Mexikanischen Netzwerk zum Aufbau des Friedens

a. Wie ist es entstanden ?

Seit der Entstehung des Lateinamerikanisches Netzwerk zum Aufbau des Friedens haben sich mehrere mexikanische Organisationen miteinander verbunden. Jedoch erreichten sie nicht ein formelles breites mit dem Prozeß verbundenes Netzwerk zu schaffen.

Der bewaffnete Aufstand in Chiapas hatte viel Solidarität erreicht. Von selbst entstanden zwei große Prozesse der Übereinstimmung auf nationaler Ebene: Espaz (Ziviler Raum für Frieden) und die Mission für Frieden. Seinerzeit entwickelten sie wichtige Friedensinitiativen nationalen Charakters und erstellten Materialien der Friedenserziehung für eine Kultur des Friedens, den Respekt der Unterschiede und die Einbeziehung aller.

Seit 1999 verließen Chiapas und das Thema des Friedens ihren zentralen Platz in den Anstrengungen der Zivilgesellschaft. Mit der Zeit und zum großen Teil wegen der Enttäuschung über den “Demokratische Weg” nahmen einige Organisationen das Thema des Friedens wieder auf. Der Begriff Frieden soll eine Schlüsselfunktion für verschiedene nationale Prozesse, aus einem viel breiteren Konzept heraus stellen.

Die Organisation Dienste und Beratungen für Frieden (SERAPAZ, die aus der Nationalen Kommission für Mediation CONAI entstand, welche zwischen der mexikanischen Regierung und dem Zapatistischen Heer Nationaler Befreiung, EZLN, vermittelte) begann verschiedene Initiativen mit dem Konzept des Friedens als “Verwandlung sozialer, wirtschaftlicher, politischer und kultureller Verhältnisse in gerechtes, demokratisches und würdiges Zusammenleben, mit Ausübung aller individuellen und gemeinschaftlichen Rechten” zusammen zu bringen.

Am 5. Und 6. März 2004 lud SERAPAZ gemeinsam mit anderen Organisationen aus Mexiko Stadt zu einem workshop “Schaffung eines nationalen Bezugs zum Frieden” ein. Das generelle Ziel dieser Initiative war: “eine Strategie des Friedens in Mexiko vom nationalen Bezug auf Verbindungen zu internationalen Prozessen zu erarbeiten”. Die speziellen Ziele waren:

  • Die aktuellen Herausforderungen für den Aufbau des Friedens in Mexiko identifizieren
  • Die Lehren aus der entwickelten Arbeit ziehen
  • Den Arbeitsplan für Frieden, mit nationalen und regionalen, lateinamerikanischen und internationalen Inhalten, erstellen.
  • Eine Fördergruppe für das mexikanische Netzwerk aufzubauen.
  • Den Sinn des Netzwerkes und der Fördergruppe definieren

Die TeilnehmerInnen (siehe nächsten Punkt) waren sich darüber einig, das es wichtig sei eine Bewegung für Friedensaktionen im Einklang mit neuen Gegebenheiten wiederzuerwecken, und dabei die nationalen Beziehungen zu begreifen. Das Netzwerk soll offen sein und alle unterschiedlichen Gruppen miteinbeziehen.

In der folgenden Sitzung (Juli) wurden Fortschritte bei der Ausarbeitung eines Strategieplanes gemacht (siehe im Folgenden).

b. Aktuelle Mitglieder

Seit August 2004 hat sich das Netzwerk für Frieden (Chiapas) dem Mexikanischen Netzwerk des Aufbaus des Friedens angeschlossen. Außerdem beteiligen sich am mexikanischen Netzwerk folgende Organisationen:

AUS MEXIKO STADT (einige arbeiten in anderen Bundesstaaten)

  • Alianza Cívica Mexiko Stadt
  • Das Menschenrechtszentrum Fray Francisco Vitoria
  • Das nationale Zentrum für soziale Kommunikation (CENCOS)
  • Interkonfessionelle Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Leben
  • Mexikanische Kommission für die Verteidigung und Förderung der Menschenrechte
  • Rat der Erwachsenenbildung in Lateinamerika (CEEAL)
  • Jugend in alternativem Widerstand
  • Bewegung für Frieden mit Gerechtigkeit und Würde
  • Frauen für den Dialog
  • Nationales Netzwerk von zivilen Organismen für Menschenrechte “Alle Rechte für alle”
  • Internationales Sekretariat für Solidarität mit Lateinamerika (SICSAL)
  • Dienst für Frieden und Gerechtigkeit (SERPAJ)
  • Dienst und Beratung für den Frieden (SERAPAZ)

AUS OAXACA

  • Rat der Indigenen Oaxacas, Ricardo Flores Magón (CIPO-RFM)

Es wurde ein “Kern” gebildet mit dem aktuellen Ziel die Beschlüsse von Sitzungen und Treffen zu verfolgen.
Dieser hat keine Führungsfunktion. Er versucht die Kommunikation zwischen den Sitzungen zu erleichtern

c. Visión und Perspektiven

Im workshop im Juli 2004 wurde die Zukunftsvision des mexikanischen Netzwerkes beschlossen. Diese sei: “Aufbau eines Friedens mit Gerechtigkeit und Würde, indem an den strukturellen und kulturellen Ursachen der Konflikte auf nationaler und lokaler Ebene gearbeitet wird.”

d. Misión und Ziele

Einen breiten einflußreichen nationalen Raum festigen welcher zum Aufbau des Friedens mit Gerechtigkeit und Würde dienen soll.

e. Allgemeine Ziele

  • Unsere Arbeitskapazitäten mit den sozialen Akteuren im Konflikt stärken, durch Beratung, Ausbildung und die Suche nach Mechanismen der Begleitung.
  • Die Kapazitäten der im Netzwerk vertretenen Organisationen stärken, durch Austausch von Erfahrungen (interne Arbeit)
  • An Initiativen, Bewegungen und anderen Aktivitäten in Beziehung zum Friedensprozeß teilnehmen.

f. Arbeitsbereiche und durchgeführte Aktivitäten

Die ersten beiden Zeiträume dienten der Definition einer Strategie. Der “Kern” hat mehrere Aktionen verfolgt: siehe den Punkt über das lateinamerikanische Netzwerk zum Thema internationaler Umfragen über die Rolle der Zivilgesellschaft in der Vorbeugung bewaffneter Konflikte, als Beispiel. Die konkreten Aktivitäten wurden auf 3 Jahre vorgeschlagen um in folgenden Bereichen vorwärts zu kommen.

1. Einen nationalen Bezug zum Frieden aufbauen

Vor der Realität des bewaffneten Konflikt in Chiapas und der sozialen und politischen Konfliktivität, ist es notwendig eine nationale Stellungnahme zu erarbeiten, welche die Organisationen mit einem Plan und spezieller Arbeit für Frieden verbindet.

  • Es sollte ein Freiraum für Analyse, Austausch, Information, Bildung, Ausdruck und den Aufbau neuer Beziehungen zwischen den sozialen Akteuren sein, welcher nicht Aktionen verdoppelt, oder neue Arbeits- und finanzielle Belastungen für die TeilnehmerInnen schafft.
  • Ein breiter offener Bezugspunkt, welcher die verschiedenen Probleme, Akteure und Pläne in einer Bewegung der Aktionen für Frieden, im Kontext neuer Realitäten, einschließt.
  • Mit der Anerkennung und Wertschätzung der unterschiedlichen Rollen und Beiträge der aktuellen Arbeit der Organisationen, die Gabe der Formen von Organisation agil und flexibel einsetzen um die Kommunikation und die Einhaltung der Aufgaben gemeinschaftlich voran zu bringen.
  • Es sollten lokale Initiativen regionale Prozesse zum Austausch von Erfahrungen begleiten, und Kenntnisse aus konkreten Erfahrungen gewinnen und ausdrücken, sowie lokale nationale, regionale und internationale Dimensionen der Arbeit für Frieden miteinander verbinden.

2. Einen gemeinsamen konzeptionellen Rahmen für Frieden und das Aufzeigen von Struktureller Gewalt erstellen.

  • Das Friedenskonzept und unsere Strategien des Friedens neu definieren
  • Den Bezug des Friedens zu Menschenrechten, Gerechtigkeit, Solidarität, Vorbeugung und Bearbeitung von Konflikten neu definieren.
  • Den zivilen Beitrag für den Aufbau des Friedens evaluieren und systematisieren. Informationen und strategische Produkte auf der Basis von Erfahrungen erarbeiten.

3. Eine gemeinsame Strategie für die Begleitung sozialer Prozesse und Konflikte und die Weitergabe von Kenntnissen, entwickeln

  • Ständige Analyse der Veränderungen im politischen Kontext, genau wie der Konfliktivität der speziellen Prozesse um Strategien zu definieren die zu einer angemessenen Lösung führen. Die konfliktiven Situationen vorraussehen, die zu gewalttätigen Konflikten führen können. Erfahrungen anderer Länder, vor allem in Lateinamerika kennen lernen und auswerten.
  • Eine Strategie der Unterstützung sozialer Akteure in Konflikten entwickeln, um eine wirksame Antwort zu finden, die auf mittlere und lange Sicht zur Verhinderung oder Bearbeitung der sozialen Konflikte dient. Prozesse des Dialogs und Verhandlungen für eine politische Lösung der Konfliktursachen aufzeichnen. Freiräume für Dialog der unterschiedlichen Akteure schaffen und vermitteln.
  • Mit Hilfe der Entwicklung von Kenntnissen in Analyse, Vorbeugung, ziviler Konfliktbearbeitung, Mediation, Verhandlungen, Dialog etc Freiräume für die Ausbildung von Friedensakteuren schaffen, sowie die Arbeit für eine Kultur des Friedens zu stärken.

4. Gemeinsame Stellungnahmen mit anderen Netzwerken und Aufbau neuer Formen und Beziehungen

  • Gemeinsame Stellungnahmen mit nationalen, lateinamerikanischen und internationalen Netzwerken. Aus den lateinamerikanischen Prozessen lernen und damit unsere Erfahrungen bereichern.
  • Andere Pläne zum Thema Frieden bekannt machen

5. Den Konflikt in Chiapas bekannt machen

  • Die Situation des Krieges in Chiapas bekannt machen.
  • Öffentliche Präsenz und Einfluß gewinnen durch die Arbeit des Dialogs, politischen Drucks, und die Nutzung der Kommunikationsmedien um den Frieden aufzubauen.
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