Oaxaca: wichtige Daten
In dieser Chronologie geht es nicht darum, die ganze Geschichte Oaxacas abzuhandeln, sondern viel mehr einige Hauptelemente darzulegen, um die jüngsten Ereignisse verstehen zu können.
Indigene Wurzeln
Die Geschichte indigener Gruppen in Oaxaca geht zurück auf etwa 10000 Jahre v.Chr. mit der Ankunft erster nomadischer Gruppen im zentralen Tal (Valles Centrales) Oaxacas. Die ältesten Anzeichen, welche im Tal von Oaxaca die Domestizierung des Mais belegen, stammen von 5000 v.Chr., und die der Bohnen etwa 3000 oder 4000 v.Chr. Mit diesem Anbau kam es zum endgültigen Übergang vom nomadischen und halbnomadischen zum sesshaften Leben.
Zwei große Zivilisationen kennzeichneten die präkolumbinische Geschichte von Oaxaca. Die zapotekische Zivilisation blühte von 300 v.Chr. an, ausgehend vom Gebiet von Monte Albán. Um 1200 drang die mixtekische Zivilisation ein, ehe sie sich dann im 15. und beginnenden 16. Jahrhundert mit den Eroberungsversuchen der Azteken auseinandersetzen musste.

Von 1520 an unterwarfen die Spanier unter Ausnutzung der lokalen Feindseligkeiten das Gebiet von Oaxaca. Die Völker der Gebirgszüge (hauptsächlich Zapoteken und Mixteken [Mixes]) übten den stärksten Widerstand. Auf der anderen Seite wurden die indigenen Bevölkerungen durch Krankheiten wie Pocken dezimiert. In der mixtekischen Region (westlich von Oaxaca) veränderte sich die Zahl der ursprünglichen Bevölkerung von 700000 zum Zeitpunkt der Conquista zu 25000 im Jahre 1700.
Während der Kolonialzeit bildeten sich die Regierungsstrukturen und kulturellen Muster, welche bei den indigenen Gruppen fortbestehen, Ergebnis einer Vermischung vorspanischer und kolonialer Kulturelemente. Diese Kulturen haben ihrerseits eine große Wechselhaftigkeit gezeigt, sich angemessen zu verhalten und anzupassen angesichts der Veränderungen der letzten fünf Jahrhunderte. Die Undefiniertheit formaler Grenzen zwischen den Gebieten der unzähligen indigenen Dorfgemeinschaften zu jener Zeit im (heutigen) Bundesstaat Oaxaca ist hoch immer eine Quelle der Konflikte auf dem Land.

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3. Februar 1824
Gründung des Bundesstaates Oaxaca 
1858-1872 ein Mann aus Oaxaca wird Präsident der Republik
Benito Juárez, Schlüsselfigur in der mexikanische Geschichte, ist Indigener aus Oaxaca zapotekischen Ursprungs 

Anfang des 20. Jahrhunderts:
Die Oppositionellen und Systemkritiker, Ricardo und Enrique Flores Magón, zwei Brüder in Oaxaca, gründeten die Zeitung Regeneración, eines der wenigen gedruckten Medien, wo direkt die Diktatur des Porfirio Díaz (welcher sicher auch aus Oaxaca stammt) angegriffen wurde. In ihrer Zeit gewann das Anliegen der Magóns (die „magonistische“ Sache) Anhänger in ganz Oaxaca und hat zum heutigen Zeitpunkt nach wie vor Einfluss im Staat. 

(1962-1968): Regierung von Rodolfo Brena Torres (PRI)
1. November 1965: Die staatliche Kriminalpolizei wurde geschaffen, wobei ein Teil des Personals des bis dahin so genannten Geheimdienstes dort integriert wurde.
März 1967: Über eine Resolution des Präsidenten werden 28 Dorfgemeinschaften aus Chiapas in 594 Hektar der Region von Chimalapas angesiedelt, einem historisch zu Oaxaca gehörendem Gebiet. Es beginnt ein Konflikt, der bis heute ungelöst ist.

(1968-1970): Regierung von Víctor Bravo Ahúja (PRI)
1. Dezember 1968: Víctor Bravo Ahúja nimmt sein Amt ein. Kaum zwei Jahre später verließ er die Bundesstaatsregierung, um die Stelle im Sekretariat der öffentlichen Bildung der föderalen Regierung von Luis Echeverría zu bekommen.
Während der Amtszeit von Víctor Bravo Ahúja kam es zu einer Annäherung zur lokalen Unternehmerschaft über Steueranreize und die Eingliederung einiger von ihnen in sein Kabinet und in die PRI.
(1970-1974): Regierung von Fernando Gómez Sandoval (Übergangsregierung, PRI)

(1974-1977): Regierung von Manuel Zárate Aquino (PRI)
Bei seiner Amtseinführung achtete der Gouverneur darauf, dass eine harte Politik ausgeübt wurde gegenüber den Agrar-Konflikten, der Entstehung von Gewerkschaften und Streiks, welche die studentische und populare Organisierung im Bundesstaat anregte, in der die Führungspersonen der Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca eine herausragende Rolle spielten.
1977 weitete sich der zunächst nur universitäre Konflikt auf die Gesellschaft von Oaxaca überhaupt aus, da andere soziale, Arbeits-, Agrar- und politische Konflikte mit ins Spiel kamen, wie z.B. der Arbeiter-Konflikt in den Unternehmen Oaxaca-Pacífico y Estrella del Valle wo es einen Streik gab, die Tariferhöhungen der Transportmittel in der Landenge in Oaxaca, die Festnahme von Bauernführern und städtischen (precaristas), usw.. Es bildete sich ein Szenario der Unregierbarkeit, das von starker sozialer Polarisierung geprägt war.
Im Februar 1977 wurde in Juchitán eine Demonstration niedergeschlagen. Eine Reihe von Bauern wurde ermordet. In San Juan Lalana ermordete die (bundes)staatliche Polizei Bauern, welche vor dem städtischen Gefängnis wegen der Festnahme einiger Personen aus der Bevölkerung protestierten. Angesichts der chaotischen Situation, die der Staat Oaxaca erlebte, schickte der Bundeskongress eine Kommission von Gesetzgebern dorthin, um die Situation detailliert kennenzulernen. Am 2. März 1977, als sich diese Kommission noch immer in Oaxaca befand, wurde eine Demonstration von Universitätsbesuchern und Arbeitern durch die Polizei niedergeschlagen, welche unterschiedslos auf die Teilnehmenden schoss und zwei Tote und zig Verletzte hinterließ. Am 3. März wurde die Stadt praktisch vom Militär besetzt. Die Bundesregierung ordnete an, den Gouverneur und die Universitätsrektoren, unter ihnen Martínez Soriano (einen Akteur, der in den darauffolgenden Jahrzehnten, einschließlich der Krise von 2006 wiedererscheinen sollte), zu entlassen. Die Bundesregierung veranlasste dann die Ernennung eines Übergangs-Gouverneurs, des Generals Eliseo Jiménez Ruiz, für die Cámara Local de Diputados.

(1977 – 1980): Regierung des Eliseo Jiménez Ruiz (Übergangsregierung – PRI)
Der zum Übergangsgouverneur gewählte General, Eliseo Jiménez Ruiz, hatte in der Vergangenheit im Bundesstaat Guerrero die Guerrilla des Lucio Cabañas zerschlagen (siehe auch die historischen Daten von Guerrero). Er wird beschuldigt, in Oaxaca einen Großteil seiner Methoden eingeführt zu haben, v.a. den irregulären Repressionsapparat, bekannt als die Weiße Brigade (Brigada Blanca, die besonders in den Jahren 1977, 78 und 79 aktiv war), welche “Subversive” im ganzen nationalen Gebiet verfolgte.
Es wurden Tausende von Bürgerinnen und Bürgern außergerichtlich festgenommen; einige wurden hingerichtet, und andere bleiben verschwunden. Das war ein Teil von dem, was man “den Schmutzigen Krieg” (in den 60er und 70er Jahren) zu nennen pflegt. 
(1980-1985): Regierung von Pedro Vázquez Colmenares (PRI)
Pedro Vázquez Colmenares erreichte es, eine entscheidende Rolle in der Eindämmung der Volksbewegungen zu spielen. Auch schuf er sieben Regierungsdelegationen, für jede Region eine, um die Exekutive zu repräsentieren und die Regierungsinstanzen näherzurücken, hauptsächlich die Stadträte, um ihnen rechtliche, technische, administrative und finanzielle Hilfestellungen zu geben, aber auch um Anfragen, Vorschläge, Empfehlungen und Klagen von der Zivilgesellschaft zu empfangen. Er spielte eine wichtige Rolle im Tourismusprojekt Bahías de Huatulco. Er legte sein Amt nieder, nachdem er zum Generaldirektor von Flughäfen und Hilfsdiensten ernannt wurde. 
(1985-1986): Regierung von Jesús Martínez Álvarez (PRI)
1985 wurde Jesús Martínez Álvarez, der Bundesabgeordneter war, zum stellvertretenden Gouverneur Oaxacas ernannt. 
(1986-1992): Regierung von Heladio Ramírez López (PRI)
Heladio Ramírez López ist mixtekischer Abstammung und war lange Mitglied der PRI. Sein politisches Leben begann in den bäuerlichen Arbeitszusammenhängen der PRI. 1976 wurde er zum Bundesabgeordnete gewählt. Von 1982 bis 1986 war er Senator und von 1986-1992 Gouverneur des Staates Oaxaca. Es waren sechs Jahre “scheinbarer Ruhe”. Dennoch wurde angeprangert, dass er allmählich ein Netz aus Begünstigungen und Komplizenschaften spann.
August 1990: Der Gouverneur des Staates stellte vor der Abgeordnetenversammlung seinen Entwurf für Reformen bzgl. indigener Rechte vor.
1991: Die Bewohner von Dorfgemeinschaften in Chimalapas begannen einen Prozess der Versöhnung (Konfliktlösung) im Agrarbereich und luden dazu die Ejido-Bauern aus Chiapas dazu ein, (comuneros) zu werden.

(1992-1998): Regierung von Diódoro Carrasco Altamirano (PRI)

27.Januar 1993: Schaffung der staatlichen Menschenrechtskommission in Oaxaca.
1994: es wird das Windkraftwerk in der Landenge von Tehuantepec errichtet.
30. August 1995: Der Staatskongress bewilligt die Reform des Kodex politischer Institutionen und des Wahlvorgehens, um die indigenen Bräuche anzuerkennen.
28. Juni 1996: Am 28. Juni 1996 geht in Guerrero in Erinnerung an das Massaker in Aguas Blancas eine bewaffnete Gruppe hervor, das “Revolutionäre Volksheer”, Ejército Popular Revolucionario (EPR). Um die 100 bewaffnete und vermummte Männer und Frauen machen ihr 'Manifest von Aguas Blancas' bekannt, wo sie anprangern, dass die “institutionalisierte Gewalt” unverändert geblieben sei seit den Zeiten von Lucio Cabañas Barrientos und Genaro Vázquez Rojas und erklären, dass sie die Waffen gegen die Ausbeutung und die Unterdrückung ergriffen haben: “Angesichts der institutionalisierten Gewalt ist der bewaffnete Kampf ein legitimes und notwendiges Mittel des Volkes, um die Volkssouveränität wieder einzusetzen und den Rechtsstaat wiederherzustellen”. Eine ihrer Hauptforderungen ist die Gerechtigkeit. Am selben 28.6. kommt es in der Nacht zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe des EPR und staatlichen Kriminalpolizisten in Zumpango del Río. Drei Polizisten werden verletzt.
29. August 1996: Zwei Monate nach dem ersten öffentlichen Erscheinen in Aguas Blancas, Guerrero, verübt das EPR Angriffe in La Crucecita, Huatulco, Oaxaca und fünf anderen Bundesstaaten.
1996: Dieser Zusammenstoß sollte als Vorwand dienen, um die Repression gegen die Indigenen der Region Loxicha im Südlichen Bergland, Sierra Sur, Oaxacas zu rechtfertigen: es wird geklagt über willkürliche Festnahmen, gewaltsames Verschwindenlassen, Mord, Raub, Vergewaltigen von Frauen, Feindseligkeiten gegen unbewaffnete Bewohner, indem diese mit einer Unzahl von Vergehen auf Bundesebene/gegen die föderale Ordnung in Verbindung gebracht und einer angeblichen Verbindung mit dem EPR beschuldigt wurden. Sozialen Organisationen zufolge gab es in den darauffolgenden Jahren mindestens 200 illegale Festnahmen, 150 Fälle von Folter, 32 illegale Hausdurchsuchungen, 22 außergerichtliche Hinrichtungen, 22 Fälle gewaltsamen Verschwindenlassens, 137 aus politischen und Gewissensmotiven Eingesperrte, und eine unbestimmte Zahl von Fällen sexuellen Missbrauchs, Feindseligkeiten, Todesdrohungen und irreguläre Strafprozesse.
18. Dezember 1996: In der zapotekischen Dorfgemeinschaft Asunción Lachixila, Bezirk Santiago Camotlán, in der Gegend Bajo de la Sierra Juárez, wird eine gewaltsame polizeilich-militärische Operation durchgeführt. Mehr als 300 militärische Truppen, (judiciales federales) und Schutzpolizisten drangen mit 38 Fahrzeugen, mit drei schwerbewaffneten Hubschraubern in diese und benachbarte Dorfgemeinschaften ein, welche alle Mitglieder der Unión Indígena Zapoteca Chinanteca Emiliano Zapata (UIZACHI-EZ) sind, zerstörten Häuser, schlugen Frauen und Alte und nahmen ohne System sieben Bauern dieser Bevölkerung fest.
Seit dem 10. Juni 1997 führen die Ehefrauen, Mütter und Kinder der Gefangenen von Loxchila unter dem Regierungspalast der Stadt Oaxaca eine Sitzblockade durch, um eine unparteiliche Einführung der Gerechtigkeit zu fordern, wie auch die Bestrafung der Verantwortlichen für die illegalen Festnahmen und die außergerichtlichen Hinrichtungen.
8. Januar 1998: Eine Gruppe des EPR grenzt sich ab und gründet die Revolutionäre Armee der aufständischen Bevölkerung, Ejército Revolucionario del Pueblo Insurgente (ERPI), eine Bewegung, die hinsichtlich des Treffens von Entscheidungen näher an der Basis sein will. Das ERPI repräsentiert den wichtigsten Sektor der EPR-Militanten und Gebiete in Guerrero. Es führt militärische Aktionen und politische Aktivitäten durch. Es ist die bewaffnete Gruppe mit der größten ideologischen Nähe zur Zapatistischen Befreiungsarmee, Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN).
18. April 1998: Festnahmen in verschiedenen Teilen Oaxacas: In Tuxtepec werden 16 Mitglieder des Indigenen Volksrates: Consejo Indígena Popular Ricardo Flores Magón (CIPO-RFM) mit der Hilfe von mehr als 500 Truppen von Kriminalpolizisten, Schutzpolizisten und des Militärs festgenommen. Zur gleichen Zeit nehmen sie in der Bezirksverwaltung von Putla in Guerrero 25 Personen fest und in Puerto Escondido weiter 5 Menschen derselben Organisation.

(1998 – 2004): Regierung von José Murat (PRI)
1999: In der Region von Papaloapan erscheint eine bewaffnete Gruppe mit dem Namen Regionaler Arbeiter-, Bauern- und Städtischer Rat von Tuxtepec, Consejo Regional Obrero, Campesino, Urbano de Tuxtepec (CROCUT). Sie ist dafür angeklagt worden, eine paramilitärische Gruppe zu sein, von hohen bundesstaatlichen und föderalen Funktionären geschützt zu sein, Hochleistungswaffen, die eigentlichen für den exklusiven Gebrauch der Armee bestimmt sind, zu tragen, wie ungestraft eine ganze Reihe von Verbrechen zu begehen.
1. Dezember 2000: 20 Militante der Bewaffneten Revolutionären Kräfte, Fuerzas Armadas Revolucionarias del Pueblo (FARP) dringen in das Zentrum des Dorfes Nazareno Etla, 10 Kilometer von Oaxaca entfernt, ein; sie führen eine Kundgebung durch, teilen Reklame aus und demonstrieren gegen “das neoliberale Projekt” des Präsidenten Vicente Fox. Sie grenzen sich von ERP und ERPI ab. Zeugen zufolge tragen die Milizen Waffen von großem Kaliber – anscheinend AK-47 – und tragen Uniformen schwarzer Farbe und sind vermummt. Der Einfall geschieht am Vorabend des Besuches des Präsidenten der PAN in der Hauptstadt Oaxaca.
8. Dezember 2000: Der Abgeordnetenrat von Oaxaca bewilligt einstimmig ein Amnestiegesetz für den Staat, das hauptsächlich 61 zapotekischen indigenen Gefangenen und weiteren 250, welche wegen angenommener Verbindungen zur EPR festgenommen werden sollten, zugutekommen wird.
Januar 2001: Arturo Lona Reyes, einer der Anhänger der Theologie der Befreiung in Mexiko tritt als Bischof von Tehuantepec zurück, da er die Altersgrenze erreicht hat. 30 Jahre lang stand er dieser Diözese vor.
20. September 2001: Die CROCUT dringt mit mehr als 100 bewaffneten Männern in das Rancho Orozco, in der Nähe des Strandes Playa de Jímaca in San Miguel Soyaltepec ein, mit der Folge eines Toten.
November 2001: Die drei Hauptleitungspersonen der CROCUT werden festgenommen wegen Allgemeinkriminalität (ein Jahr danach kommen sie wieder frei).
1. Januar 2002: Mitglieder der CROCUT greifen 46 Leute des Indigenen Volksrates Consejo Indígena Popular Ricardo Flores Magón (CIPO-RFM) an, die zu den Dorfgemeinschaften Santiago Yagallo, San Isidro Reforma und Santa Maria Yaviche im nördlichen Bergland von Oaxaca gehören.
26. April 2002: In Pinotepa Nacional werden im Rathaus im Zuge eines Post-Wahlkonfliktes zwei Bauern getötet und neun Personen verletzt.
31. Mai 2002: Massaker von Agua Fría: Am 31. Mai 2002 werden 26 Bauern, die aus Santiago Xochiltepec (zur Verwaltung von Santiago Textitlán im südlichen Bergland Oaxacas gehörig) stammen, in der Gegend von Agua Fría in einen Hinterhalt gebracht und durch mehr als 100 Schüsse ermordet. Sie bedachten sie mit Gnadenschüssen in den Kopf oder in die Genitalien mit Waffen schweren Kalibers und raubten ihnen das Geld, das sie bei sich hatten. 16 Bewohner des angrenzenden Dorfes Santo Domingo Teojomulco wurden festgenommen. In dieser Zone, wo die Ärmsten des Staates leben, gibt es sechs Dörfer, die alte Zänkereien haben wegen des Besitzes von Tausenden von Hektar Wald und fruchtbaren Landes zum Säen. In der Tat hatte der Konflikt schon in den letzten Jahren vor dem Massaker von Agua Fría um die 300 Tote hinterlassen. Dennoch sollte unterstrichen werden, dass es auch andere Faktoren strukturellen, historischen und politischen Charakters gibt (speziell die Vernachlässigung der verschiedenen Regierungsebenen, als dieser Konflikt behandelt wurde).
Oktober 2002: Bewohner der Region Loxicha, in Oaxaca, klagten vor der Sonderstaatsanwaltschaft im Namen sozialer Bewegungen und Politiker der Vergangenheit den ehemaligen Gouverneur dieser Region, Diódoro Carrasco Altamirano, für seine vermutliche Verantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit an, wie Folter, zeitweiliges gewaltsames Verschwindenlassen von Menschen und Autoritätsmissbrauch.
25. Januar 2003: Das “Agrarforum gegen Repression und Paramilitarismus” findet in der Stadt Tuxtepec statt, wo mit der Anwesenheit von über 40 sozialen, gewerkschaftlichen, indigenen und unabhängigen Organisationen ein absolutes Ende der Repression gefordert wird, unter der die Dorfgemeinschaften und die Leitungspersonen im sozialen Bereich leiden. Obwohl diese Chronologie nicht alle Geschehnisse umfassen kann, ist ein Zustand permanenter Repression gegen verschiedene soziale Organisationen zu beobachten wie CIPO-RFM, die Magonistische Populare Antineoliberale Koordination von Oaxaca, Coordinadora Oaxaceña Magonista Popular Antineoliberal (COMPA), die Populare Revolutionäre Front, Frente Popular Revolucionario (FPR) und das Komitee zur Verteidigung(1) in der Stadt, Comité de Defensa Ciudadana (CODECI).
14. Mai 2003: Carlos Manzo, Leiter des Stadtrates der Unión Hidalgo und Mitglied der Kulturellen Beilage Ojarasca der Zeitung La Jornada wird festgenommen.
18. März 2004: Eine Gruppe Unbekannter greift José Murat mit Schüssen an, er ist leicht verletzt; aber gutachtliche Untersuchungen wiesen darauf hin, dass der damalige Gouverneur von Oaxaca ein Selbstattentat geplant haben könnte. Es kam diesbezüglich zu keiner gerichtlichen Entscheidung.
14. September 2004: Etwa 200 Polizisten vertreiben mit Tränengas, und Wasserstrahlen die Sitzblockaden, welche Mitglieder von CIPO-RFM vor dem Regierungspalast und dem Tempel von Santo Domingo in Oaxaca-Stadt seit dem 20. April 2004 aufrechtgehalten hatten.
(1) Bedeutung mehr oder weniger: Verteidigung der einfachen Bevölkerung, der Armen, der Menschenrechte...

(2004 – bis heute): Regierung von Ulises Ruiz Ortiz (PRI)

1. Januar 2005: Die Bevölkerung von San Blas vertreibt die offiziellen Behörden, die von Agustina Acevedo Gutiérrez angeführt wurden, aus dem Bezirkspalast und gründet die “Autonome und Populare (Volks-) Verwaltung von San Blas Atempa”, “Ayuntamiento Popular de San Blas Atempa”. Das funktioniert seitdem als parallele autonome Verwaltung.
Februar 2005: Soziale und zivile Organisationen haben angeprangert, dass der Gouverneur Ruiz seit seiner Amtseinführung versucht hat, Bezirkspräsidenten in autonome Dorfgemeinschaften einzusetzen. Santiago Xanica ist eine dieser Dorfgemeinschaften, welche die politischen Parteien aus ihrem Alltag verbannt hat. Als ein Bezirkspräsident der PRI eingesetzt wurde, weigerten sich die Bewohner, mit “ihrem” Präsidenten am Tag der kommunalen Arbeit (bekannt als “tequio”) teilzunehmen, und zogen es anstattdessen vor, ihre eigenen Häuser zu bauen. Am 15. Januar 2005 umzingelten Präventivpolizisten die Bewohner der Dorfgemeinschaft, während sie ihre gemeinsame Arbeit verrichteten und eröffneten Feuer. Die Bewohner verteidigten sich mit Steinen, Ziegeln und Stöcken. Bei dem Zusammenstoß wurden drei Bewohner, Mitglieder der COMPA, verletzt und festgenommen. Nach diesen Ereignissen mobilisierte COMPA zwei ständige Sitzblockaden, eine in Mexiko-Stadt und die andere in Oaxaca-Stadt. Die COMPA ging auf den Präsidenten der Nationalen Kommission für Menschenrechte (Comisión Nacional de Derechos Humanos, CNDH) zu, welcher ihnen einen Dialog mit Ruiz unter Anwesenheit dreier Beobachter der CNDH versprach. Am 3. Februar 2005 musste sich eine Kommission der COMPA mit dem Untersekretär der Regierung Joaquín Palacios treffen, um die Agenda für das Treffen mit dem Gouverneur zu klären. Als sie aus diesem Treffen herauskamen, wurden die Mitglieder der Kommission bei Anwesenheit der drei Beobachter der CNDH von Präventivpolizisten festgenommen. Zwei von ihnen wurden innerhalb weniger Stunden wieder freigelassen, aber der dritte, Alejandro Cruz von der Alianza Magonista Zapatista wurde als Gefangener festgehalten. Wenige Stunden nach dem Vorfall wurden zwei andere Organisatoren von COMPA, Samuel Hernández und Jaquelina López, festgenommen. Das geschah in den Büros von CODEP (Comité de Defensa de los Derechos del Pueblo = Komitee der Verteidigung der Rechte der Bevölkerung) unter Beisein eines der Beobachter von CNDH.
Juni 2005: Gegen Beginn seiner Amtsführung wurde Ulises Ruiz hinterfragt wegen seiner zensierenden Politik gegenüber der Lokalzeitung “Noticias de Oaxaca”. Im Juni 2005 nahmen Mitglieder der Revolutionären Arbeiter- und Bauernkonföderation (Confederación Revolucionaria Obrera Campesina, CROC), einer regierungsnahen Organisation, die Büros dieser Zeitung ein. 30 Tage lang wurden 31 Angestellte im Innern des Zeitungsgebäudes entführt, bis sie schließlich gewaltsam vertrieben wurden. Es gibt Fotos und Videos, welche unter anderem die Polizei bei der Einnahme der Zeitungsinstalationen, beim Raub von Exemplaren, beim Schlagen von Schreienden und dabei, wie sie der CROC Schutz gab, zeigen.
Juli 2005: Am 4. Juli 2005 drang eine Gruppe von 500 Mitgliedern der Bäuerlichen Indigenen Nationalvereinigung (Frente Nacional Indígena Campesina, FNIC), von denen der größte Teil von der Bezirksverwaltung von Santa Cruz Nundaco kam, in das Dorf San Isidro Vista Hermosa ein. Genau in diesem Moment befand sich ein Teil der Bevölkerung von San Isidro Vista Hermosa im Dialog mit dem Untersekretär der Regierung, Joaquín Palacios, der ihnen die Sicherheit ihrer Dorfgemeinschaft garantierte. Die COMPA klagte im Nachhinein den Gebrauch von schweren Waffen, Pistolen, Stöcken und Macheten und die Tatsache, dass 39 Mitglieder von 5 Familien entführt worden waren an. Sie wurden nach ihrer Befreiung in die Stadt Tlaxiaco umgesiedelt.
11. Juli 2005: Indigene Dorfgemeinschaften aus dem ganzen Bundesstaat Oaxaca bewegten sich in Karavanen, um gegen die staatliche Repression zu demonstrieren. Eine dieser Karavanen wurde auf dem Wege durch 300 Polizisten der Aufstandsbekämpfung unter großem Aufgebot angehalten. Die Polizisten untersuchten die Dorfbewohner, stahlen ihnen Geld, nahmen ihnen die Fahrzeuge weg und sagten den Bauern, sie sollten zu Fuß zu ihren Dörfern zurückkehren.
28 Juli 2005: in einem Kommuniqué klagt die Revolutionäre Volksarmee EPR (Ejército Popular Revolucionario): „Unser Bundesstaat Oaxaca ist weiterhin die Beute politischer Cliquen. Im Rahmen der Präsidentenwahl haben die von Roberto Madrazo und Elba Esther Gordillo geführten PRI Gruppen seit geraumer Zeit den Druck auf unseren Bundesstaat erhöht und ihn quasi in einen Boxring verwandelt“.
August 2005: Mit dem Slogan „Tourismus und Kultur für die Entwicklung“ wurde die „in die Landschaft eingepasste Restaurierung“ des Zócalo der Stadt Oaxaca entgegen dem Willen der Bürger und unter Missachtung nationaler und internationaler Regeln und Gesetze abgeschlossen. Moniert wurde, dass es unter anderem darum ging, Demonstrationen im Zentrum zu verhindern.
2006
Januar: Mit der Absicht, gegen „Regierungswillkür kämpfen zu wollen und eine Kultur des Respekts für die Menschenrechte zu begründen”, kamen bekannte Persönlichkeiten aus der Gesellschaft, Akademiker und Vertreter der Kirche zusammen, um als qualifizierte Beobachter an dieser bürgerlichen Übung teilzunehmen, das vom Kollektiv für die Demokratie (colectivo por la Democracia) angestoßen wurde, einer Gruppierung die aus verschiedenen zivilen und sozialen Organisationen aus Oaxaca besteht.
Februar: Die Otra Campaña, eine Initiative der Zapatisten, macht Station im Bundesstaat Oaxaca.
1 Mai: Die Lehrer der Sektion 22 der Nationalen Lehrergewerksschaft SNTE (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Educación) überreichen ein Dokument, in dem sie die Ziele ihrer Bewegung erklären, sie verlangen unter anderem eine Gehaltserhöhungen und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
14 Juni: Der gewaltsame Angriff auf die Blockade des historischen Zentrums von Oaxaca, das von der Sektion 22 der SNTE seit dem 22 Mai besetzt gehalten wurde, endet mit 4 Toten und 92 Verletzten.
17-21 Juni: Angesichts der Repression entsteht der Rat der Gemeinden von Oaxaca APPO (Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca).
Juli: Unter dem Einfluss der APPO errichten verschiedene Volksbewegungen in beinahe 30 Bezirken eigene Regierungen in den Stadtverwaltungen. Sie erkennen die gewählten Bürgermeister nicht mehr an, die in großer Mehrheit der PRI angehören.
16 und 17 August: An dem nationalen Forum „Construyendo la Democracia y la gobernabilidad en Oaxaca” beteiligen sich 1500 Personen aus allen Regionen des Bundesstaates. Im Wesentlichen geht es darum, die Lage zu analysieren und alternative Lösungen vorzuschlagen.
30 August: Sechs vorgebliche Guerillagruppen drohen in einem Schreiben mit „gewichtigen Aktionen“, sollte die Regierung des Bundesstaates und die mexikanische Regierung die Volksbewegung mit Gewalt unterdrücken. Einige Analysten gehen davon aus, dass dieses Schreiben von der Regierung des Bundesstaates als Propaganda verfasst wurde, um auf diese Weise repressive Aktionen sowie die Militarisierung der Sierra Norte rechtfertigen zu können.
4-8 September: eine zivile Beobachtungsmission in Oaxaca wird von dem „Netzwerk Menschenrechte Oaxaca“ RODH (Red Oaxaqueña de Derechos Humanos) und dem „Nationalen Netzwerk Alle Rechte für Alle” (Red Nacional Todos los Derechos para Todos y Todas) aufgestellt. Bestehend aus 16 lokalen, nationalen und internationalen Organisationen, darunter auch SIPAZ, besuchte die Delegation die Stadt Oaxaca und einige weitere Gemeinden, mit dem Ziel, eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation im Bundesstaat Oaxaca zu machen und Vergehen gegen die Menschenrechte zu dokumentieren.
September: Es beginnen Verhandlungen zwischen dem mexikanischem Innenministerium, der APPO und der Sektion 22 der Lehrergewerkschaft, ohne das nennenswerte Fortschritte erreicht werden: die APPO und die Lehrer bestehen weiter auf der für sie nicht verhandelbaren Forderung nach einem Rücktritt von Ulises Ruiz, während das Innenministerium lieber “eine tiefgründige Transformation der Bundesstaatsregierung” in Angriff nehmen möchte, ohne den Gouverneur abzusetzen.
4 Oktober: im Innenministerium findet ein Treffen statt, bei dem ein „Pakt für die Regierbarkeit, den Frieden und die Entwicklung in Oaxaca“ beschlossen werden soll. Dieser Versuch schlägt jedoch fehl.
12 Oktober: Start einer Initiative von Bürgern für den Dialog, den Frieden, die Demokratie und die Gerechtigkeit in Oaxaca unter der Teilnahme von ungefähr 2000 Personen. Die Erklärung von Santo Domingo wird angenommen und es bilden sich sechs Arbeitsgruppen:
- 1. Arbeitsgruppe: Neue Demokratie und Regierbarkeit (die politische Krise)
- 2. Arbeitsgruppe: Soziales und solidarisches Wirtschaften (die wirtschaftliche Krise)
- 3. Arbeitsgruppe: Erneuerung der Bildung (die Krise der Bildung)
- 4. Arbeitsgruppe: Harmonie, Gerechtigkeit und soziales Gleichgewicht (die soziale Krise)
- 5. Arbeitsgruppe: Historisches, kulturelles und natürliches Erbe in Oaxaca
- 6. Arbeitsgruppe: Medien, die den Völkern dienen
27 Oktober: bei einer Reihe von Gewalttaten sterben 4 Personen (darunter auch ein nordamerikanischer Journalist) und viele weitere werden an verschiedenen Orten in der Stadt Oaxaca verletzt. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen vor Ort, gibt es sowohl Beweise dafür, dass lokale Polizisten beteiligt waren, als auch Beweise dafür, dass Gruppen beteiligt waren, die von der bundesstaatlichen Regierung organisiert, trainiert und bewaffnet werden, um gewalttätige Aktionen gegen Gegner der lokalen Regierung auszuführen.
29 Oktober: Die mexikanische Regierung schickt die Bundespolizei PFP (Policía Federal Preventiva) nach Oaxaca. Früh am Morgen dringt die PFP in die Stadt ein und übernimmt bis zur Nacht die Kontrolle über den zentralen Platzes. Die APPO spricht von mindestens vier Todesopfern, die mexikanische Regierung hingegen spricht von einer sauberen Aktion.
30 Oktober: Ulisses Ruiz wiederholt seine Position und bestätigt, dass seine Suspendierung „weder zur Debatte steht noch eine Lösung für die politische Krise im Bundesstaat wäre“. Im Plenum des Abgeordnetenhauses (Cámara de Diputados federales) wurde später –ohne die PRI und die PVEM- eine Erklärung angenommen, die den Gouverneur Ulises Ruiz dazu auffordert, entweder um seine Beurlaubung zu bitten oder zurück zu treten. Die Regierung in Oaxaca reagierte sofort und zweifelte die Verfassungsmäßigkeit dieser Erklärung an, da das Abgeordnetenhaus durch sie seine Kompetenzen überschritten habe.
Der mexikanische Senat, der bisher einen Rücktritt in Oaxaca abgelehnt hatte, bat Ulises Ruiz nun einstimmig (auch mit den Stimmen der PRI) „seine Entscheidung nicht zurück zu treten, noch einmal zu überdenken und so zur Wiederherstellung der Regierbarkeit, der Normalität und des Friedens beizutragen“. Alle Beteiligten wurden ausnahmslos dazu aufgerufen, sich für die Befriedung des Bundesstaates einzusetzen.
2 November: Der Einmarsch der PFP hat einen Einschnitt in dem langen Konflikt in Oaxaca markiert, ohne jedoch eine tiefgreifende Lösung zu bieten. Seit dem 2 November gibt es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der APPO und der PFP in der Umgebung des Unicampus von Oaxaca, am heftigsten sind die Auseinandersetzungen um die Kontrolle von Radio Universidad.
6 November: Guerillagruppen verüben mehrere Bombenanschläge in Mexikos Hauptstadt. Sie greifen Banken, die Wahlkommision (el tribunal electoral) und einen Sitz der PRI an. Sie rechtfertigen ihre Aktionen als Protest gegen den Wahlbetrug und gegen die Repression in Oaxaca und Atenco.
Im Laufe der folgenden Woche verstärkt die APPO ihre Aktionen und ruft zu einer „erneuten Generaloffensive“ auf. Wiederrum organisiert sie große Demonstrationen (mit zehntausenden Teilnehmern) und verlangt die Entfernung von Ulises Ruiz aus dem Amt und den Rückzug der Bundestruppen. Solidaritätsbekundungen mit der APPO kommen ebenfalls aus verschiedenen Städten Europas, Nordamerikas, Südamerikas sowie auch aus der Hauptstadt Mexiko City.
Trotzdem entscheidet sich das Innenministerium, Ullises Ruiz Zeit zu geben und bittet darum, ihm die Möglichkeit zu geben, seinen „Versöhnungsplan“ vorzulegen.
13 November: die APPO präsentiert ihren Aktionsplan, der vorsieht, einen Rat aus 250 Mitgliedern zu gründen, die Barrikaden wieder aufzubauen, öffentliche Gebäude erneut zu besetzen und die Amtsübernahme durch Calderón am 1 Dezember zu verhindern, wenn Ullises Ruiz nicht vorher gestürzt ist.
25 November: Polizisten der PFP greifen Mitglieder der APPO an, die auf dem Weg ins historische Zentrum der Hauptstadt des Bundesstaates waren. Laut der Zeitung La Jornada gab es 140 Verletzte, drei davon Journalisten, 140 Verhaftete sowie zahlreiche Brände in öffentlichen und privaten Gebäuden und etliche angezündete Autos.
27 November: Mitglieder der APPO, die während der Auseinandersetzungen mit der Bundespolizei vom 25 November festgenommen wurden, werden aus der Haftanstalt Miahuatlán in Oaxaca in das Cereso de San José del Rincón in Nayarit verlegt. Andere Aktivisten werden in das nationale Hochsicherheitsgefängnis von Matamoros in Tamaulipas gebracht. Diese beiden Gefängnisse sind beide über 1000 Kilometer von der Stadt Oaxaca entfernt.
1 Dezember: In einem Klima der Spannung und des Konflikts wird Felipe Calderón Hinojosa zum Präsidenten Mexikos ernannt; der von Sicherheitskräften umstellte Palacio Legislativo (Sitz des Abgeordnetenhauses, anm. d. Ü.) zeugt vom Protest. In Oaxaca wird zu einer Demonstration aufgerufen, an der sich rund 5000 Personen beteiligten.
4 Dezember: Flavio Sosa, einer der 264 Ratsmitglieder der APPO und drei weitere Anführer werden aufgrund eines Haftbefehls, den ein Bundesgericht wegen Aufstandes, Angriffes auf die Kommunikationsinfrastruktur und Aufrufes zur Gewalt erlassen hatte, in Mexiko Stadt verhaftet. Diese wichtige Person innerhalb der APPO wird in das Hochsicherheitsgefängnis Altiplano, das früher La Palma hieß, in Almoloya de Juárez im Bundesstaat Mexiko gebracht.
16 Dezember: Die PFP zieht sich aus dem historischen Zentrum der Stadt Oaxaca zurück. Die Kontrolle wird an die Polizei des Bundesstaates übergeben.
17 Dezember: 43 Gefangene, die von der PFP verhaftet wurden und sich in der Haftanstalt mittlerer Sicherheitsstufe von San José del Rincón befanden, werden frei gelassen.
18 Dezember: Die (nationale Menschenrechtskommission, anm. d. Ü.) CNDH legt ihren vorläufigen Bericht über die gewalttätigen Vorfälle in Oaxaca vor. Laut der Kommission „ besteht im Bundesstaat, und dort vor allem in der Hauptstadt, der Konflikt weiter, sodass die Grundbedingungen für die Gültigkeit und die Einhaltung der Grundrechte weiter nicht gegeben sind“. Die 1211 bei der CNDH eingegangenen Klagen beziehen sich auf „den vorgeblichen Einsatz der Polizei zu falschen Zwecken, willkürlichen Verhaftungen, die Isolierung von Gefangenen, das Verschwinden lassen von Personen, Sachschäden, Körperverletzungen, Drohungen und illegale Hausdurchsuchungen“. Als Bilanz des Konflikts seit Juni, legen sie folgende Zahlen vor: 349 Personen wurden verhaftet, 370 verletzt und 20 getötet.
22 Dezember: In Oaxaca wird die neue Sektion 59 der Lehrergewerkschaft von Gegnern der Sektion 22 und ihrer „konstanten Mobilisierungen und Streiks“ gegründet. Allem Anschein nach hat sie Verbindungen zu der polemischen Gewerkschaftsführerin Elba Ester Gordillo (einer ehemaligen Generalsekretärin der PRI, die 2006 aus der Partei ausgeschlossen wurde).
2007
5. Januar: Repräsentanten der indianischen " Triqui " in Oaxaca gaben bekannt, daß seit dem vergangenen 1. Januar 20 Gemeinden der Region sich zu dem " Municipio Autónomo de San Juan Copala " zusammenschlossen ( Autonomer Bezirk San Juan Copala ), welcher basierend auf indianischen Brauch und Usus mit dem Ziel regiert wird, die Korruption und die provozierte Gewalt durch das offizielle Parteiensystem zu verhindern. Ihre Abgesandten sind Teil der " APPO " und verzeichnen seitdem Todesdrohungen seitens der staatlichen Autoritäten.
17. Januar: Das Bundesverfassungsgericht "Suprema Corte de Justicia de la Nación (SCJN)" kam zu dem Entschluß, die konstitutionelle Kontroverse, revidiert durch den Gouverneur von Oaxaca Ulises Ruiz, zuzugeben, entgegen der Ermahnung, welche die Abgeordnetenkammer, "Cámara de Diputados" ausgesprochen hatte, damit selbiger eine Lizenz beantragen muß oder seines Amtes Ende Oktober enthoben wird.
24. Januar: Die ständige Komission des Bundeskongresses, "Comisión Permanente del Congreso de la Unión" ernannte eine Spezialkommision von Gesetzesgebern, welche die Menschenrechtsverletzungen verfolgen sollte, so wie die legale und politische Situation der von der Regierung Ulises Ruiz wegen angeblicher Militanz in der APPO eingesperrten oaxaquenischen Bürger.
12. Februar: Die "APPO" kam zu dem Entschluß, nicht als Organisation an den in diesem Jahr stattfindenden lokalen und regionalen Wahlen teilzunehmen (Kongresswahlen in Oaxaca), auch wenn sie zu einer Übereinstimmung über die Promotion einer Strafwahl gegen die PRI und die PAN aufgrund ihrer Rolle in den Repressalien gegen die Bewegung kamen.
23. Februar: Die "Sección 22" der Lehrergewerkschaft SNTE besetzte einige Tage lang mehr als 30 Büros der staatlichen Verwaltung. Sie forderten die Einhaltung des Abkommens, welche mit der Bundesregierung im Oktober 2006 vereinbart wurde.
18. März: Die von der APPO installierte Protestplattform gegenüber des Senates in Mexiko City, wurde seit dem 9. Oktober 2006 zwangsgeräumt. Mitglieder dieser Protestplattform klagten Tätlichkeiten und Diebstähle während der Räumung an und beschuldigten die Regierung der Hauptstadt, ein Komplize von Ulises Ruiz zu sein.
22. März: Der Innenminister, "Secretario de Gobernación", Ramírez Acuña, versicherte, daß die Administration des Felipe Calderón die Abkommen mit der APPO und der "Sección 22", welche von der vergangenen Administration unterzeichnet wurden (FOX), einhalten werde.
Die APPO hat eine weitere Plattform vor den Büros der Generalstaatsanwaltschaft, "Procuraduría General de la República en Oaxaca" als ein Zeichen ihrer Solidarität mit der Familie von Brad Will errichtet und fordert eine Aufkärung der verübten Morde während des Konfliktes im Jahr 2006.
3. April: Die regionale Volksversammlung der Mixteca "Asamblea del Pueblo Regional Mixteca" hat sich, unterstützt von der APPO, in einer der Regionen mit dem höchsten Anteil an indianischer Bevölkerung im Staate, etabliert.
6. April: Der interne Bruch in der PRD von Oaxaca kam ans Licht. Mitglieder der PRD haben unabhängig voneinander den Wahlzuständigen (Wahlverantwortlichen) zwei verschiedene Koalitionen präsentiert. Eine von der staatlichen PRD und eine andere von der nationalen PRD geführte. Das Staatliche Wahlinstitut, "Instituto Estatal Electoral (IEE)" hat nur die erste akzeptiert, argumentierend, daß die nationale PRD nicht legitimiert gewesen sei, solch eine Koalition in Oaxaca umzusetzen. Die "PRD nacional", sich auf die staatlichen Bestimmungen der PRD stützend, unter dem Befehl des Gouverneurs Ulises Ruiz zu handeln, wurde einen Antrag auf Anfechtung abgelehnt und wurde Zeuge des Ausschlußes der "perredistas oaxaqueños “rebeldes”. Letztendlich wurde ihr Antrag akzeptiert und es entstand die Breite progressive Front "Frente Amplio Progresista", die von der nationalen PRD geführte Koalition, welche an den Wahlen teilnehmen wird.
20. und 21. April: In Oaxaca Stadt fand das Dritte Internationale Forum zur Verteidigung der Menschenrechte in Oaxaca statt.
25. Mai: Laut anklagender Aussage der EPR, verschwanden zwei ihrer Anführer ( Edmundo Reyes Amaya und Gabriel Alberto Cruz Sánchez ) in Oaxaca zu diesem Zeitpunkt.
14. Juni: Die Lehrer der "Sección 22" und Mitglieder der APPO veranstalteten einen Erinnerungsmarsch an die gewaltvolle Räumung des Lehramtes im vergangenen Jahr. Seit dem 18. Juni wurde wieder eine repräsentative Protestplattform auf dem zentralen Platz, "Zócalo" errichtet.
19. Juni: Ein Disput über Ländereien, der bis in das Jahr 1941 zurückreicht, endete nach der Konfrontation innerhalb der Gemeinde San Miguel Aloapan mit zwei Toten, sechs Verletzten und acht Verschollenen, daran beteiligt die "Partido Revolucionario Institucional (PRI)" und die Bürgermeisterbüro "Agencia Municipal San Isidro Aloapan", in Verbindung mit dem Indigenen Volksrat (Consejo Indígena Popular) von Oaxaca Ricardo Flores Magón (CIPO-RFM)" stehend.
27. Juni: ein "Verhandlungstisch" zwischen der "Sección 22 des Lehramtes", der APPO und dem "Innenminister, Secretario General de Gobierno de Oaxaca, Manuel García Corpus", wurde geschaffen. Unter den in den folgenden Wochen zu diskutierenden Themen war die Revision der Gerichtsakten der noch eingesperrten Personen und die rechtliche Lage derjenigen Verhafteten, welche auf Kaution frei kamen; die Übergabe von 188 Schulen durch die "Sección 59" (das Gegenstück zur "Sección 22") und die Aufhebung existierender Haftbefehle.
5. Juli: Die Bewegung der Vereinigung und Kämpfe der Triqui, Movimiento de Unificación y Lucha Triqui (MULT) klagte das verschwinden lassen von zwei Frauen in der zona mixteca in Oaxaca an: Virginia Ortiz Ramírez und Daniela Ortiz Ramirez, Schwestern im Alter von 14 und 20 Jahren.
10. Juli: Die "Revolutionäre Volksarmee, Ejército Popular Revolucionario, EPR" erklärte sich verantwortlich für 8 explodierte Sprengsätze an den Ölleitungen der "Mexikanischen Erdölgesellschaft Petróleos Mexicanos (PEMEX)", gelegen in Guanajuato und Querétaro. Sie erklärten, daß diese besagten Explosionen Teil einer Kampagne seien, um Lebenszeichen von zwei ihrer im Mai verschwundenen Mitglieder zu erhalten.
16. Juli: Konfrontationen zwischen Mitgliedern und Sympathisanten der APPO und Polizeibeamten forderten 60 Verletzte und 42 Verhaftungen. Zum Zusammenstoß kam es, als 10000 Personen eine "Guelaguetza Popular" feierten (traditionelles Fest). 0
Juli: Verschwinden von zwei Triquis - Frauen in der "oaxaqueña mixteca" Zone: Virginia Ortiz Ramírez und Daniela Ortiz Ramírez, zwei Schwestern im Alter von 14 und 20 Jahren.
31. Juli: Amnesty International (AI) veröffentlichte einen Bericht über die Menschenrechtssituation in Oaxaca: “Oaxaca: Schrei nach Gerechtigkeit”
1. August: Mutmaßliche Mitglieder der EPR zündeten einen Kracher (kleine Explosion, Schreckbombe) im Süden der Ciudad de Oaxaca und baten um ein Lebenszeichen ihrer Mitglieder Edmundo Reyes Amaya und Gabriel Alberto Cruz Sánchez.
5. August: Kongresswahlen, Congreso Estatal in Oaxaca gingen relativ ruhig zu Ende. Mehr als 70% der Bevölkerung nahmen nicht an der Wahl teil. Die "PRI" behielt die Mehrheit im Kongress.
8. bis 11. August: Der Präsident der "Interamerikanischen Menschenrechtskoordination, Comisión Interamericana de Derechos Humanos (CIDH)", Beauftrager, Relator für Mexiko und Referent über die "ihrer Freiheit beraubten Personen, Personas Privadas de Libertad, Florentín Meléndez, stattete dem Staate Oaxaca einen Besuch ab.
7. Oktober: 152 Gemeinden in Oaxaca, die sich von dem politischen System hintergangen fühlten, hielten eine eigenständige Wahl ab. Die Teilnahme belief sich, verglichen mit den vorherigen Bezirkswahlen, auf 64%, auch wenn diese Zahl erhebliche Unterschiede versteckt. Die PRI gewann die große Mehrheit (der Stimmen) der Bezirke.
2. November: Mit Massenveranstaltungen erinnerte die APPO an den Raubzug der "Bundespolizei, Policía Federal Preventiva" in der Hauptstadt Oaxaca. Weitere Veranstaltungen fanden in Mixteca, in Cañada, in Istmo und an der Küste statt.
20. Noviembre: Horacio Sosa Villavicencio, Leiter der APPO, kam nach fast einem Jahr im Gefängis in Freiheit.
30. Dezember: Der 50jährige Lauro Juarez, indigener Chatinoführer, Mitglied der sozialen Organisation "Vereinigung armer Bauern – Revolutionäre Volksfront, Unión de Campesinos Pobres-Frente Popular Revolucionario (UCP-FPR)", verschwindet an dem Ort, wo gerade ein Protest stattfindet, an der Straße, welche die Stadt Oaxaca mit der Stadt Puerto Escondido verbindet.
2008
Februar: Der sechste Besuch der "Internationalen Kommision zur Menschenrechtsbeobachtung, Comisión Civil Internacional de Observación de los Derechos Humanos (CCIODH)" in Oaxaca. Sie stellt mit “Besorgnis fest, daß sich ein Jahr nach dem letzten Besuch, die Menschenrechtslage in Oaxaca immer noch in einem extrem kritischen Zustand befindet. Die soziale, wirtschaftliche und politische Marginalisierung der indigenen und bäuerlichen Gemeinden, wie auch ein großer Teil der städtischen Bevölkerung, basiert auf einer vorherragenden Szenerie, die zu allgemeinen Menschenrechtsverletzungen geradezu einlädt”.
6. März: Nach 11 Monaten Gefängnis kommt David Venegas Reyes, “El Alebrije”, Gemeinderat der APPO, aus dem Gefängnis von Santa María Ixcotel aufgrund der Bestätigung einer Verfassungsbeschwerde, verfasst von dem "Gemischten Gericht erster Instanz, Juzgado Mixto de Primera Instancia de Tlacolula de Matamoros ", frei.
7. April: Teresa Bautista Merino und Felícitas Martínez Sánchez, beide Triqui - Frauen und Moderatorinnen des Radiokanals “La Voz que Rompe el Silencio”, wurden in der Gemeinde San Juan Copala auf ihrem Weg nach Oaxaca Stadt ermordet.
20. April: Flavio Sosa Villavicencio, concejal der APPO, kommt nach anderthalb Jahren Gefängnis frei.
5. bis 12. Mai: Eine Karavane namens “Sendero del Jaguar" fand statt (Protestmarsch); "Für die Regeneration unseres Vermächtnisses und die Verteidigung des Territoriums", organisiert von dem "Treffen junger Leute sozialer Bewegungen in Oaxaca, Encuentro de Jóvenes en el Movimiento Social Oaxaqueño". Sie bereiste verschiedene Gemeinden in der Region Istmo in Oaxaca.
16. Mai: Ca. 70 tausend Mitglieder der 22. Sektion der Nationalen Gewerkschaft der Lehrer, Sindicato Nacional de Trabajadores de la Educación (SNTE) legten die Arbeit nieder und demostrierten in der Landeshauptstadt Oaxaca für die Erfüllung ihrer Forderungen, darunter das das Nationale Exekutivkommitee Comité Ejecutivo Nacional (CEN) den Aufruf zur Neuwahl der bundesstaatlichen Führung und der Rückgabe der von der PRI und Mitgliedern der Sektion 59 besetzten Schulen.
20. Mai: Zwei Jahre nach dem Konflikt instalierte die Sektion 22 der SNTE eine Protestwache auf dem Zentralplatz, Zócalo von Oaxaca Stadt.
22. Juli: Tausende von Oaxaqueños, sowie nationale und ausländische Turisten, beteiligten sich an der “Guelaguetza magisterial y popular”, einem Lehrervolksfest welches von der Sektion 22 der SNTE im Stadion des Technologischen Indstitutes von Oaxaca, als Alternative zur Guelaguetza der Regierung gefeiert wurde. An diesem Tag wurde Adán Mejía López Mitglied der APPO und der militanten marxistischen Tendenz, Tendencia Marxista Militante, aus dem Gefänggnis entlassen. Er war am 17. Juli 2007 verhaftet worden.
7. Juli: Das Haus des Radiojournalisten, locutor Melesio Melchor Ángeles vom Zaachila Radio wurde von Unbekannten beschossen. Jorge Aragón, der dem selben Radiokollektiv angehört wurde angegriffen.
5. August: Zwei Bauern aus Santiago de Lachivía in der Gemeinde San Carlos Yautepec in der Sierra Sur wurden ermordet – bei den mutmaßlichen Tätern handelte es sich um Soldaten aus der 44. Militärzone, die sich in der Gegend aufhielten, um einen Einsatz gegen den Drogenhandel durchzuführen. Die Leichen wurden im Nachhinein durchsucht und es wurden weder Waffen noch Drogen gefunden.
Laut Nachforschungen der PGJE hatten die Bauern auch nicht von Schusswaffen Gebrauch gemacht, somit kann also ausgeschlossen werden, dass sie bei einem Schusswechsel mit den Mitgliedern des Militärs ums Leben kamen.
29. August: Bei einem Treffen in Guerrero vereinbarten Vertreter der von der Wasserkraftanlage „La Parota“ und der geplanten Anlage in Paso de la Reina betroffenen Dorfgemeinschaften, sich gegen den Bau von derartigen Großprojekten in einer neuen Bürgerinitiative namens „Comunidades y Pueblos de Guerrero y Oaxaca en Resistencia“ (zu Deutsch: Gemeinden und Dörfer Guerreros und Oaxacas im Widerstand) zusammenzuschließen.
5. September: Die interamerikanische Menschenrechtsorganisation CIDH verlangte Sicherheitsmaßnahmen für 117 Bewohner von Santo Domingo Ixcatlán auf der Landenge von Tehuantepec. Unter den Ortsansässigen befinden sich Angehörige und Freunde dreier Bewohner, die im April 2007 mutmaßlich von einer der PRI nahestehenden paramilitärischen Einheit ermordet wurden.
9. September: Ein Gericht in Tlacolula de Matamoros beschloss die Freilassung von 51 Mitgliedern der APPO.
2. Oktober: Der Polizeichef der Stadt Oaxaca, Delfino Cruz Hernández, wurde aufgrund einer Anklage wegen Amtsmissbrauchs und sexueller Belästigung von Polizistinnen seines Amtes enthoben.
16. Oktober: Beinahe zwei Jahre nach der Ermordung des US-amerikanischen Kameramanns Bradley Roland Will nahmen Mitglieder der staatlichen Ermittlungsbehörde AFI Juan Manuel Martínez Moreno, ein Mitglied der APPO, fest. Die Nationale Menschenrechtskommission CNDH sowie verschiedene andere nationale und internationale Organisationen stellten die Ermittlungen der PGR, die zur Festnahme Martínez Morenos führten, in Frage.
27. Oktober: Mitglieder des Komitees zur Verteidigung der Rechte der Bevölkerung (Codep) berichten über Folter seitens Angehöriger der AFI und der Bundespolizei PFP im Rahmen eines Antidrogen-Einsatzes, der in einem Viertel von Oaxaca Stadt durchgeführt wurde.
3. November: Das spanische Unternehmen Eurus setzte die Arbeiten am Windkraftwerk La Venta IV aus, nachdem zuvor ca. 170 Bauern des Ejido die Zugangsstraßen zu eben jenem Kraftwerk blockiert hatten. Die Bauern fordern die Zahlung der Schulden von 2 Millionen Pesos, die zwischen der Gemeinde und Eurus vereinbart worden waren.
5. Dezember: Die Bewohner von Santo Domingo Ixcatlán sahen sich über mehr als 48 Stunden als Gefangene in ihrem eigenen Dorf – gefangen gesetzt wurden sie von einer mutmaßlich paramilitärischen Gruppierung der PRI.
2009
10. Januar: Ruben Valencia Nuñez, Mitglied der VOCAL (Stimmen Oaxacas für Freiheit und Autonomie), einer Untergruppierung der APPO, wurde Opfer eines Mordversuchs im Zentrum von Oaxaca Stadt.
12. Januar: Die Zeitung „El Correo de Oaxaca“ berichtete über 42 gewalttätige Übergriffe auf staatliche Korrespondenten in einer Welle systematischer Repression im Verlaufe des Jahres 2008. Sie meldete, dass es „in Oaxaca unmöglich geworden ist, freien und unabhängigen Journalismus auszuüben“.
20. Januar: Juan Manuel Martínez Moreno, Mitglied der APPO, angeklagt wegen des Mordes an dem US-amerikanischen Kameramann Bradley Roland Will, wurde ein Verteidiger bewilligt.
29. Januar: Eine Gruppe von Personen, die in Beziehungen zur Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) und zur spanischen Firma Eurus stehen sollen, haben Bauern des ejidos (Gemeindelandes) La Venta, im Landkreis Juchitán de Zaragoza im Istmo de Tehuantepec angegriffen und versucht, sie von ihrem Land zu vertreiben. Die Bauern, vereint in ihrem Protest und der Ablehnung gegen die Windkraftanlage, die im Park La Venta IV von Eurus auf dem Land des ejidos ohne Erlaubnis der Bauern gebaut wird, blockieren seit Monaten diesen Bau.
2. Februar: Das Gemeinderadio Mixteca 88.7FM im Landkreis Santiago Juxtlahuaca, in der Mixteca, wurde von Unbekannten beschossen. Hinter dem Angriff werden Anhänger der PRI vermutet.
4. Februar: Die Organisation Physicians for Human Rights (PHR) mit Sitz in den USA wies auf Ungereimtheiten in den Schlussfolgerungen der Generalstaatsanwaltschaft (PGR) in Bezug auf den Mord des US-amerikanischen Fotografen Bradley Will, hin. Sie erklärten: „In ihrer Theorie behauptet die PGR, dass Brad Will aus nächster Nähe mit einer Feuerwaffe getroffen wurde. Ein Querschläger, wie ihn die PHR festgestellt hat, unterstützt allerdings die Hypothese eines Schusses aus größerer Entfernung",.
5. Februar: Die Generalstaatsanwaltschaft (PGR) widersprach dem Einspruch, den Juan Manuel Martínez beantragt hatte. Er sitzt im Gefängnis unter der Ankage des Mordes am Fotografen Bradley Will und so wird seine mögliche Freilassung wieder herausgeschoben.
18. Februar: Eine Gruppe von Personen, die vermutlich zur Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) gehören, verhinderten die Blockade von 14 Lehrern, die eine Veranstaltung des Gouverneurs Ulises Ruíz verhindern wollten. Die Lehrer wurden angegriffen und für mehrere Stunden gefangen gehalten.
20 bis 22 Februar: Der zweite Kongress der APPO wurde in Oaxaca-Stadt durchgeführt. Aus den verschiedenen Übereinkünften ist besonders die Nichtanerkennung der Regierung auf allen Ebenen hervorzuheben, mit welcher nur über die Freilassung der Gefangenen verhandelt wird.
20. Februar: Edgar Coache Verano, Sohn des Gewerkschaftsführers und Mitglieds der APPO , Marcelino Coache Verano, wurde von einer Gruppe von Männern belästigt, die ihn bedrohten und verfolgten.
4. März : Marcelino Coache Verano, Gewerschaftsführer Mitglied und Führer der (APPO) wurde in Oaxaca-Stadt entführt, mehrere Stunden gefoltert und am nächsten Morgen wieder frei gelassen.
4. März: Verschiedene Nichtregierungsorganisationen und das Erzbistum von Puerto Escondido informierten, dass sie versuchen werden, den Bau des Wasserkraftwerkes „Paso de la Reina“ über internationale Tribunale zu verhindern.


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