwohl sie die nationale und internationale Zivilgesellschaft
dazu
einlud an den Veranstaltungen und Feierlichkeiten verschiedener
Organisationen inner- und außerhalb Mexikos teilzunehmen.
Fast 10 Jahre nach dem bewaffneten Aufstand im Januar 1994
in Chiapas scheinen die Perspektiven für die Wiederaufnahme
eines Verhandlungsprozesses immer aussichtsloser, gerade
wenn sich beide Seiten in der Funktion von völlig verschiedenen
Strategien, Zeiten und Interessen bewegen.
Auf nationalem Niveau, schon jetzt im Kontext des Wahlkampfes
der Präsidentschaftswahlen 2006, konzentriert sich die
Agenda der politischen Parteien auf die Reformen im Energiesektor
(Elektrizität, Öl) und der Landverteilung. Der
Konflikt in Chiapas ist kein prioritäres Thema.
Auf seiner Chiapas- Visite äußerte sich der Regierungssekretär,
Santiago Creel, Bezug nehmend auf die 2000 von der EZLN zur
Wiederaufnahme des Dialogs aufgestellten Forderungen, folgendermaßen "es
gibt eine Politik, die sich seit Beginn der jetzigen
Administration nicht verändert hat, diese umfasst die so genannte Cocopa
Initiative, die Freilassung der mit dem Zapatismus in Verbindung
gebrachten Gefangenen und die Aufhebung bzw. Umstellung der
sieben Militärbasen“. Während die Regierung
meint diese drei Forderungen erfüllt zu haben, wurde
das vom mexikanische Kongress verabschiedete "Ley
indigena“ von
den Zapatisten als "Verrat“ an den 1996 ausgehandelten
Verträgen von San Andres bezeichnet. Auf seinem Chiapasbesuch
kommentierte Creel auch, dass man auf eine Antwort der bundesstaatlichen
Kongresse auf die Verfassungsreform warte, um dem mexikanischen
Kongress dann ein Paket von Initiativen vorlegen zu können.
Auf der anderen
Seite hat die EZLN jeglichen Kontakt mit der Regierung und
den politischen Parteien
abgebrochen. Sie deklarierte, dass die Verträge
von San Andres im aufständischen
Gebiet durch Taten angewendet werden würden.
Die "Juntas
der guten Regierung“, ausgerufen im
August und zusammengesetzt aus Delegierten der
autonomen Landkreise mit Standort in
den fünf "Caracoles“ (siehe
Sipaz Informe, August 2003) repräsentieren
einen neuen Schritt im Aufbau der zapatistischen
Autonomie.
Eine langfristig angelegte Initiative, die "offizielle“ Macht
zurückweisend, indem sie Regierungsfunktionen in allen
Bereichen einnehmen (Bildung, Gesundheit, Justiz, Entwicklung,
etc.)
Repositionierung des offiziellen “post caracol” Diskurses
Die Antwort der
Regierung auf die neue zapatistische Strategie war, dass
es möglich wäre die Juntas der guten
Regierung in der Verfassung festzuschreiben.
Bundesstaatliche und staatliche Regierung haben versucht
sich gegenseitig
die Verantwortung zuzuschieben, es schien,
dass keine der beiden verantwortlich für die Antwort
auf die neue Initiative der Zapatisten sein wollte. Im 2001
verabschiedeten Ley Indigena
fällt die Definition des Autonomiebereichs
den Bundesstaaten zu. (Was einer der Punkte
der Rückschritte gegenüber
den Verträgen von San Andres war.) Trotzdem
hat die Kommission für indigene Gemeinschaften
und Völker
des mexikanischen Kongresses im September
erläutert,
dass "die Verantwortung, um auf die neue
Organisationsform der Zapatistas einzugehen,
bei der Föderation liegen
muss und nicht beim lokalen Kongress, da
dies ein nationales Problem ist.“
Für seinen
Teil hat der Gouverneur von Chiapas, Pablo Salazar Mendiguchia,
den neuen Schritt, den die EZLN mit
den Juntas der guten Regierung getan hat,
anerkannt: "Sie
sind interessant“ und "sie gefährden
nicht das Leben konstitutioneller Organe,
der Rathäuser und
auch nicht der Regierung von Chiapas“.
Salazar stellte heraus, dass sich die aktuelle
chiapanekische Regierung im
Gegensatz zu vergangenen Regierungen, immer
respektvoll gegenüber
den Entscheidungen der zapatistischen Gemeinden
verhalten hat und verhalten wird.
Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Position
mittelfristig in einem Bundesstaat halten
kann, in dem so viele
Alarmsignale offener Gewalt von einem
Tag auf den anderen aufleuchten
können. Oder, um die Worte von Samuel Ruiz, dem früheren
Bischof von San Cristóbal de las Casas , aufzunehmen, "in
einer Situation des formalen Stillstandes
(des Dialogs) und des realen Verfalls“.
Und dies während die Mehrheit der Gemeinden gespalten
ist, auch wenn es von der zapatistischen Seite das Angebot
gibt sich auch für die Belange der Nicht - ZapatistInnen
einzusetzen, die auf zapatistischem Territorium leben.
Inkonformitäten wegen Redefinierung von Territorien
Die Schaffung der Juntas der guten
Regierung verspricht eine neue
Zusammenstezung der internen und externen
Beziehungen der Zapatistas.
Die Mehrheit der Fälle haben sich
in der Zona Norte gezeigt, in der die zapatistische Präsenz
bis zur Ausrufung der Caracoles weniger sichtbar war als
in anderen Zonen des
Zapatistischen Einflussgebiets. Im September denunzierte
die Junta der gute Regierung "Nueva Semilla que va
a producir ( Roberto Barrios)“ Vorfälle von Gewalt
in verschiedenen Gemeinden der Region provoziert durch das "anbringen
von Plakaten auf Landstrassen, Ausfahrten und Kreuzungen
verschiedener autonomer Bezirke“: Schläge, Drohung
mit Vertreibung, umgeworfene oder zerstörte Schilder,
vor allem in den offiziellen Bezirken Tila, Sabanilla und
Palenque.
Ende September konnten ähnliche Vorfälle in Ocosingo
beobachtet werden. Eine andere Spannungsachse stellte die
Konstruktion von Landstrassen der innerhalb zapatistischer
Zonen Chilón und Ocosingo dar, in denen die Zapatisten
von den Baufirmen Bezahlung für die Bauerlaubnis verlangten.
Das Risiko der Gewaltsteigerung
Ebenso besorgniserregend
sind die Denunzierungen von Seiten vermeintlich als Paramilitärs
identifizierter Gruppen. Bauern der Regionen Taniperlas und
Monte Libano informierten,
dass sie erneut bewaffnete, schwarz uniformierte Männer
gesehen haben, die Waffenübungen praktizieren und
sich in der Region bewegen. In einem Kommunique des Caracol "Torbellino
de Nuestras Palabras“ (Turbulenzen unserer Worte) denunzierte
die Junta der guten Regierung "Arcoiris de nuestra
Esperanza“ (Regenbogen unserer Hoffnung)Überfälle
der Bande “Los Aguilares“ auf die
Gemiende K’an
Akil, autonomer Bezirk Olga Isabel Ende Oktober 2003: “Es
wurden Detonationen registriert und die Aguilares kamen,
um auf den Wegen Der Region die Leute einzuschüchtern
und zu provozieren, sie haben die Bucht des Flüsschens
gesperrt in der die Frauen sich baden und waschen, also
der einzige Platz den die Frauen benutzen können.“
Im Oktober sammelten sich hunderte von Menschen aus zapatistischen
Basisgemeinden des autonomen zapatistischen Bezirks
Francisco Gómez, um eine permanente Mahnwache in der Gemeinde
San Manuel, Ocosingo durchzuführen. Die Bevölkerung
genannter Gemeinde denunzierte am 16. Oktober 2003, dass
eine Gruppe von 15 Priistas fast einen Hektar des zapatistischen
Gemeindelandes abgeerntet hätte. Aufgrund dieser Situation
bewachen die Mitglieder der Gemeinde San Manuel permanent
ihre Felder.
Die Herausforderungen der Juntas der Guten Regierung
auf juristischer Ebene
Die Existenz paralleler Systeme (offizielles Regierungssystem
und zapatistische Struktur) verlangt, wegen der
in zapatistischen Zonen bestehenden Pluralität, nach einer höheren
Komplexität in Bezug auf die administrative Seite der
Justiz. Diese Situation eröffnet Fragen in Bezug auf
die Schwierigkeit und Legitimität des "Regierens“ von
Personen die, die Zapatisten bzw. die Regierungsautoritäten
nicht als die ihrigen gewählt haben.
Einer der ersten Fälle konnte im Umfeld der Festnahme
von Armín Morales Jimenez, der am 2. September 2003
in San Pedro Michoacán von Milicianos der EZLN festgenommen
wurde, beobachtet werden. Armin Morales wurde von den Zapatisten
angeklagt ein Fahrzeug in besitz genommen zu haben, das nicht
sein eigenes war. Als Antwort auf die Handlung der Zapatistas,
nahmen Mitglieder der Central Independiente
de Obreros Agrícolas
y Campesinos – Histórica (CIOAC – H) (Landarbeiterorganisation,
die ehemals mit den Zapatisten sympatisierten) 7 Personen,
die zapatistischen Gemeinden angehören fest. 48 Stunden
später wurden fünf der sieben wieder freigelassen.
Die verbliebenen zwei wurden erst nach neun Tagen wieder
freigelassen. Wegen dieser Freilassung, wurde bis zum12.
Oktober 2003 der Druck auf die Zapatisten, Armin Morales
auf freien Fuß zu setzen erhöht. Am selben Tag
wurde Armin Morales freigelassen, nachdem die Regierung von
Chiapas 80 tausend Pesos an den Besitzer des Autos überbrachte,
dessen sich Armin Morales unerlaubt bemächtigt hatte.
Das Eingreifen der bundesstaatlichen Regierung war sehr umstritten.
Anfang Oktober signalisierte das Menschenrechtszentrum
Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de
las Casas: "In
dem Maß, in dem die normativen Systeme der indigenen
Gemeinschaften nicht anerkannt werden, werden Probleme diesen
Typs immer wieder auftauchen, die die indigenen Rechte und
deren Forderungen nach Gerechtigkeit verletzen, Probleme
die das soziale Netz immer mehr schwächen“.
Ein anderer Fall Anfang September 2003 zog
ebenso Aufmerksamkeit auf sich. Drei Indigene
aus der
Gemeinde Flores Magón
im Bezirk Teopisca wurden festgenommen und des Ökozids
angezeigt, weil sie Holz transportierten. Diese drei Personen
waren durch den autonomem Bezirk Miguel Hidalgo autorisiert
das Holz zu schlagen und danach an einen anderen Ort zu transportieren,
dies wurde zum ersten Mal vor einem zapatistischen Richter,
einem Präsident einer der autonomen Consejos der Zapatisten,
bestätigt. So wurden die Indigenen nach wenigen Tagen
frei gelassen.
Verschiedene andere Fälle in den letzten Monaten machten
die zwei Typen der Anwendung von Justiz in einem pluralen
Territorium sichtbar: Akzeptanz oder Aufbau der Legitimität
der Juntas der guten Regierung oder das Aufeinanderprallen
untereinander oder mit dem offiziellen Justizsystem.
Montes Azules: angespannte Ruhe
Gut, in den letzten Monaten wurden keine
Gewaltakte in der Biosphäre von Montes Azules registriert, dennoch verbreiten
widersprüchliche Aussagen der verschiedenen Regierungsinstanzen
weiterhin ein Klima höchster Anspannung: während
das Sekretariat für Agrarreformen bestätigt, das
es keine gewalttätigen Vertreibungen aus der Zone geben
wird, schließt die Procuraduría Federal de Protección
al Ambiente (PROFEPA) (mexikanische Umweltbehörde) nicht
aus, dass "das sich das Gesetz
auch mit starker Hand durchsetzen wird,
und die öffentliche Kraft gegen
die auf dem Land von Montes Azules
lebenden Personen verwendet
werden kann.
Im Oktober hinterfragte die Asociación Rural de Interés
Colectivo ( ARIC- Independiente), (unabhängige Landarbeiterorganisation) die mit der Regierung die Regularisierung verschiedener Dörfer
in der Region Montes Azules verhandelt, die Aussage der PROFEPA: "Anstatt
die Lösung des Problems zu fördern machen sie alles
nur noch schlimmer, das heißt, dass es in der Regierung
Gruppen gibt, die auf die Vertreibung mit der Anwendung von
Gewalt setzen, und dies disqualifiziert jedwede Verhandlung
mit der Regierung, heißt das es keinen politischen
Willen von Seiten der Regierung gibt eine wirkliche Lösung
für das Problem zu finden“.
Andererseits traf sich Felipe Villagrán, Ex- Funktionär
der Weltbank, als Repräsentant der Lakandonen aus Lacnajá Chansayab
und der Bevölkerung von Frontera Corozal und Nueva Palestina
mit dem chiapanekischen Gouverneur Pablo Salazar Mendiguchia
und anderen staatlichen und bundesstaatlichen Funktionären.
Villagrán benatragte "
die sofortige Bereitstellung mexikanischen
Militärs, um Tag und Nacht Patroullien
in der Region durchführen zu können, ebenso wie
ein Sonderkommando des Militärs in Paraíso“ (wo
sich eine zapatistische Gemeinde befindet) außerdem "
die Erlaubnis für die Gemeindemitglieder (oben genannter
Dörfer) Feuerwaffen niedrigen Kalibers mit sich zu führen,
um ihre Felder schützen zu können“.
(La Jornada, 10. November 2003)
Militarisierung und Mobilisierungen
gegen die Militarisierung
Nach der Ausrufung der Juntas
der guten Regierung in den
autonomen zapatistischen
Bezirken
konnte in verschiedenen
Zonen des Bundesstaats eine
Zunahme von Truppenbewegungen festgestellt
werden.
Vor allem in der Konfliktzone.
Auf der anderen Seite haben
die Proteste in Bezug auf
die Militärpräsenz zugenommen, eine Tendenz die nicht
nur in zapatistischen Gemeinden zu beobachten war.
In der Mehrzahl der Fälle zeigt sich die Ablehnung des
Militärs gewaltfrei, aber die Spannung in der Bevölkerung
nimmt zu. So haben Anfang September mehr als tausend Indigene
des Bezirks Chenalhó 35 Soldaten des mexikanischen
Militärs festgenommen, um diese dazu zu bringen die
durch Ihre Lastwägen verursachten Schäden zu bezahlen.
Die Militärs wurden unter der Bedingung freigelassen,
dass sie das Material stellen, um besagte Strasse zu reparieren,
deren Reparatur bis zu 15 tausend Pesos kosten könnte.
Indigene aus einer
Sympathisantengemeinde der Zapatistas, Yulumchuntic,
Bezirk Chalchihuitán
(Altos, Hochland) nahmen
wiederum im Oktober 2003
für einige Stunden
30 mexikanische Militärs
fest, die einen Streifzug
zur Bekämpfung der
Aussaat und der Ernte
von Drogen durchführten.
Gerüchten nach wurden
den Soldaten Waffen und
Stiefel abgenommen. Danach
soll man sie gezwungen
haben barfuss um
das Basketballfeld zu
laufen. Nach Aussage
der Junta der guten Regierung "Corazón
Centrico de los Zapatistas
del Mundo“ (Zentrales
Herz der Zapatisten der
Welt), ließ man
die Soldaten einfach
alleine vor der Schule
in Jolitontic verweilen.
Die Junta informierte,
dass sie jegliche Militärpräsenz
in ihren Gemeinden ablehnen
und dass sie auf friedliche
Weise den Abzug des Militärs
erreichten. Laut der
Junta hätte die
Armee einen Stützpunkt
in ihrem autonomen Bezirk
installiert. Nach einigen
Stunden wurden die Soldaten
freigelassen, nachdem
sie mit der Bevölkerung
ein Abkommen geschlossen
haben besagte Zone nicht
mehr zu passieren. Außerdem
wurde das Militär
verpflichtet durch den
Kommandanten der Militärzone
31 eine Strafe von 20
tausend Pesos abzugeben.
Im Oktober 2003, während der Spezialkonferenz über
die Sicherheit der Hemisphäre in Mexiko, verpflichteten
sich die Mitglieder der Organisation der Staaten Amerikas
gemeinsam gegen die Bedrohung der Sicherheit der Staaten
zu kämpfen. Jedoch bleibt es jedem Staat selbst überlassen
die eigenen Sicherheitsprioritäten zu setzen, ebenso
wie die Definition staatseigener Strategien, Pläne und
Aktionen die sich aus der globalen Situation ergeben. Auf
der Konferenz wurde herausgestellt, dass der Frieden gestärkt
wird, wenn seine menschliche Dimension vertieft wird, heißt
die Würde des Menschen, die Menschenrechte, die fundamentalen
Freiheiten des Menschen und die Förderung der ökonomischen
und sozialen Entwicklung der Bevölkerung, sowie der
Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheit.
Geteilte Kämpfe
Die Solidarität
mit den Zapatistas wurde während
der nationalen Versammlung
der Indigenen Nationen Mexikos verkündet, auf dem etwa
200 Repräsentanten indigener
Gemeinden und Organisationen
aus den Bundesstaaten Oaxaca, Michoacán, Jalisco,
Veracruz, Estado de México,
Sonora, Mexiko City
sowie Puebla anwesend waren. Diese Repräsentanten,
wie auch andere nicht
indigene soziale Gruppierungen Mexikos gaben kund "Wir
erkennen die Verträge von San
Andrés als
die Konstitution
der indigenen Völker
Mexikos an und verlangen
die in Kraftsetzung
des COCOPA Gesetzes“.
Auch die Juntas der
guten Regierung
wurden von
der Versammlung
als positiv bewertet.
Die EZLN zeigte am 26. Oktober, dass sie
sich als Teil einer globalen Alternative versteht, als der
Subcomandante Marcos
eine aufgenommene Nachricht an verschiedene Akademiker, Intellektuelle
und Führungspersönlichkeiten verschickte, die an
dem Treffen Zur Verteidigung der Menschlichkeit in Mexiko
City, teilnahmen. Ziel der Versammlung war es einen Block
zu bilden der für die Rechte der Völker kämpft,
gegen Neoliberalismus und Globalisierung. Marcos bemerkte,
dass der Kampf gegen die Globalisierung der Macht eine Frage
des Überlebens der Menschheit sei.

:: FOKUS
DIE BRÜCKEN DER WORTE ZWISCHEN
DER ZIVILGESELLSCHAFT UND DER EZLN

Polizeiaufgebot
während
der Sitzung der WTO in Cancun, September 2003
Im kommenden Monat sind 10
Jahre seit dem bewaffneten Aufstand der Zapatistischen
Nationalen Befreiungsarmee (EZLN) vergangen. Ein Jahrzehnt, in dem Kommuniqués,
Befragungen, Demonstrationen, Foren und Treffen ein neues
ethisch-politisches Denken bestimmt haben, das einen großen
Einfluß nicht nur in Mexiko, sondern auch international
hatte.
Wir wollen diese Gelegenheit
nutzen, um über den Prozeß nachzudenken,
der sich seit 1994 entwickelt hat, sowie über die Früchte,
die der Dialog zwischen dieser politisch-sozialen Bewegung
und der mexikanischen und internationalen Zivilgesellschaft
getragen hat.
Der Neozapatismus: eine neue politische Ethik
Der
politische Diskurs der EZLN, der begleitet wird von Poesie,
Geschichten, Ironie und Tatsachen, überraschte die mexikanische
und internationale politische Szenerie, die sich in einer
Phase der Hoffnungslosigkeit und Schwäche befand.
In diesen Kommuniqués vermischen sich die verschiedenen
kulturellen Wurzeln Mexikos mit denen der ganzen Welt.
Eingefordert wird eine Gesellschaft, in der Demokratie,
Freiheit und Gerechtigkeit
regieren, ihrerseits verwurzelt in der Menschenwürde.
Diese Worte, die von ihnen als die "ersten aller
Worte und aller Sprachen" betrachtet werden,
werden gemäß ihres
eigenen Weltbildes neu definier:
"Gerechtigkeit bedeutet nicht Bestrafung, sondern jedem das zu geben, was
er verdient, und jeder verdient das, was der Spiegel ihm
zurückgibt: sich selbst. Wer Tod, Elend, Ausbeutung
Hochmut, Überheblichkeit verbreitet, bekommt als Belohnung
eine Menge Leid und Traurigkeit mit auf den Weg. Wer Arbeit,
Leben, Kampf gibt, wer sich brüderlich verhält,
bekommt als Anerkennung ein kleines Licht, das ihm immer
das Gesicht, die Brust und den Weg beleuchtet.
Freiheit bedeutet
nicht, daß jeder macht, was
er will, sondern den Weg wählen zu können,
der dir gefällt, um auf den Spiegel zu treffen,
um den Weg des wahren Wortes zu gehen. Einen Weg jedoch,
der dich nicht den Spiegel verlieren läßt.
Der nicht dazu führt, dich selbst, die Deinen und
die anderen zu verraten.
Demokratie bedeutet,
daß die Gedanken zu einer
guten Übereinkunft kommen. Nicht daß alle
gleich denken (...) Daß das Wort des Regierenden
dem Wort der Mehrheit gehorcht, daß der Befehlsstab
das kollektive Wort vertritt und nicht einen einzelnen
Willen. Daß der Raum alles widerspiegelt, die Gehenden
und den Weg, und so das Motiv des Denkens ist."
(Die Geschichte der Worte. Der alte Antonio)
Der französische Soziologe
Yvon Le Bot spricht vom "zapatistischen Traum",
der Forscher Guillermo Michel von der "zapatistischen
Utopie", wobei er die Definition von Paulo Freire aufnimmt,
für den die Utopie die "Anklage der entmenschlichenden
Struktur und das Einfordern menschlicher Strukturen" ist.
(Michel 2001:122). Sie erklären, daß die Zapatisten
vom südlichen Süden aus zu einer anklagenden Stimme
und zu einem Spiegel der Ungerechtigkeiten wurden, die in
Chiapas und anderen Teilen der Welt erlitten werden. Gleichzeitig
kündeten sie von der Möglichkeit, durch die Organisierung
und Einigung all derer, die "eine andere mögliche
Welt" wünschen, eine Alternative zu schaffen: "In
unseren Träumen haben wir eine andere Welt besucht.
Eine wahrhaftige Welt, eine Welt, die eindeutig gerechter
ist als jene, in der wir jetzt leben. Wir haben gesehen,
daß diese andere Welt kein Militär brauchte, daß dort
Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit so selbstverständlich
waren, daß von ihnen nicht wie von weit entfernten
Dingen gesprochen wurde, sondern wie wenn man Brot, Vogel,
Luft, Wasser sagt, wie man Buch und Stimme ausspricht. (...)
In dieser Welt waren Vernunft und Freiwilligkeit die Regierung
der Mehrheit, die Regierenden waren Leute, die nachdachten,
gehorchend regierten. Diese wahrhafte Welt war kein Traum
der Vergangenheit, nichts, was von unseren Vorfahren kam.
Sie kam aus der Zukunft, sie war der nächste Schritt,
den wir gehen würden. So kam es, daß wir losgegangen
sind, um zu erreichen, daß dieser Traum sich an unseren
Tisch setzt, unser Haus erleuchtet, in unseren Feldern wächst,
das Herz unserer Kinder erfüllt, unseren Schweiß trocknet,
unsere Geschichte heilt und für alle da ist."
Die Demokratie als Konsens und kollektive Beteiligung wird
eingefordert und ausgedrückt im Prinzip des "gehorchend
befehlen". "Es ist die Vernunft und der Wille der
guten Männer und Frauen, die beste Art des Regierens
und sich selbst Regierens zu suchen und zu finden. Was für
die Mehrheit gut ist, ist für alle gut. Aber die Stimmen
der Minderheit sollen nicht schweigen, sie sollen fortbestehen
und warten, daß das Denken und das Herz sich im Willen
der Mehrheit und der Ansicht der Minderheit vereinigen".(Kommuniqué der
EZLN vom 27. Februar 1994)
Das Neue im Bereich der Grundrechte ist die Forderung nach
dem Recht der Beteiligung von allen, bei gleichzeitigem
Recht auf Unterschiede, sei es auf dem Gebiet der Ethnie,
der sexuellen
Vorlieben, der sozialen Klasse, des Alters oder des Geschlechts.
Verteidigt wird eine Welt, in der alle Welten Platz haben.
In den ersten Kommuniqués werden die verschiedenen
Kämpfe in ganz Mexiko erwähnt und vorgeschlagen: "Wir
wollen, daß die Schritte von all jenen, die wahrhaftig
voranschreiten, sich in einem einzigen Schritt vereinigen" (Kommuniqué der
EZLN vom 25. Januar 1994)
Wege entwerfen zwischen Träumen und Worten
Seit dem zapatistischen Aufstand wurde die mexikanische
und internationale Zivilgesellschaft zur Señora Gesprächspartnerin
der EZLN. Wir dürfen nicht vergessen, daß der
Waffenstillstand, der 1994 von der Regierung angeordnet wurde,
zum großen Teil den Massendemonstrationen in Mexiko
und anderen Städten der Welt zu verdanken ist. In Mexiko
repräsentierte die Zivilgesellschaft, die im Umfeld
der Erdbebenkatastrophe von 1985 und später als Reaktion
auf den Wahlbetrug von 1988 entstanden ist, eine plurale
Kollektivität, die sich von den politischen Parteien
und der Regierung unterscheidet und eine wirkliche Demokratisierung
Mexikos anstrebt, in der sie eine entscheidende Rolle spielt.
Die Brieffreundschaft während des ersten Jahres
des Aufstandes umfaßt viele Bereiche: Die EZLN
pflegt Kommuniqués zu veröffentlichen, um
ihre Positionen über verschiedene Punkte festzulegen. "Wir
machen das so, damit das mexikanische Volk, das wir Zivilgesellschaft
nennen, unsere Gedanken direkt aus unserem Herzen kennenlernt." (Kommuniqué vom
5. Mai 1994)
In diesen Briefen beginnt
sie, die Form der Solidarität
zu entwerfen, die sie mit den Nichtregierungsorganisationen,
Gewerkschaften, Frauen, Studierenden, unabhängigen
Bauern- und Indígena-Organisationen etc. errichten
möchte. So finden wir im Antwortbrief an die UNAM-Studierenden
die Mahnung: "Wir wollen nicht, daß ihr
uns in die eine oder andere politische Richtung "zerrt".
(...) Ihr könnt kommen und uns etwas beibringen
und von uns lernen" (Kommuniqué vom 12. Februar
1994)
Der erste Dialog zwischen
der mexikanischen Zivilgesellschaft und der EZLN fand statt
in Form der Convención
Nacional Democrática (Nationaler demokratischer
Konvent) 1994; zu diesem Anlaß wurde das erste
Aguascalientes in La Realidad errichtet, das eben als
Ort des Zusammentreffens zwischen mexikanischer und internationaler
Zivilgesellschaft und den Zapatistas konzipiert ist.
Später kamen vier weitere hinzu: La Garrucha, Oventic,
Morelia und Roberto Barrios. (Das stimmt nicht ganz.
Das erste Aguascalientes war in Guadalupe Tepeyac und
wurde zerstört; das in La Realidad wurde erst mit
den anderen gebaut)
Amado Avendaño wurde im Dezember 1994 zum ersten
Gouverneur der Zivilgesellschaft "in Rebellion" ernannt
und behielt diesen Titel bis zum Jahr 2000. 1995 rief
die EZLN zur Nationalen und Internationalen Befragung
für den Frieden auf. Die Beteiligung von mehr als
einer Million Menschen zeigt die Sorge der öffentlichen
Meinung um das Geschehen in Chiapas. Die Mehrheit sprach
sich aus für die Umwandlung der EZLN in eine friedliche
und unabhängige politische Kraft. Und die Strategie
der Zapatistas wurde tatsächlich in diese Richtung
angepaßt.
1995 begannen die Gespräche von San Andrés
zwischen der mexikanischen Regierung und der EZLN, an
denen Teile der Zivilgesellschaft als Berater der EZLN
teilnahmen und auch den Sicherheitsgürtel zum Schutz
der Beteiligten bildeten. Die zapatistischen Vorschläge,
die in die Verträge von San Andrés über
Indigene Rechte und Kultur eingingen, griffen die Übereinkommen
des Nationalen Indigenen Forums auf. In diesem Forum
wurde die Einrichtung des Congreso Nacional Indígena
(Nationaler Indigener Kongreß) entschieden, der
heute noch einen großen Teil der indigenen Völker
Mexikos zusammenschließt. Das Forum über die
Reform des Staates (1996) hatte zum Ziel, Vereinbarungen
zwischen der EZLN und der mexikanischen Zivilgesellschaft
zu erreichen, die in der zweiten Dialogrunde zum Thema
Demokratie und Gerechtigkeit vorgestellt werden sollten.
In der 4. Deklaration aus
dem Lakandonischen Urwald wurde die Zivilgesellschaft zum
Aufbau der Zapatistischen
Front der Nationalen Befreiung (FZLN) aufgerufen, mit
dem Ziel, den politischen Kampf durch die Bildung einer
unabhängigen politischen Kraft fortzusetzen.
Nach dem Abbruch der Gespräche von San Andrés
Ende 1996 wurde der Marsch der 1.111 Zapatistas durchgeführt,
um sich an der 2. Versammlung des CNI in Mexiko-Stadt
zu beteiligen und die Umsetzung der Verträge von
San Andrés einzufordern. Zur Vorbereitung der
Befragung für die Anerkennung der Indigenen Rechte
und Kultur und für das Ende des Krieges (1999) fand
vorher das Treffen zwischen EZLN und Zivilgesellschaft
in San Cristóbal de las Casas statt.
Der Regierungswechsel nach
den Wahlen 2000 brachte die jüngste Mobilisierung und Zusammenkunft mit der
mexikanischen Zivilgesellschaft außerhalb des zapatistischen
Territoriums: den Marsch von der Farbe der Erde. In diesem
besuchten ein Teil der zapatistischen Kommandantur und
Subcomandante Marcos verschiedene mexikanische Bundesstaaten,
um die Gründe dafür darzulegen, daß als
Bedingung, die Gespräche mit der Regierung wiederaufzunehmen,
die Umsetzung der sogenannten Ley COCOPA gefordert wurde
(der Vorschlag einer Verfassungsreform über indigene
Rechte und Kultur, die die wichtigsten Übereinkünfte
der Verträge von San Andrés enthält).
Im vergangenen August riefen
die autonomen zapatistischen Bezirke die gesamte mexikanische
und internationale Zivilgesellschaft
zum Tod der “Aguascalientes” und der Geburt
der “Caracoles” (Schnecken) zusammen, um
die Beziehungen zur mexikanischen und internationalen
Zivilgesellschaft zu stärken.
Vom Lokalen zum Globalen: eine Hin- und Rückreise
Die Brücke zwischen der Zivilgesellschaft und der
EZLN ist zweigleisig, auf ihr bewegen sich die Vorschläge
und Antworten hin und her.
Durch das Internet wurden
Verbindungen geschaffen zwischen dem neozapatistischen Kampf
und den Kollektiven und Individuen,
die an irgendeinem Ort der Welt ihre Vorschläge
lasen. Seit dem Aufstand gab es Solidaritätsdemonstrationen
außerhalb Mexikos, die mit den Massendemonstrationen
am 14. Januar 1994 in Madrid und Paris begannen.
Später wurde die internationale Zivilgesellschaft
aufgerufen, sich am Ersten Kontinentalen Treffen für
die Menschheit und gegen den Neoliberalismus (4.-8. April
1996) zu beteiligen, das der Vorbereitung des Ersten
Interkontinentalen Treffens für die Menschheit und
gegen den Neoliberalismus vom 26. Juli bis 8. August
1996 diente (auch bekannt als “Intergalaktisches
Treffen”).
Aus den Diskussionen heraus
entstand unter anderem der Vorschlag, ein Netzwerk von unten
nach oben aufzubauen:
auf lokaler, bundesstaatlicher, nationaler und internationaler
Ebene, mit Organismen oder Knoten dieses Netzwerks, die
nach Konsensprinzip arbeiten und gehorchend regieren.
Auf ökonomischer Ebene wurde auf die Schaffung einer
wirtschaftlichen Alternative gesetzt, ausgehend von der
Wiedergewinnung von Grundprinzipien wie Würde, Solidarität,
Selbstverwaltung, Vielfalt und Kooperation und orientiert
an den integralen menschlichen Bedürfnissen. Außerdem
wurde entschieden, die Kämpfe für Demokratie
und Bürgerrechte in der sogenannten Ersten Welt
mit den Autonomiekämpfen der indigenen Völker
zu verbinden.
Eine Vielzahl von Vorschlägen wurde durch die internationale
Zivilgesellschaft aufgegriffen und weitergeführt.
So fand das Erste Kontinentale Treffen für die Menschheit
und gegen den Neoliberalismus seine Fortsetzung in einem
zweiten Treffen in Brasilien, das Zweite Interkontinentale
Treffen wurde im Juli 1997 in Spanien durchgeführt.
Aber über die einzelnen Treffen oder Foren hinaus
entstand durch die sogenannten Plattformen der Unterstützung
oder Solidarität mit den Zapatistas oder durch Partnerschaften
mit autonomen zapatistischen Bezirken ein dauerhaftes
Netzwerk von Solidaritätsgruppen mit dem zapatistischen
Kampf. Im vergangenen Jahr wurde in Madrid ein permanentes
Aguascalientes ausgerufen, das entsprechend jenen im
zapatistischen Gebiet einen Ort der Begegnung zwischen
denen schaffen wollte, die eine andere Art der Politik
in der Gesellschaft wollen.
Das Zusammenleben internationaler
Beobachter/innen für
mehrere Wochen oder Monate in den Zivilen Beobachtungscamps
in verschiedenen autonomen Bezirken hat einen wirklichen
interkulturellen Austausch ermöglicht. Es ist daher
nicht erstaunlich, daß im Kommuniqué “Chiapas:
die 13. Stele” ständig betont wird, daß das
bisher Erreichte nicht nur den zapatistischen Unterstützungsbasen,
sondern auch der mexikanischen und internationalen Zivilgesellschaft
zu verdanken ist.
Die Globalisierung der Hoffnung
Seit drei Jahren findet das Sozialforum von Porto Alegre
statt als ein Raum, in dem versucht wird, eine wirtschaftliche,
politische, soziale und kulturelle Alternative aufzubauen,
die die Millionen dieser Welt einschließt, die
aus unterschiedlichen Gründen marginalisiert sind.
Von Seattle, Washington,
Davos, Melbourne, Quito, Belem do Parà, Rom, Venedig, Prag, Istanbul, Porto Alegre,
Cancún, Quebec, Genua aus erklären die Zapatistas: ”wir
sind wie ihr.(...) Hinter unseren Pasamontañas
ist das Gesicht aller ausgeschlossenen Frauen. Aller
vergessenen Indígenas. Aller verfolgten Homosexuellen.
Aller verachteten Jugendlichen. Aller geschlagenen Migrant/inn/en.
Aller für ihre Worte und Gedanken Eingesperrten.
Aller erniedrigten Arbeiter. Aller durch Vergessen Gestorbenen.
Aller einfachen und gewöhnlichen Männer und
Frauen, die nicht zählen, die nicht gesehen werden,
die nicht genannt werden, die kein Morgen haben” (Kommuniqué der
Kommandantin Mayor Ana Maria, 27. Juli 1996)
Einige sind der Meinung,
daß der weltweite Widerstand
gegen die Globalisierung seinen Ursprung in den Protesten
gegen das Ministertreffen der Welthandelsorganisation
in Seattle 1999 hat. Dagegen weist die Journalistin Naomi
Klein (Autorin von No logo) darauf hin, daß der
Antiglobalisierungs- oder “altermundialistische” Kampf
(von span.-lat. alter mundo = eine andere Welt) bereits
am 1. Januar 1994 mit dem zapatistischen Aufstand begann
(La Jornada, 18. Mai 2002). Sie stimmt überein mit
Ignacio Ramonet, für den die zapatistische Rebellion
der erste Aufstand gegen die Globalisierung ist (Ramonet
2001, S. 24). In diesem Sinn bestätigte González
Casanova beim Zweiten Sozialforum von Porto Alegre, daß die
Proteste von Seattle undenkbar wären ohne den bewaffneten
Aufstand von 1994. Das Zusammenfallen der bewaffneten
Rebellion mit dem Inkrafttreten des Nordamerikanischen
Freihandelsabkommens NAFTA widerspiegelte die Unzufriedenheit
mit einer Politik, die weit von der Teilnahme und den
Interessen der indigenen Völker entfernt ist und
die darüber hinaus die Preise der Landwirtschaftsprodukte
negativ beeinflußt und damit die Bauern, die mit
den Preisen der nordamerikanischen Bauern nicht konkurrieren
können, immer mehr verarmen läßt.
Subcomandante Marcos betonte
kürzlich: “wir
glauben nicht, daß [die Antiglobalisierungsbewegung]
eine lineare Bewegung mit Ursachen und Folgen ist, noch
daß sie mit geographischen Faktoren und Kalendern
zu tun hat, d.h. daß zuerst Chiapas kam, dann Seattle,
später Genua und nun Cancún” (Muñoz
Ramírez, 2003, S. 287).
Er definierte den Neozapatismus
als “das Symptom
von etwas, das in Südamerika, in Nordamerika, Europa,
Asien, Afrika und Asien passiert, (...) das Symptom,
daß die Börsen, die isoliert und vergessen
waren, darum kämpfen, sich zu öffnen, aufzubrechen
und sich zu treffen, um Schluß zu machen mit dieser
Welt von Wertpapierbörsen und Börsen der anderen,
Börsen des Vergessens” (“Einige Worte über
unser Denken”).
Es ist sicher, daß die “altermundialistische” Bewegung
sich weiter konsolidiert und entwickelt von einer Protestbewegung
hin zu einer fordernden und konstruktiven Bewegung. Ihre
Charakteristika sind die Pluralität und die Heterogenität,
sie verteidigt die Politik “von unten” und
kombiniert die Übertretung und die direkte Konfrontation
mit dem Willen zu partizipativer Aktion. Sie verteidigt
die Universalität der Menschenrechte, überschreitet
nationale Grenzen und bewegt sich gleichzeitig außerhalb
der Institutionen, die von den repräsentativen staatlichen
Organen geschaffen wurden.
Ausgehend von der Notwendigkeit
eines positiven Friedens im chiapanekischen Gebiet teilt
SIPAZ diese Überzeugung,
im Gesicht des anderen sein eigenes Gesicht zu erkennen,
da alle der gleichen Menschheit angehören. Wir fungieren
als eine Brücke in zwei Richtungen, die die Reise
vom Lokalen zum Globalen erlaubt, indem sie den chiapanekischen
Konflikt nach außen sichtbar macht, aber gleichzeitig
vom Globalen zum Lokalen, durch unsere Präsenz,
die den Blick von Organisationen und Personen aus anderen
Teilen der Erde vertritt, die in diesem Gebiet präsent
sein möchten, um ihre Sorge um das Anhalten eines
Konflikts zu zeigen, dessen Lösung nicht in Sicht
ist.
BIBLIOGRAPHIE
La Jornada, Chiapas: el alzamiento, México, La
Jornada, 1994
Ramonet Ignacio, Marcos, La dignidad rebelde, Valencia,
Cybermonde, 2001
Le Bot, Yvon, El sueño zapatista, Barcelona, Anagrama,
1997
Subcomandante Marcos, Relatos del Viejo Antonio, México,
Centro de Información y Análisis de Chiapas,
1998
Michel Guillermo, “Votán Zapata. Filísofo
de la esperanza, México, Rizoma, 2001
Muñoz Ramírez, 20 y 10, El fuego y la palabra,
México, La Jornada, 2003
EZLN, Documentos y Comunicados, Ediciones Era, 1997
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Aktivitäten des SIPAZ Teams
SEPTEMBER BIS NOVEMBER 2003
Begleitung
- Im Oktober hatte die Puppenspielgruppe "Diversidad" eine
Vorführung in Tenejapa. Im November unternahmen
wir zwei Rundreisen, eine in Playa de Catazaja, die
andere in Salto de Agua (nördliche Zone). Außerdem
wurden Stücke in vier Stadtteilen San Cristóbals
aufgeführt..
- Im Oktober hatte SIPAZ Treffen mit Beratern und
NGOs in Mexiko-Stadt.
Interreligiöser Dialog
- Wir haben Versammlungen und Besprechungen mit
Religiösen
aus San Cristóbal de las Casas und der Gemeinde
Chenalhó im Rahmen des Projektes “Austausch
und Bildung zwischen religiösen Anführer
von Chenalhó und den Friedenskommissionen” durchgeführt
- Im Rahmen desselben Projekts gab es zwei Workshops
mit religiösen Akteuren aus Chenalho.
- Im September nahmen wir am ersten Workshop "Wege
des Zusammenlebens im religiösen Pluralismus" im
Institut für Soziale und Interkulturelle Studien
(INESIN) in San Cristóbal de las Casas teil.
Friedenserziehung
- Wir sind weiterhin Mitglied des Friedensnetzes,
einem Ort der Aktion und des Nachdenkens für eine
Unterstützung
im Friedens- und Versöhnungsprozeß auf
der Ebene der Organisationen und Gemeinden in Chiapas.
- Momentan wird das Vierte Treffen über Versöhnungserfahrungen
und Frieden vorbereitet, das im Januar 2004 stattfinden
soll.
- Wir nahmen teil an den Folgeversammlungen des
Zweiten Chiapanekischen Treffens über Neoliberalismus,
das in Nuevo Huixtan (Las Margaritas) stattfand. Ein
drittes
Treffen wird für März 2004 vorbereitet.
- Im Oktober und November wurden sechs Tagesseminare über
das Thema "Das Herz nähren für die
soziale Transformation" in den Räumen
von SIPAZ statt, die sich auf die Spiritualität
und Aktivismus sowie aktive gewaltfreie Kommunikation
konzentrierten.
- Wir veranstalten weitere Workshops über Friedenskulturen
und Menschenrechten mit Jugendlichen des Zentrums für
Gemeindeentwicklung (CEDECO) in San Cristóbal
de las Casas.
Kontakte und Information
- Wir empfingen Delegationen, Studenten und Journalisten,
um die politische Situation in Chiapas und die Arbeit
von SIPAZ zu präsentieren.
- Wir beteiligten uns an dem Workshop "Eine
Einführung
in die politische Einflußnahme", organisiert
von PROPAZ-Schweiz und dem Zentrum für Entwicklung
und Bevölkerungsaktivitäten Guatemalas in
San Cristóbal de Las Casas vom 4. bis 6. September.
Das Ziel war, die Kapazitäten der Organisationen
zu stärken, um die Entscheidungsfindung konkreter
Probleme zu beeinflussen.
- Wir hielten im Rahmen des ersten Seminars über
aktive Gewaltfreiheit am 4. und 5. Oktober, das von
Serpaj Mexiko, Greenpeace Mexiko, Cencos, Serapaz und
dem Gandhi-Kollektiv "Laßt
uns laut denken“durchgeführt wurde,
einen Vortrag über unsere Arbeit in Chiapas.
- Wir nahmen teil an den Konferenzen während
der Veranstaltung ”Die Gemeinde in der Debatte:
Reflexionen über
die Rolle der Gemeinde im heutigen Mexiko”, die
einberufen wurde vom Multidisziplinären
Forschungsprogramm Mittelamerika und Südosten
(PROIMMSE) des Forschungsinstituts der Nationalen
Autonomen Universität Mexiko (UNAM).
- Wir hielten im Rahmen der 13. Lascasianas-Tage
im November im Institut für Juristische Forschung
der UNAM in Mexiko-Stadt einen Vortrag mit dem Thema "Juristischer
Pluralismus und indigene Völker“.
- Wir nahmen teil an diversen
Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne EZLN 10/20:
Das Feuer und das Wort, sowohl
in Mexiko-Stadt als auch in Chiapas.
International
- Wir waren als Menschenrechtsbeobachter/innen bei
den Protesttagen und alternativen Foren, die gegen
das 5.
Ministertreffen der WTO vom 7. bis 14. September
in Cancún
organisiert wurden.
- Eine Freiwillige nahm Ende September in Guatemala
teil an einem Treffen von Mitarbeitern von CMC-Holland,
das
in Zentralamerika arbeitet.
- Eine Freiwillige des Teams in Chiapas machte eine
6-wöchige
Rundreise in die USA (siehe
Artikel),
wo sie über
die Situation in Chiapas und die Arbeit von SIPAZ informierte.
- Im Rahmen des Folgetreffens des Hemisphärenforums
gegen die Militarisierung, das im Mai stattfand, nahmen
wir an den Tagen für Entmilitarisierung vom 18.
bis 24. November in San Cristóbal de las Casas
teil.

Eine
Rundreise auf die andere Seite der Grenze...
Ein Teil der Arbeit von SIPAZ besteht
darin Besucher und Delegationen zu empfangen von denen
viele aus den USA kommen. Andererseits kommen auch Freiwillige,
um in Chiapas zu leben und zu arbeiten und eine Zeit lang
Erfahrungen auszutauschen bevor sie in die USA zurückkehren.
Außerdem besuchen uns MexikanerInnen, die in den
USA leben und nicht zu vergessen stammt die Mehrheit der
Organisationen, die an der SIPAZ Koalition teilhaben oder
in der Vergangenheit teilhatten, darunter einige Mitglieder
des Vorstandes, aus den USA.
Auf die Einladungen einiger dieser Kontakte
und Freundschaften eingehend, planten wir gemeinsam für Oktober und Anfang
November meine Reise in die USA. Dort besuchte ich acht
Bundesstaaten: Texas, Minnesota, Wisconsin, Illinois, Michigan,
Ohio, Kalifornien und Arizona, wo ich fast 50 mal die Situation
in Chiapas und die Arbeit von SIPAZ in öffentlichen
Vorträgen, Schulen, Universitäten, Fabriken,
Kirchen und Gemeinschaftsradios vorstellte.
Dieser Besuch erlaubte mir nicht nur, über unsere
Arbeit und die Situation in Chiapas zu informieren, er
erwies sich auch als reichhaltiger und abwechslungsreicher
Austausch von Erfahrungen, Träumen und Ideen zur Weiterarbeit
an einer bessere Welt.
Grenzbegegnungen, globale Probleme
In meinen Vorträgen über Chiapas
erwähne
ich das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) als
einen Auslöser für den Aufstand im Januar 1994.
In El Paso, Texas, besuchte ich ein Haus für Immigranten
und ein Zentrum für Arbeiterinnen. Ein Mexikaner erzählte
mir: "Früher gab es viele Textilfabriken. Viele
MexikanerInnen verdienten gut in diesen Fabriken. Mit NAFTA
sind die "Maquiladoras“ nach Nordmexiko abgewandert
und haben große Arbeitslosigkeit hinterlassen. Sie
haben den Mexikanern die Arbeit für weniger Lohn gegeben.
Jetzt ziehen sie nach Mittelamerika und Asien und hinterlassen
eine abhängige Ökonomie und eine kaputte Umwelt.“
Im Haus für Immigranten traf ich viele Nordmexikaner
ohne gültige Papiere, die die Grenze überqueren
um Arbeit zu suchen und vom Erfolg träumen. Sie erzählten
mir, dass nach den Anschlägen auf das World Trade
Center am 11. September 2001, die Kontrollen an den Grenzen
stark zugenommen haben und, dass die "Border patrols“ (der
Grenzschutz) militärische Waffen tragen und auch schon
Menschen umgebracht haben, unter anderem einen Jugendlichen
direkt vor jenem Haus. Es gibt viele solche Geschichten,
die man hier an der Grenze hört und die die Tausenden
von MexikanerInnen abschrecken würden, die im Moment
davon träumen oder schon auf dem Weg sind sich eine
bessere Zukunft im Norden zu suchen. In
Nogales, Arizona wird die Grenze zwischen Mexiko und den
USA durch eine Mauer markiert, mich erinnert das an andere
Bilder und Zeiten in meinem eigenen Land, Deutschland. Über
diese Mauer kommen viele Menschen ohne Papiere in die Wüsten
von Texas und Arizona, weit weg von den Städten. Viele
von ihnen sind schon gestorben auf der bis zu 80 Kilometer
langen Wanderung: sie sind verdurstet.
In die Universität von Austin, Texas, kam ich genau
richtig zu einem Besuch des mexikanischen Präsidenten,
Vicente Fox. Ein Grossteil des Publikums bestand aus mexikanischen
ImmigrantInnen. Fox redete hauptsächlich über
seine Lobbyarbeit hinsichtlich der Immigrationspolitik
in den Regierungen der an Mexiko angrenzenden Bundessstaaten.
Rückendeckung gab er auch den arbeitenden ImmigrantInnen:
die Dollars, die jene an ihre Familien schicken, repräsentieren
das größte ökonomische Einkommen Mexikos.
Er erntete viel Applaus. Es gab aber auch Leute im Saal,
die im Protest Transparente hoch hielten. Auf ihnen stand: "Mord
an Frauen in Juárez“, "Verträge
von San Andrés“, "Das Versprechen, die
Probleme von Chiapas in 15 Minuten zu lösen“, "EZLN“.
Als die Rede vorbei war, ging die Diskussion unter den
Anwesenden weiter. Und es sind nicht alle der gleichen
Meinung, abgesehen davon merkt man auch einen sozialen
Unterschied zwischen denen, die schon lange hier leben
oder sogar in den USA geboren sind und denen, die erst
kürzlich aus allen Teilen Mexikos hier angekommen
sind.
Die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Mexiko und
dem "Großen Bruder“ im Norden bringen
mich zu dem Schluss, dass die Mauern (im wörtlichen
und übertragenem Sinn) keine langfristige Lösung
sein können. Diese gegenseitige Abhängigkeit
ist eine Tatsache und der Immigrationsdruck aus dem Süden
wächst weiter (auch von weiter südlich als Chiapas,
der südlichen Grenze Mexikos) und zwar durch den ökonomischen
Schaden, den die Menschen in diesen Regionen erleiden.
Gemeinsame Kämpfe und solidarische Antworten
In Tucson, Arizona traf ich Freiwillige, die in der Gruppe "Human
Borders“ (Menschliche Grenzen) organisiert sind und
Wasser in die Wüste bringen, um Leben von ImmigrantInnen
zu retten. Andere bringen Kleidung und Lebensmittel in
das Grenzdorf Altar. Die Gruppe "Borderlinks“ in
Tucson organisiert Delegationen, um die Situation an der
Grenze kennen zu lernen und mit den "border patrols“,
der Immigrationsbehörde und Mexikanern auf beiden
Seiten der Grenze zu sprechen. In El Paso, Texas und Juárez
im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua gibt es "shelters“,
Häuser für Frauen und Immigranten. Sie werden
von Freiwilligen betrieben und aufrecht erhalten und finanzieren
sich durch Spenden und Essensreste, von denen es in dieser Überflussgesellschaft
genug gibt. Es gibt dort Menschen, die sehr engagiert dem
Nächsten helfen, sei es der Obdachlose aus dem eigenen
Land oder der Immigrant, der kommt, um zu überleben.
Tucson ist die Wiege des “Sanctuary Movement” die
traditionell Kriegsflüchtlingen aus Mittelamerika
geholfen hat, indem sie ihnen Schutz bot und ihnen zu der
Möglichkeit verhalf gehört zu werden. Außerdem
haben sie versucht, dass Amerikanische Volk "aufzuklären“,
davon ausgehend, dass ihr Land große Verantwortlichkeit
an jenen Kriegen hatte. Diese Zielsetzung stellt eine große
Herausforderung dar, denn es geht darum, neben Hilfeleistungen
und Wohltätigkeit, zu erkennen, dass Länder der "Ersten
Welt“ einerseits Teil des Problems, aber auch Teil
der umfassenden Lösungen sind, die hier benötigt
werden. Ich treffe aber auch auf Kämpfe, die wir gleichermaßen
in Mexiko austragen, insbesondere jene gegen ökonomische
Megaprojekte wie NAFTA und ALCA (Amerikanische
Freihandelszone) und die Instanzen, die diese vorantreiben, wie die WTO,
die Weltbank etc. Ich lerne Leute kennen, die zu Gunsten
der Menschenrechte der ImmigrantInnen nach Washington reisen
oder an den Protesten gegen ALCA in Miami teilnehmen werden
und andere, die Briefe schreiben oder permanenten Druck
auf ihre Repräsentanten im Abgeordnetenhaus ausüben.
Sie sagen mir, dass das nicht einfach sei, da die großen
Unternehmen genau das selbe tun würden, um ihre Geschäfte
weiterführen zu können, jedoch mit viel umfangreicheren
Ressourcen.
Viele Militärs aus Mexiko und anderen Lateinamerikanischen
Ländern werden in Militärschulen in den USA ausgebildet.
Jedes Jahr werden große Proteste gegen die “School
of the Americas” und andere Militärschulen organisiert.
Viele Aktivisten wurden für die Teilnahme an diesen
Aktivitäten bereits hinter Gitter gebracht. Im November
diesen Jahres wird diese Süd-Nord-Solidarität
deutlich, wenn am gleichen Tag überall auf dem Kontinent
und vor der "School of the Americas“ antimilitaristische
Demonstrationen stattfinden werden.
Und was habe ich mit all dem zu tun?
Mehrere Male wurde ich eingeladen, um in Highschools und
Universitäten zu reden, wo sich die Kinder und Jugendlichen
mehr für meine eigene Geschichte interessierten. "Warum
hast du dich entschieden dieses Leben zu leben?“ "Warum
gefällt dir das?“ "Hast du keinen Ehemann,
keine Kinder...?“ Andere fragen, was sie als Jugendliche
in den USA und außerhalb ihres Landes machen können.
In einigen Schulen und Universitäten werbe ich dafür
Delegationen zu organisieren, um das Leben der indigenen
Bevölkerung in Chiapas aus erster Hand kennen zu lernen.
Auf den ersten Blick ist in den USA
alles groß,
die Straßen, die Autos, die Menschen... Und dann
bemerkt man den Überfluss und wie die Rohstoffe gedankenlos
verbraucht werden, sei es Wasser oder Benzin, Telefon oder
Essen. Ich stelle mir vor, dass es schwer ist, hier zu
verhungern, die Armen ernähren sich von dem, was die
anderen übrig lassen. "To have fun“, Spaß zu
haben, scheint das wichtigste zu sein. Viele Menschen achten
auf ihren Körper, sei es im Fitnesscenter oder indem
sie irgendwohin fahren (im Auto!), um zu joggen. Es hat
den Anschein, als ob viele lediglich dafür arbeiten,
Geld zu haben und es für Vergnügungen auszugeben.
Eine politisch aktive Freundin beschreibt das so: "
Die Mehrheit der Gringos lebt in einer Kiste, von wo
aus sie
ihre Arbeit, ihre Dollars und ihr Vergnügen betrachten...
Aus dieser Kiste herauszukommen und sich die Welt anzusehen,
bedeutet zu handeln. Das Schwierige ist, die restlichen
Leute auch aus dieser Kiste herauszuholen. Wenn das zu
schnell passiert, erschrecken sie sich und gehen sofort
wieder zurück...“
Ich, die ich auch aus einem Land der
Ersten Welt komme, finde mich also vor der großen Aufgabe wieder, die
uns im Norden noch bevorsteht. Ich erkenne, dass wir alle
in einem Boot sitzen, dem Planeten Erde. "Was machen
wir und was können wir noch alles tun?“ Eine
Aufgabe die wir auch mit vielen Menschen in den USA teilen.  |