GUERRERO: WICHTIGE DATEN

In dieser Chronologie beabsichtigen wir nicht, die gesamte Geschichte Guerreros darzustellen, sondern einige Grundpfeiler zu geben, um die Ereignisse neueren Datums zu verstehen. Seit den sechziger Jahren ist der Staat Guerrero durch grosse Armut, soziale Zerrüttung, organisiertes Verbrechen, Korruption, Repression und Straflosigkeit gekennzeichnet. Die Rechtsstaatlichkeit wird konstant verletzt und es ereigneten sich Staatsverbrechen, die bis heute ohne Strafe blieben. Wir entschieden uns, mit diesem Dammbruch in den sechziger Jahren und dem sogenannten „Schmutzigen Krieg“ zu beginnen und uns auf die Problematiken, Konsequenzen und Antworten von seiten der Bevölkerung während der verschiedenen Regierungsphasen, welche von der Partei der Institutionellen Revolution (PRI) bis 2005 dominiert worden ist, zu konzentrieren.

:: INDEX

 

1/04/1957 => 4/01/1961: REGIERUNG VON RAÚL CABALLERO ABURTO (PRI)

In den sechziger Jahren erlebt Guerrero eine Situation der strukturellen Gewalt. Überholter Caciquismo, Missbrauch, Koruption, Verbrechen, Vergewaltigungen, Misere, Ungesundheit, ungleiche Verteilung des Reichtums; dies sind einige der Faktoren, welche die indigene und Bauernbevölkerung Guerrero’s alltäglich zu bekämpfen hatte

1959 gründet der Lehrer Genaro Vázquez Rojas die Asociación Cívica Guerrerense (ACG) (den “zivilen Verein Guerrero’s”), um gegen die tiefen Preise zu kämpfen, welche die nordamerikanischen Untenehmen beim Kauf der Kopra (das Mark der Kokosnuss, von welchem man das Öl gewinnt) zahlen und für andere landwirtschaftliche Produkte. Wenig später bildet Genaro Vázquez Rojas die Central Campesina Independiente (die unabhängige Bauerngewerkschaft), eine Landwirtschaftsorganisation auf nationaler Ebene, und die Acción Cívica Nacional Revolucionaria (ACNR) (die zivile nationale Revolutionsaktion). Índex ...

4/01/1961 => 31/03/1963: REGIERUNG VON ARTURO MARTÍNEZ ADAME (PRI)

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1/04/1963 => 31/03/1969: REGIERUNG VON RAYMUNDO ABARCA ALARCÓN (PRI)

Am 11. November 1966 wurde Genaro Vázquez Rojas von der Polizei unter den Türen der Unabhängigen Bauerngewerkschaft In Mexiko City festgenommen und nach Chilpancingo, Hauptstadt von Guerrero überführt. Er wird beschuldigt, die Studierendenbewegung gegen die Regierung zu organisieren.

Ein anderer Lehrer, Lucio Cabañas Barrientos, versucht in Atoyac (Costa Grande), das Volk politisch zu organisieren über die Partei der Armen (PDLP), eine Art Studenten- und Bauernbewegung im Kampf gegen die Grossgrundbesitzer, welche die Bauern ausbeuten.

Im Unterricht ermutigt der Landlehrer seine Schüler, am Aufbau eines neuen Regimes mitzuwirken, in welchem die Reichen keinen Platz hätten und die Fabriken enteignet und den Arbeiter überlassen würden.

Ausserdem schlägt er Finanz-, Rechts-, Bildungs-, und Sozialreformen vor, welche das Wohl der Arbeiter, der Bauern und der Frauen in den Mittelpunkt stellen und ausserdem auch einen Wechsel der Abhängigkeitspolitik Mexikos von USA. Dies alles hat seine zeitweilige Ausweisung aus dem Staat an eine Schule in Durango zur Folge, bevor er Dank des Drucks seiner Schüler wieder zurückkehren kann.

Am 18. Mai 1967 organisieren Eltern und einen Teil einer Schule von Atoyac angeführt von Lucio Cabañas eine Kundgebung, in welcher sie den Rücktritt einiger Lehrer, welche die Schule spalten, fordern. Die Demonstranten beschliessen, die Schule zu besetzen. Die Regierung unterdrückt sehr restriktiv die Demonstration: Die Staatspolizei und einige Meuchelmörder, welche im Dienst von Kaziken der Region standen, schossen gegen die Demonstranten. Fünf Menschen kamen um und Dutzende wurden verletzt. Seit diesem Tag hält sich Lucio Cabañas Barrientos in den Bergen auf, um von dort aus gegen die Regierung zu kämpfen.

Während der folgenden Jahre operiert Lucio Cabañas Barrientos von der Küste Guerreros aus. Seine Gerechtigkeitsliebenden Bauernbrigaden greifen Bataillone des mexikanischen Heeres und Polizeieinheiten an, rauben Banken aus und entführen Grossgrundbesitzer, Viehzüchter und Händler. Sie stellen sich immer gegen die lokale Regierung. Deswegen wird er ständig von der mexikanischen Armee gesucht.

Am 22. April 1968 wird Genaro Vázquez Rojas von einem bewaffneten Kommando, welches aus seinen Kollegen besteht, aus dem Gefängnis befreit. Von da an kämpft er aus dem Untergrund und mit den Waffen. Índex ...

1/04/1969 => 20/04/1971: REGIERUNG VON CARITINO MALDONADO PEREZ (PRI)

Der Gouverneur stirbt am 17. April 1971. Ad interim besetzt Roberto Rodríguez Marcado während drei Tagen bis am 20. April seinen Posten. Índex ...

20/04/1971 => 31/01/1975: REGIERUNG VON ISRAEL NOGUEDA OTERO (PRI)

Am 2. Februar 1972 stirbt Genaro Vázquez Rojas bei einem Autounfall als Folge einer Verfolgungshetze auf der Strasse Mexiko - Morelia. Er war 35 Jahre alt.

Am 30. Mai 1974 entführt die Partei der Armen von Lucio Cabañas Barrientos den Senator des PRI und Präsidentschaftskandidaten Rubén Figueroa Figueroa, um auf die Regierung Druck auszuüben. Hundert Tage später, am 8. September, wird er befreit gegen eine Kaution von 50 Millionen Pesos.

Wenig später fliehen Lucio Cabañas Barrientos und seine Männer in die Gemeinde Tecpan de Galeana. Der damalige Sekretär der nationalen Verteidigung, Hermenegildo Cuenca Díaz, setzt mehr als fünftausend Soldaten gegen ihn an. Ein erster Zusammenstoss mit den Soldaten findet am 11. Oktober 1974 auf dem Berg Achotla statt. Lucio schafft es, mit drei Verletzungen am linken Bein zu entkommen.

Die mexikanische Armee verliert ihn während Wochen aus den Augen. Am 30. November spüren die Soldaten die Rebellen dank eines Verräters wieder auf. Lucio hat 17 Verluste, kommt aber erneut davon zusammen mit drei seiner Gefolgsmänner.

Der Kommandant der XXVII Einheit, der General Eliseo Jiménez Ruiz, nimmt im Dörfchen Guayabito vier Mädchen zwischen 16 und 20 Jahren alt als Geiseln und droht, dass er sie foltern, vergewaltigen und umbringen wird, wenn ihm niemand den Aufenthaltsort der Guerilleros mitteilt.

Am folgenden Tag verrät der örtliche Kommissar von Guayabito dem General, wo sich Lucio befand.
Am 2. Dezember umzingeln Truppen der fuerzas de Tarea Lucio in El Ototal und ermorden ihn dort, indem sie ihm ins Gesicht und den Rücken schiessen.

Das Total der Verschwundenen während des „Schmutzigen Krieges“ der 60er und 70er Jahre beträgt mehr als 400 in der Region von Atoyac, in der Mehrheit verursacht durch Angehörige des Militärs. Im ganzen Land verschwanden 1300 Menschen. Viele Verschwundene hatten keine Beziehung zu den bewaffneten Gruppen. Die Regierung rechtfertigt die Gegenwart des Heeres im Staat damit, dass sie die Ausführung ihres „sozialen Projektes“ (der Entwicklung) retten müsse, indem sie die Bewegung und den ständigen Aufenthalt der Truppen in den marginalisierten Zonen fördert und erleichtert.

Die Politik der physischen Repression, welche vom mexikanischen Staat während der 60er, 70er und 80er Jahre gegen die gegen das Regime wirkenden oppositionellen Aktivisten angewandt wird, bleibt wie eine offene Wunde in der mexikanischen Gesellschaft, denn die Verantwortlichen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit bleiben straffrei.

Die Partei der Armen, welche von Lucio Cabañas Barrientos gegründet worden war, überlebte bis 1989. Danach schloss sie sich mit anderen Untergrundsgruppen zusammen, welche im Jahre 1995 in die Populäre Revolutionsarmee (EPR), die Armee des aufständigen Volkes (ERPI) und die Bewaffneten Revolutionären Kräfte des Volkes (FARP) mündeten.

Zwischen dem 1. Februar und dem 31. März 1975 ist Javier Olea Muñoz der provisorische Gouverneur des Staates. Índex ...

1/04/1975 => 31/03/1981: REGIERUNG VON RUBEN FIGUEROA FIGUEROA (PRI)

Der von der Partei der Armen entführte Senator Rubén Figueroa Figueroa wird zum Senator des Staates Guerrero gewählt. Der Gouverneur hält nahe Beziehungen mit Miguel Nazar Haro aufrecht, der 1976 als Vorsitzender der Föderalen Sicherheitsdirektion (DFS) fungiert, einem Organismus, welcher sich durch seine unmenschlichen polizeilichen Methoden auszeichnet und verantwortlich ist für Zwangsbeseitigung, Genozid und Folter. Nazar Haro wird als Gründer der paramilitärischen Gruppe, genannt Weisse Brigade oder Spezialbrigade, betrachtet. Diese Gruppe besteht aus Militärs und Agenten, welche in verschiedenen Körperschaften die mexikanische Guerilla bekämpfen, indem sie Menschen festnehmen, foltern, verschwinden lassen und hinrichten. Sie wirken während der 60er bis anfangs der 80er Jahre.

Im Bericht der Nationalen Menschenrechtskommission (CNDH) über den „Schmutzigen Krieg“ erscheint Nazar Haro als eine der unerbitterlichsten Figuren gegenüber der Guerilla. Die Menschenrechtsorganisationen und Organisationen von Familienangehörigen Verschwundener beschuldigen ihn, an der Beseitigung von 1200 Personen in Mexiko beteiligt gewesen zu sein. Nazar Haro und der General Mario Arturo Acosta Chaparro (Staatsdirektor der Polizei und des Verkehrs und Mitglied der DFS und der Weissen Brigade) sind die Hauptangeklagten in Sachen Zwangsbeseitigungen, Folter und Hinrichtungen, die im Staat Guerrero vorgefallen sind.

Im Jahr 1979 gewinnt die Kommunistische Partei Mexikos (PCM) mit dem Lehrer Othón Salazar die Wahlen in Alcozauca de Guerrero, einer armen Indígena-Gemeinde in La Montaña. Es ist die erste Gemeinde in ganz Mexiko, welche von der Opposition regiert wird. Dieser Erfolg ist legendär in einer Zeit, die von konstanter Verfolgung der Regierungsgegner gekennzeichnet ist. Die Kommunisten machen es sich zur Aufgabe, die Volksgruppen von La Montaña zu organisieren, indem sie die Verfassung des Volksrates von La Montaña (CPM) einberufen. Man spricht vom Roten Montaña. Heute ist Alcozauca bereits seit 35 Jahren an der Macht, zuerst mit dem PCM, dann mit der Partei der Demokratischen Revolution (PRD). Índex ...

1/04/1981 => 31/03/1987: REGIERUNG VON ALEJANDRO CERVANTES DELGADO - PRI

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1/04/1987 => 31/03/1993: REGIERUNG VON JOSÉ FRANCISCO RUIZ MASSIEU - PRI

1989 etabliert sich der PRD im Staat Guerrero durch zehn Distriktversammlungen, in welchen verschiedene Oppositionsorganisationen und –Parteien zusammenfliessen. Von da an nimmt der WählerInnenanteil stetig zu und der PRD erobert immer mehr Gemeinden.

Anfangs der 90er Jahre wird auch die indigene Bewegung in Guerrero immer stärker. Am 21. Oktober 1990 konstituiert sich der Rat der Nahua-Dörfer (pueblos) vom Alto Balsas (CPNAB). Dieser vereint einen breiten Sektor der Autoritäten aus den Dörfern der Region, Gemeindekommissare und Verantwortliche der Gemeinschafts- und Gemeindegütern. Die führenden Personen des Rates besuchen die indigenen Dörfer des Staates und suchen um Unterstützung bei verschiedenen Bereichen der mexikanischen Gesellschaft nach.

Im September 1991 wird der Guerrensische Rat 500 Jahre indigener, schwarzer und populärer Widerstand (CG500ARI) gegründet, mit dem Ziel, die kontinentale Kampagne der Gegenfeier zum fünfhundertjährigen Gedenken der Eroberung zu koordinieren. Es geht darum, in verschiedenen Staaten der Republik indigene Räte zu gründen. Jedoch nur in Guerrero setzte sich die Arbeit des Rates nach dem Gegengedenken fort.

Die Mitglieder des CPNAB nähern sich dem CG500ARI, um gemeinsam eine zivile Widerstandsbewegung gegen das Projekt des hydroelektrischen Staudamms von San Juan Tetetlcingo zu organisieren. Dieser Stausee würde mit dem gestauten Wasser die Häuser und das Land überschwemmen und einen kontraproduktiven Einfluss auf die Kultur, die Umwelt und das Leben von mehr als 22 Nahua-Dörfern im Alto Balsas haben. Dies entspricht 56000 Menschen. Sie führen verschiedene Aktionen durch wie Hungerstreike, Demonstrationen und Sitzstreike in Chilpancingo und Mexiko-City und Solidaritätsaufrufe an die nationale und internationale Zivilgesellschaft.

Im Jahr 1992 ruft die Pfarrei von Santa Cruz El Rincón, Gemeinde von Malinaltepec (Montaña), die Dörfer zusammen, um ein erstes Treffen zur Analyse der Bedürfnisse und Lebensbedingungen der indigenen Dörfer von Costa-Montaña durchzuführen. Während eines Jahres versammeln sich Gemeinderäte, Kantoren, KatechetInnen, Sigristen und Verantwortliche der Gemeinschaftsgüter. Daraus wird drei Jahre später die Bildung der Gemeinschaftspolizei hervorgehen. Der Priester Mario Campos Hernández, Pfarrer von Santa Cruz El Rincón, ist einer der Initiatoren des Projektes.

Zwischen dem 2. und 12. Oktober 1992 findet der ’Marsch für Würde und Widerstand der indigenen Völker’ statt, der von Chilpancingo (Hauptstadt von Guerrero) zum Hauptplatz von Mexiko-City führt. Diese Aktion war Teil der Mobilisierungen gegen die Gedenkfeierlichkeiten zum fünfhundertsten Jahrestages des sogenannten “Treffens von zwei Welten“. Ausserdem wurde damit auch dem Feiern von fünfhundert Jahren Widerstand der indigenen Völker Ausdruck gegeben. Am 13. Oktober 1992 unterschreibt der damalige Präsident Carlos Salinas de Gortari ein Dokument, welches bestimmt, dass das hydroelektrische Projekt von San Juan Tetelcingo suspendiert wird. Dies stellt einen Sieg für die Widerstandsbewegung dar, welche vom CPNAB und dem CG500ARI organisiert wurde.

Während der Präsidentschaft von José Francisco Ruiz Massieu (1987-1993) werden zweihundert Anhänger des PRD ermordet. Die Interamerikanische Organisation für Menschenrechte (CIDH) veröffentlicht einen Bericht, welcher Verletzungen von Menschenwürde durch zivile und militärische Sicherheitskörperschaften während dieser Regierungszeit aufzeigt. Speziell angeklagt wird General Heriberto Salinas Altés, welcher die neunte Militärregion, damals mit Sitz in Acapulco, kommandierte.

Die letzten Tage der Präsidentschaft von José Francisco Ruiz Massieu und die ersten jener von Rubén Figueroa Alcocer sind besonders gewalttätig. Am 9. Februar 1993 werden 24 Bauern mit Hochleistungswaffen in der Nähe des Dorfes Huautla, Montaña, ermordet. Die Regierung erklärt, dass diese Massenermordung aufgrund von Familienstreitereien, die im Zusammenhang mit Drogenhandel standen, erfolgt sei. Vier Monate später, am 5. Juni betreten 170 Polizisten das Dorf Yolotla, das etwa dreihundert EinwohnerInnen zählt, um die vermeintlichen Verantwortlichen für die Tötungen vom 9. Februar in Erfahrung zu bringen. Sie provozieren eine Konfrontation, die mehr als sechs Stunden dauert und zwei tote Bauern, einige geschlagene und durch Schüsse verletzte Frauen und Männer zur Folge hat, sowie niedergebrannte und geplünderte Häuser und 14 Festgenommene. Zehn Bauern werden zu dreissig Jahren Zuchthaus verurteilt, trotzdem, dass sie beweisen konnten, dass sie an den Vorfällen nicht beteiligt waren. Índex ...

1/04/1993 => 12/03/1996: REGIERUNG VON RUBEN FIGUEROA ALCOCER - PRI

Mit Rubén Figueroa Alcocer steigt die Zahl der aus politischen Motiven Ermordeten. Die Gemeindewahlen im Oktober 1993 sind besonders gewalttätig. Sechs Menschen verlieren das Leben und vier verschwinden. Alle Opfer hatten enge Beziehungen zum PRD. In allen Fällen stellt die Regierung die Opfer als Verbrecher, Guerilleros oder Drogenhändler dar oder rechtfertigt die Ermordungen mit persönlichen oder familiären Problemen.

Anfangs des Jahres 1994 wird der Staat als Folge des bewaffneten Aufstandes in Chiapas militarisiert: Posten der Staats- und Föderalpolizei zur Aufspürung von Guerillazellen werden eingerichtet, sowie Helikopterüberflüge durchgeführt. Der CG500ARI organisiert Unterstützungsdemonstrationen für das Zapatistische Heer der Nationalen Befreiung (EZLN).

Am 28. September 1994 wird der Ex-Gouverneur José Francisco Ruiz Massieu. Für diese Tötung wird Raúl Carlos Salinas de Gortari, der Bruder des Ex-Präsidenten und Schwager des Opfers, verurteilt.

AFENTES DE LA POLICÍA COMUNITARIADen Bemühungen, die indigene Bewegung des Staates zu mobilisieren, wurden zahlreiche Hindernisse in den Weg gelegt. 1994 wird der Priester Mario Campos Hernandez, der in Verbindung stand zu dem, was später die Gemeinschaftliche Polizei genannt wird, auf einer Strasse der Gegend überfallen. Der Minister für den öffentlichen Bereich liess vernehmen, dass es sich um eine „Strassenbande“ handelte. Die Leute selber bestätigen aber, dass der Kommissar von Santa Cruz del Rincón selber die Täter bezahlt hatte.

Am 28. Juni 1995 ereignet sich das Massaker von Aguas Blancas in Costa Grande. Bauern, die der Organisation der Bauern der Sierra Sur (OCSS) angehören, werden auf ihrer Reise nach Atoyac, wo sie einer Demonstration beiwohnen wollten, von Angehörigen verschiedener Polizeikorps angegriffen. 17 Bauern sterben und 21 werden schwer verletzt. Die Polizisten legen Feuerwaffen unter die Toten, um den Anschein zu geben, dass die Tötungen Folge eines Angriffes gewesen seien. Die Nationale Kommission für Menschenrechte (CNDH) untersucht die Vorfälle und kommt zum Schluss, dass die Bauern keine Feuerwaffen auf sich getragen hatten und es sich demzufolge nicht um einen Angriff, sondern um Hinrichtungen handelte. Zwanzig Funktionäre der Staatsregierung, begonnen beim Generalsekretär der Regierung Rubén Robles Catalán und dem Staatsanwalt Antonio Alcocer Salazar, werden der administrativen Verantwortung des Massakers und der Aussagenverfälschung für schuldig befunden. Wenig später entlastet der Spezial-Staatsanwalt, der für den Fall zuständig war, den Gouverneur und seine engsten Mitarbeiter und hinterlegt eine Kaution für zwanzig Polizisten und 23 Funktionäre.

Am 15. Oktober 1995 wird die Gemeinschaftliche Polizei gegründet. 52 Dörfer der Gemeinden San Luis Acatlán, Malinaltepec, Copanatoyac, Atlamajalcingo del Monte und Metlatónoc, alle liegen in La Montaña (Guerrero), schliessen sich zusammen, um ihre eigene Polizei zu schaffen. Damit üben sie die Rechte der Selbstregierung aus, welche im Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeiterorganisation (OIT) anerkannt werden und reagieren damit auf die zunehmende Gewaltbereitschaft und Korruption der offiziellen Polizei. In den folgenden Jahren setzen sie ihr eigene Administration und Gerichtsbarkeit in Kraft, welche mit ihrem eigenen Normensystem übereinstimmen.

Aufgrund des konstanten Drucks legt Rubén Figueroa Alcocer sein Amt am 12. März 1996 in der Halbzeit seiner Amtsperiode,.nieder, um – wie er sagt – die Untersuchungen im Fall Aguas Blancas durch den Nationalen Obergerichtshof (SCJN) zu erleichtern. Índex ...

12/03/1996 => 31/03/1999: REGIERUNG VON ANGEL AGUIRRE RIVERO - PRI

Angel Aguirre Rivero ersetzt Rubén Figueroa Alcocer als Gouverneur von Guerrero. Am 12. April 1996 stellt die SCJN ihren Bericht vor. Dessen Schlussfolgerungen weisen unter anderen dem Ex-Gouverneur, dem Ex-Regierungssekretär und dem Ex-Staatsanwalt klare Verantwortung zu. Trotzdem berücksichtigen weder die Staatsanwaltschaft (PGR) noch der Obergerichtshof (TSP) die Empfehlungen des SCJN. Am 14. Juni bestimmt die Staatsanwaltschaft des Staates Guerrero, dass der Ex-Gouverneur und seine wichtigsten Mitarbeiter “weder auf direkte oder indirekte Art und Weise noch induktiv beteiligt gewesen waren am Auftrag der Verbrechen.”

Am 29. Juni 1996 formiert sich eine bewaffnete Gruppe, das populäre revolutionäre Heer (EPR) im Gedenken an das Massaker von Aguas Blancas. Gegen hundert bewaffnete und Kapuzen tragende Männer und Frauen präsentieren ihr “Mainfest von Aguas Blancas”. Darin denunzieren sie, dass die “institutionalisierte Gewalt” gleich stark geblieben ist wie in den Zeiten von Lucio Cabañas Barrientos und Genaro Vásquez Rojas, welche zu den Waffen griffen gegen die Ausbeutung und die Unterdrückung: “Angesichts der institutionalisierten Gewalt ist der bewaffnete Kampf ein legitimes und notwendiges Mittel des Volkes, um seinen souveränen Willen zu bestärken und den Rechtsstaat wieder zu erlangen.” Eine seiner Hauptforderungen ist die Forderung nach Gerechtigkeit. Am selben Tag, in der Nacht, ereignet sich ein bewaffneter Zusammenstoss zwischen einer Gruppe des EPR und Staatspolizisten in Zumpango del Río. Drei Polizisten werden verwundet.

Der EPR beteiligte sich an verschiednen Kapmfhandlungen in Guerrero. Die Bewegung weitete sich durch Besuche in Gemeinden aus, während denen direkte Gespräche mit den EinwohnerInnen im Vordergrund standen. Die Bundesregierung reagierte auf das Auftauchen des EPR mit Verfolgungen gegen Mitglieder von sozialen Organisationen (im speziellen gegen die Mitglieder der OCSS und des PRD). Sie entschied, das EPR mit dem Heer zu bezwingen. Dazu wurden die wichtigsten militärischen Posten in Guerrero ausgewechselt, um von neuem Generäle einzusetzen, welche an der Guerillaverfolgung in den siebziger Jahren beteiligt waren. Die Militarisierung nahm sichtbar zu.

Am 22. Dezember 1996 entwaffnen Truppen des Militärs zwei Einheiten der Gemeinschaftlichen Polizei in San Luis Acatlán.

Am 25. Februar 1997 lassen Polizisten der Staatspolizei zwei Indígenas verschwinden, welche sie in Tlacoachistlahuaca, Costa Chica, festhielten. Menschenrechtsvertreter bilden eine “Friedenbeobachtungsbrigade”.

Im April 1997 beschuldigen Nahua-Indígenas der Gemeinde Atlixtac in Montaña Militärs des 50. Infanterierbataillons der aussergerichtlichen Exekution, Einschüchterung, willkürlichen Verhaftung, Störung des öffentlichen Lebens und der militärischen Belagerung.

Ende Mai 1997 ereignen sich die zwei schwerwiegendsten Zusammenstösse zwischen dem Bundesheer und dem EPR: Einer auf der Strasse von Chilapa in La Montaña, wo zwei Guerilleros sterben und zwei Soldaten und bis zu zwanzig Soldaten verwundet wurden, der andere in der Sierra von Atoyac, wo der Kampf mehr als sieben Stunden dauert und zwei Guerilleros und drei Soldaten sterben und viele verwundet werden. Gegenüber dieser Gewalt fordern die sozialen und politischen Organisationen den Dialog und die Suche nach Frieden.

Am 3. Dezember 1997 vergewaltigen Soldaten des Militärs zwei indigene Frauen aus Tlapan im Paraje von Tlacolcingo, im Bezirk Atlixtac. Einen Monat später wurden sechs Inidígenas von Soldaten festgenommen, zu einem Mohnfeld geführt und dort fotografiert, um sie des Drogenhandels zu bezichtigen.

Am 8. Januar 1998 gründet eine Gruppe vom EPR das revolutionäre Heer des aufständischen Volkes (ERPI), eine Bewegung, die sich darum bemüht, bei Entscheidungsfindungsprozessen näher an der Basis zu sein. Das ERPI bildet den wichtigsten Sektor der Militanten und der EPR-Anhänger in Guerrero. Es führt militärsiche und politische Aktionen aus. Es ist diejenige bewaffnete Gruppe, die ideologisch dem Zaptistischen Heer für nationale Befreiung (EZLN) am nächsten steht.

Am 22. Februar 1998 organisieren Mitglieder der Organisation Ökologische Bauern der Sierra von Petatlán und Coyuca de Catalán (OCESP) in Costa Grande den “Holzstreik”.Während eines Monates blockieren sie alle Wege, die zur Sierra führen, um die illegale Ausfuhr von Holz aus jener Region zu unterbinden; ein Geschäft, welchem die transnationale Firma Boise Cascade und die Autoritäten und Führer der Zone gemeinsam nachgehen. Boise Cascade verlässt die Region Monate später mit dem Argument, dass die “Geschäftssituation schwierig geworden sei”.

Am 7. Juni 1998, kaum zwei Jahre nach Aguas Blancas, ereignet sich das Massaker von El Charco in Costa Chica. Am Vortag versammelten sich einige Mixteken-Bauern aus den umliegenden Gemeinden, um sich zu organisieren. An derselben Versammlung nahmen auch Mitglieder des ERPI teil. Da es spät wurde, entschieden sie sich, in der Dorfschule zu übernachten. Im Morgengrauen exekutierten Soldaten des 27. Infanteriebatallon elf Personen und nahmen 22 fest, indem sie sie der Zugehörigkeit zum EPR anklagten. Die Gefangenen wurden gefoltert und illegalerweise in die militärischen Installationen überführt. Von den 22 Festgenommenen waren fünf minderjährig und zwei Studierende (Ericka Zamora Pardo y Efrén Cortés Chávez). Das Heer verbreitete die Version, dass die EPR-Anhänger die Truppen angegriffen hätten und die Soldaten auf die Agression geantwortet hätten. Mitglieder der sozialen Organisationen wie die Unabhängige Organisation des mixtekischen und tlapanekischen Volkes (OIPMT) und Mitglieder des PRD antworteten unverzüglich auf diese Version und sprachen von einem Massaker.

Am 10. Juni verbreitet das ERPI sein erster öffentlicher Bericht, in welchem es festhält, dass eine seiner Einheiten überraschenderweise von Truppen des Militärs angegriffen worden war. Sie reagierte mit zwei bewaffneten Angriffen,eine gegen das Militär am 22. Juni (die neunte Militärregion spricht von drei toten Soldaten, während das ERPI sagt, die “Sektion zerstört zu haben”), und eine zweite gegen die Staatspolizei am 4. Juli (2 Polizisten sterben und einer wird verwundet).

Am 7. Februar 1999 gewinnt der PRI-Kandidat René Juarez Cisneros die Wahl zum Gouverneur. Am 22. Februar 1999 demonstrieren 25000 Personen in Acapulco gegen den Wahlbetrug und fordern, dass die Wahlen überprüft werden. Índex ...

1/04/1999 => 31/03/2005: REGIERUNG VON RENE JUÁREZ CISNEROS - PRI

Am 14. April 1999 befürworten Bauern- und soziale Organisationen, die Staatsleitung des PRD und die Staatliche Kommission für Menschenrechte (CODDEHUM) die Wiedereröffnung im Fall Massaker von Aguas Blancas.

Am 20. und 21. April bringen Soldaten zwei mixtekische Indígenas um (einer von ihnen ist noch ein Kind) und vergewaltigen zwei Mixtekinnen in Barrio Nuevo San José. Ausserdem töten sie einen weiteren Indígena in einer benachbarten Gemeinde, im Bezirk Tlacoachistlahuaca, Costa Chica.

Am 2. Mai 1999 werden die ökologischen Bauern Rodolfo Montiel Flores und Teodoro Cabrera García von der Organisation der ökologischen Bauern der Sierra von Petatlán und Coyuca von Catalán (Costa Grande) illegalerweise festgenommen, gefoltert, in militärische Installationen überführt und gerichtlich verfolgt aufgrund gefälschter Akten des mexikanischen Heeres. Ein anderer Bauer, Salomé Sánchez Ortiz, wird exekutiert. Ein Jahr später veröffentlicht das CNDH die Empfehlung 8/2000, in welcher sie festhält, dass die Menschenrechte der Ökologen verletzt wurden, weil das mexikanische Heer sie folterte und sie während mindestens zweieinhalb Tagen illegal in ihrer Macht hielt.

Am 3. Mai 1999 bringt die Indigene Organisation der mixtekischen und tlpanakischen Völker (OIPMT) von Ayutla (Costa Chica) eine Klage vor den staatlichen Gesundheitsservice wegen erzwungener Sterilisation von indigenen Frauen und Männer durch Betrug (Versprechen und Bedrohungen, dass ihnen die ökonomische Unterstützung gestrichen würde, falls sie sich nicht der Operation unterziehen würden).

Am 23. September 1999 attackiert der ERPI einen Militärkonvoi in der Nähe von Ayutla. Drei Soldaten werden verletzt.

Am 26. März 2000 entwaffnen Soldaten des 49. Infanteriebatallon Mitglieder der Gemeinschaftlichen Polizei in Pueblo Hidalgo, Bezirk von San Luis Acatlán. Dies ist der Anfang einer Serie von Belästigungen gegen die Gemeinschaftliche Polizei. Am 9. Juli wird der Priester Mario Campos Hernández, Berater der Organisation, festgenommen durch die Staatspolizei unter der Anklage des “Hausfriedensbruch”. Aufgrund des Druckes für seine Befreiung, welche die Bevölkerung seiner Pfarreien ausübt, werden die Anklagen zurückgenommen.

Am 3. August 2000 wird der Rat der Nation der Amuzga in Xochistlahuaca (Costa Chica) Opfer von Beleidigungen, Bedrohungen und Aggressionen von seiten von PRI-Anhängern, weil sie gegen die Gemeindepräsidentin Aceadeth Rocha protestiert haben, welche Bräuche und Geplogenheiten nicht respektiert.

Im August 2000 wird der Umweltschützer Rodolfo Montiel trotz der Empfehlung des CNDH und des internationalen Druckes zu sechs Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt, weil er Marihuana angepflanzt hätte, ohne Lizenz Waffen getragen hätte, auch solche, deren Tragen ausschliesslich dem Heer vorenthalten ist. Teodoro Cabrera wird zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Waffen getragen habe, die ausschliesslich für das Militär bestimmt sind.

Am 16. September 2000 wird der Priester Mario Campos Hernández von einer Gruppe Bewaffneter angegriffen. Der Pfarrer denunziert diese und weitere Vorfälle der Beleidigungen und Todesdrohungen. Er stellt sie in Verbindung mit seinem Einsatz für die Marginalisierten. Dieser beeinträchtigte die politischen und wirtschaftlichen Interessen der PRI-Führer der Region. Zwei Tage später verhaften Agenten der Staatspolizei von Guerrero (PJEG) Bruno Plácido Valerio, Berater der Gemeinschaftlichen Polizei, indem sie sie anklagen, vier mixtekische Frauen vergewaltigt zu haben. Diese Anklage wurde von den vermeintlich Betroffenen selber widerlegt. Das Menschenrechtszentrum von la Montaña Tlachinollan und der Guerrensische Rat 500 Jahre indigener Widerstand denunzieren eine Anti-Kampagne gegen die Gemeinschaftliche Polizei und fordern die unmittelbare Freilassung von Bruno Plácido Valerio. Am 20. Oktober wird der Generalkomandant der Gemeinschaftlichen Polizei, Agustín Barrera Cosme, verhaftet. Da keine Tatbestände gegen ihn gefunden werden, wird er wenig später wieder freigelassen.

Am 8. Januar 2001 werden die amuzgischen Indígenas, welche den Bezirkspalast von Xochistlahuaca besetzten um die Absetzung der Präsidentin zu fordern, mit Gewalt weggeschafft.

Im Februar 2001 beginnt die Nichtregierungsorganisation Peace Brigade International (PBI) MenschenrechtskämpferInnen im Staat Guerrero zu begleiten. Es ist die erste NGO mit permanentem Sitz in Guerrero.

Am 5. März 2001 akzeptiert die mexikansiche Regierung die Empfehlung der CIDH, welche empfiehlt, den Fall Aguas Blancas wieder zu eröffnen. In diesem Fall muss eine seriöse, unparteiische und effeketive Unetrsuchung über die Vorfälle gemacht werden und die vermeintliche Verstrikung von Rubén Figueroa Alcocer und seiner wichtigsten Mitarbeiter, welche in der ersten Untersuchung entlastet wurden, untersucht werden.

Am 8. März erreicht der Marsch der Zapatisten Iguala. Er wird durch 7000 Personen empfangen. Am 13. Juni 2001 mobilisieren sich verschiedene indigene Organisationen, um den Staatskongress zu bitten, das Indígena-Gesetz, welches vom Bundeskongress vorgeschalgen wurde, zurückzuweisen. Sie besetzen den Kogress während zwei Tagen. Einige inigene Führer kriegen darauf einen Haftbefehl, weil sie an der Blockade teilgenommen haben.

Im Oktober 2001 bringen internationale Organisationen den Fall der ökologischen Bauern vor die Interamerikanische Organisation der Menschenrechte (CIDH). Am 9. November werden Rodolfo Montiel und Teodoro Cabrera auf Befehl des Präsidenten Fox, als sich dieser grossem nationalen und internationalem Druck ausgesetzt sah, mit “humanitären Argumenten” befreit. Diese Amnesie anerkennt jedoch weder ihre Unschuld, noch nimmt es die intelektuellen und materiellen Autoren der Vorfääe in Verantwortung.

Am 16. Februar 2002 wird die tlapanekische Indígena Valentina Rosendo Cantú in Barranca Bejuco, Montaña, von Soldaten des 41. Infanterie-Batallons befragt, bedroht, geschlagen und vergewaltigt.

Am 14. März 2002 veröffentlicht die Staatliche Menschenrechtskommsission (CODDEHUM) die Epfehlung 019/2002 über neun aktuelle Fälle von Verschwundenen: Sie macht 21 Personen der Polizei dafür verantwortlich. Darunter verschiedene Kommandanten und Direktoren der staatlichen Polizei.

Am 23. März 2002 demonstrieren 4000 Indígenas von Costa-Montaña und 700 Gemeinschaftspolizisten als Unterstützung der Gemeinschaftlichen Polizei in San Luis Acatlán. Vier Tage bevor die staatliche und militärische Frist abgelaufen ist, bis zu welcher die Gemeinschaftliche Polizei zu verschwinden hatte.

Am 25. März 2002 wird eine weitere tlapaneksiche Indígena, Inés Fernández Ortega, von Soldaten des 41. Infanterie-Batallons in Barranca Tecuani, Costa Chica, vergewaltigt.

Am 31. Mai 2002, vier Jahre nach ihrer Inhaftierung, werden die politischen Gefangenen Erika Zamorra und Efrén Cortés, welche während des Massakers von El Charco festgenommen wurden, befreit. Sie waren gefangen, weil sie beschuldigt wurden, Mitglieder des EPR zu sein.

Im November 2002 bilden amuzgische Indígenas in Xochistlahuaca eine autonome Gemeinde. Aufgrund des absoluten Vertrauensverlustes in die Regierungs- und parteipolitischen Institutionen und der Überzeugung, dass sie über die institutionalisierten Kanäle niemals ihre primären Bedürfnisse befriedigen und den Konflikt lösen könnten, welcher heute ihre Gemeinden teilt, entscheiden sie sich, auf die traditionellen Regierungsformen ihrer Vorfahren zurückzugreifen und ganz auf ein autonomes Regierungsprojekt zu setzen, welches keine Beziehungen eingeht mit den politischen Parteien und den staatlichen Autoritäten in Guerrero.

Am 13. Mai 2003 bekämpfen sich in Zapotitlán Tablas Militante der PRI-Organisationen Antorcha Campesina und Liga Agraria del sur Emiliano Zapata (LARSEZ) auf gewalttätige Art und Weise wegen politischen Motiven. Vier Menschen sterben, 42 werden verletzt und neun verschwinden.

Am 5. Jni 2003 werden in Barranca Guadalupe, Montaña, vier indígenas getötet. Einem Anführer der Organisation der indigenen Völker Me’phaa (OPIM) zufolge, hatten die Ermordeten Verbindungen mit einer paramilitärischen Gruppierung.

Am 14. Januar 2004 foltern und ermorden Gemeindepolizisten von Zapotitlán Tablas (Montaña) den achtzehnjährigen Sócrates Tolentino González Genaro. Sie nützen es aus, dass seine indigene Mutter nicht lesen kann, damit sie einen Brief unterschreibt, in welchem belegt wird, dass sich ihr Sohn das Leben nahm.

Im Mai 2004 werden 15 Haftbefehle gegen Anführer und Mitglieder der Organisation der ökologischen Bauern der Sierra von Petatlán und Coyuca von Catalán (OCESP) verhängt wegen des Mordes am Sohn des madererischen Kaziken Bernardino Bautista Valle, welcher sich am 30. Mai 1998 ereignet hatte. Im Strafprozess gab es verschiedene Unregelmässigkeiten, welche zu sagen erlauben, dass es sich um einen Akt mehr handelt in der Verleumdungspolitik gegen die OCESP. Am 3. November wird Felipe Arreaga Sánchez festgenommen, einer der Anführer der OCESP, gegen welchen ein Haftbefehl vorliegt. Obwohl überzeugende Beweise für seine Unschuld vorliegen, ist er weiterhin im Gefängnis von Zihuatanejo eingesperrt. (Siehe: dringende Aktion)

Am 2. Dezember und den darauffolgenden Tagen erhält Marco Antonio Suástegui Muñoz, ein führendes Mitglied des Consejo de Ejidos y Comunidades Opositores a La Parota (CECOP), eine Gruppierung, die sich gegen den Bau des Staudamms La Parota im Bezirk Acapulco wendet, Todesdrohungen.

Am 3. und 4. Dezember 2004 beruft das Menschenrechtszentrum von Montaña Tlachonillan das Forum „Gegen das Schweigen und das Vergessen: Die Stimme der indigenen Völker Mexikos“ ein, welches die eine staatliche Agenda für die integrale Entwicklung und die Autonomie der indigenen Völker in Guerrero verfasst.

Am 9. Dezember 2004 erhält Obtilia Eugenio Manuel, Mitglied der Organisation des tlapanekischen indigenen Volkes, AC (OPIT) und Übersetzerin von Inés Fernández Ortega (welche 2002 von Soldaten vergewaltigt wurde) Todesdrohungen, die sich gegen sie und gegen ihre Familie richten, wegen ihres Diskurses am Forum, welche in Tagen zuvor stattgefunden hatte. Einen Monat später empfiehlt die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) den Petitionen verschiedener Organismen Folge leistend dem mexikanischen Staat, Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen für den Schutz der Menschenrechtskämpferin und ihrer Familie.

Am 20. Dezember 2004 eröffnet der autonome Bezirk von Xochistlahuaca das gemeinschaftliche Radio Ñomndaa (Wort des Wassers). Es ist das erste Radio in amuzgischer Sprache, welches den Bezirk und alle umliegenden Dörfer erreicht. Einen Monat später denunzieren die traditionellen Autoritäten Beleidigungen und Repressionen gegen ihr Radio.

Am 6. Februar 2005 gewinnt der PRD-Kandidat Zeferino Torreblanca Galindo mit 55% der Stimmen die Gouverneurswahlen von Guerrero. 42% der Stimmen erhielt der PRI-Kandidat und 1% jener des PAN. Es ist das Ende von achtzig Jahren PRI-Dominanz im Staat. Índex ...

1/04/2005: REGIERUNG VON ZEFERINO TORREBLANCA GALINDO - PRD

Im April ernennt der neue Gouverbeur Zeferino Torreblanca Galindo den Ex-Militär Heriberto Salinas Altés in das Sekretariat für öffentliche Sicherheit. Dieser General war der Kommandant der neunten Militärregion in der Zeit der stärksten Repressionen gegen PRD-Anhänger in der Regierung von Ruiz Massieu (1987-1993) und ist erwähnt in einer Empfehlung der CIDH.

Die zivilen Organisationen drücken ihren Unmut dieser Nominierung eines Militärs im Kabinett gegenüber aus und erinnern daran, dass die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) und die Organisation der Amerikanischen Staaten (OEA) Mexiko empfahlen, keine Ex-Militärs in öffentliche Ämter zu befördern und die Dörfer zu entmilitarisieren.

Am 6. Juli 2005 verliert José Rubén Robles Catalán, Ex-Sekretär in der Administration vom Gouverneur Rubén Figueroa Alcocer, das Leben bei einem Attentat in Acapulco. José Rubén Robles Catalán wurde als einer der Hauptverantwortlichen für das Massaker von Aguas Blancas bezeichnet. Am folgenden Tag bekennt sich das Comando Popular Revolucionario La Patria es Primero, eine unbekannte bewaffnete Gruppe zum Attentat gegen Robles Catalán. Sie geben zu, dass „sie die intellektuellen Hauptverantwortlichen des Massakers von Aguas Blancas für schuldig befunden und mit den Höchststrafen verurteilt haben“. Die Gruppe droht damit, die weiteren drei Verantwortlichen des Massakers zu ermorden (den Ex-Gouverneur Rubén Figueroa Alcocer, den Ex-Staatsanwalt Antonio Alcocer Salazar und den Ex- Polizeidirektor Héctor Vicario Castrejón), falls die neue Regierung keine Gerechtigkeit walten lässt im Fall von Aguas Blancas.

Am 9.August übergaben Umweltschutzorganisationen und Menschenrechtsverteidiger den Chico Mendez Preis direkt im Zihuatanejo Gefängnis an Felipe Arreaga, der von Amnesty International als Gewissensgefangener anerkannt war. Am 15. September wurde er nach über 10 Monaten Haft frei gelassen. Laut Menschenrechtszentrum Tlachinollan ”bestätigt diese Entscheidung, das er wegen seinem Kampf für die Umwelt verfolgt wurde.”

Am 23.August gab es eine Gemeindeversammlung in San Marcos um über das Projekt La Parota abzustimmen, und danach am 27. November eine weitere in Dos Arroyos, wo Ungereimtheiten angeklagt wurden, wie Stimmenkauf oder den Ejidomitgliedern den Zugang zu versperren die als Gegner des Projektes einzuschätzen sind. Ausserdem besetzten die Staatspolizei und Gemeindepolizei das Kommisariat und versuchten, laut Zeugenberichten die Gegner zu provozieren. Zum Schluss fand noch eine Gemeindeversammlung am 27. Dezember in Los Huajes statt. Die Versammlung fand ausserhalb des betroffenen Ejidos (Gemeindeland) mit der öffentlichen Sicherheitskräfte statt. Der Aufruf wurde als illegal und die Stimmen als ungenügend denunziert.

Im Semtember 2005 wurde der frühere politische Gefangene, Miguel Ángel Mesino Mesino, der wegen Beziehungen zum revolutionären Volksheer,  EPR angeklagt war und Bruder der Anführerin der Bauernorganisation der südlichen Berge (OCSS), Rocío Mesino, im Zentrum von Atoyac erschossen. Die OCSS wurde ausserhalb Guerreros nach den Ermordungen von Aguas Blancas am 28. Juni 1995 bekannt, als Polizisten 17 Bauern töteten und 14 schwer verletzten, die meisten aus der OCSS:

2006

Am 19. Januar erklährte das Agrargericht (Tribunal Unitario Agrario TUA) in Acapulco, Guerrero die Versammlung von San Marcos vom 23. August 2005, wegen offensichtlicher Ungereimtheiten, unter anderem weil gar nicht zur Versammlung aufgerufen war, was eine Verletzung des Agrarrechts bedeutet, für ungültig. Am 1. März wurden Forderungen zur Ungültigkeitserklährung der Versammlungen in Dos Arroyos, La Palma und Los Huajes, an das Agrargericht gestellt, die die Enteignung von Ländereien aufgrund des Projektes der Wasserkraft La Parota befürworteten.
Im April besuchte die Andere Kampagne, La Otra Campaña, angeführt vom Delegierten Null, Guerrero. Die Karawane besuchte historische Widerstandsorte der Guerrerenser. Der subcomandante Marcos bot der Bewegung gegen die Parota die Unterstützung der Zapatista Gemeinden und der EZLN an.

Am 9. Mai, führte der  Gouverneur des Staates, Zeferino Torreblanca Galinda, einen Marsch von Gemeindemitgliedern (comuneros) zu Gunsten des Megaprojektes La Parota an. Ungefähr 2000 Personen, überwiegend Mitglieder des Rates der Ejidos und Gemeinden in Opposition zur Parota Consejo de Ejidos y Comunidades Opositores a La Parota (CECOP), antworteten mit einer anderen Demonstration am 14. Mai um zu zeigen, das sie keine Minderheit sind und um anzuklagen, das der Gouverneur keine neutrale Haltung gegenüber dem Megaprojekt zeigt.

Der Bauer und Umweltschützer  Felipe Arreaga klagte an, am 29. Mai Opfer von Amtsmissbrauch durch Militärangehörige an einem Kontrollposten in der Gemeinde La Botella in den Bergen von Petatlan geworden zu sein. Am 5. Juni gab ihm Präsident Vicente Fox den Umweltpreis, Premio al Mérito Ecológico in Chihuahua.

Autoritätsmißbrauch, Verletzungen des Arbeitsrechtes, willkürliche Festnahmen, und die Verweigerung des Rechts auf Bildung, waren die häufigsten Menschenrechtsverletzungen, laut 12. Berichtes des Menschenrechtszentrums Tlachinollan, der Anfang Juni vorgestellt wurde.

Zwischen dem 10. und 13. August besuchte der Spezialbeauftragte der UNO für Menschenrechte der indigenen Völker Rodolfo Stavenhagen, Guerrero. Er sagte die Regierung sei “verpflichtet die Menschenrechte der Bewohner zu schützen die gegen das Megaprojekt Parota sind.” Er nahm auch Zeugenaussagen der Indigenen auf, die Menschenrechtsverletzungen anklagten. Die Fälle beziehen sich auf außergerichtliche Hinrichtungen, Vergewaltigungen durch Soldaten, Landvertreibungen und fehlende öffentliche Dienste.

Im September wurden die Arbeiten im Rahmen des Baus des Megaprojektes Parota vom Nationalen Elektrizitätswerk Comisión Federal de Electricidad (CFE) auf Befehl des dritten Gerichtshofes mit Sitz in Acapulco abgebrochen, genauso wie die Enteignung von Ländereien der Gemeinden La Palma, Los Huajes und Dos Arroyos, die mit Cacahuatepec 67 Prozent der Landfläche darstellen, die für die Instalierung des Megaprojektes benutzt werden soll.

Am 1. Oktober erklärte das Agrargericht Tribunal Unitario Agrario (TUA), mit Sitz in Acapulco die Gemeindeversammlung in Los Huajes für gültig – in welcher Bewohner dem Elektrizitätswerk Comisión Federal de Electricidad (CFE) erlaubt hatten die Enteignung ihrer Ländereien zu beginnen und die Parota zu bauen – in der Annahme die Gegner gerieten bei ihren Aussagen in Wiedersprüche. Das Menschenrechtszentrum Tlachinollan behauptete es gab “Unehrlichkeit und Parteinahme in den Schlussfolgerungen des Agrargerichtes und es handelte “mehr auf politischen Druck als aus rechtlichen Kriterien.”. Am 17. Oktober entschied das selbe Gericht aber zum dritten Mal für die Bewohner comuneros von Dos Arroyos, Gegner des Staudammprojektesopositores La Parota.

Im Oktober klagten Autoritäten und Bewohner von Barranca de Guadalupe, Bezirk Ayutla und die Organisation des indigenen Volkes Me’phaa an, das Truppen in ihre Gemeinde eingedrungen seien, ein Militärcamp aufgebaut haben, die Wasserleitung des Dorfes zerstört und einige Maiskolben abgeschnitten und gegessen haben. Das Menschenrechtszentrum Tlachinollan klagte seierseits die Verhärtung der Militarisierung der indigenen Dörfer in den Bergen und der Küste an. Die Anzeigen der indigenen Me’phaa über die Präsenz von Truppen, und die von ihnen angerichteten Schäden, Belästigungen und Drohungen wodurch Gemeinden wie  Progreso und Barranca de Guadalupe, im Bezirk Ayutla zu Opfern wurden. und die Anzeigen der Gemeindepolizei gegen die militärische Besetzung in San Luis Acatlán sind Teil dieser Tendenz.

Am 1. Oktober gründeten mindestens 30 soziale und gremiale Organisationen die Versammlung der Völker Guerreros Asamblea Popular de los Pueblos de Guerrero (APPG).

Am 25. Oktober kam es in El Limon auf der Straße nach San José Cacahuatepec fast zu gewalttätigen Schlägereien zwischen Sympatisanten und Gegnern der Parota.

Von 155 angezeigten Frauenmorden die in den letzten 3 Jahren in Guerrero passiert sind, hat die  Generalstaatsanwaltschaft, Procuraduría General de Justicia del estado (PGJE) nur 24 verfolgt. Die meisten werden diskriminiert, informiert das Netzwerk Guerreros von Zivilen Menschenrechtsorganismen im November.

Es zeigt das in Guerrero 863 Morde an Mädchen und Frauen wurden zwischen 2001 und 2006 registriert wurden, 1 431 Vergewaltigungen, 416 Tote bei der Geburt eines Kindes, 503 Fälle von Gewalt in der Familie.

Am 6. Dezember erklärte der mexikanische Präsident Felipe Calderón Hinojosa, in seiner ersten Guerrero Reise “weit hinter den Farben der Parteien”, gibt es ein einziges Guerrero“ es vesinkt in Armut und Marginalisierung und verlangt von seinen politischen Akteuren, das wir arbeiten”. Er wurde vom Gouverner Torreblanca (PRD) begleitet. Er lobte “die Verantwortung, die Gastfreundschaft und die Aufrichtigkeit des Gouverneurs Zeferino Torreblanca”  und garantierte ihm: “Herr Gouverneur sie können ganz sicher mit meiner Regierung rechnen”.

Calderón Hinojosa führte den Beginn der Strategie für integrierte wirtschaftliche  Entwicklung der Bezirke an, was ein Programm besonderer Ressourcen für die marginalisiertesten Bezirke des Landes sein soll. Zur selben Zeit wurden die Kürzungen der Mittel für Guerrero, die im Ausgabenprojekt 2007 auftauchen, welches Felipe Calderon geschickt hat, einheitlich von den Abgeordneten des Kongresses am 7. Dezember zurückgewiesen, da sie nicht nur die Entwicklung des Staates verhindert, sondern auch die politische Stabilität riskieren.  Calderón schlägt eine 25 prozentige Kürzung des Programms der Unterstützung Programa de Apoyo a la Entidades Federativas (PAFEF) vor, was eine drastische Kürzung der Mittel für Guerrero zur Folge hat.
Im Dezember klagten Gegner der Parota und Tlachinollan das der Gouverneur Zeferino Torreblanca dem Bau der Straße Dos Arroyos-Agua de Perro und Tunzingo und die Wände des Staudammes mit Mitteln de CFE zugestimmt hat, an Orten welche das Agrargericht verboten hatte. Sie sagten, damit verletzen der Gouverneur und die halbstaatliche Gesellschaft das Gesetz und provozieren Zusammenstöße der Bevölkerung. Der Innenminister, Armando Chavarría Barrera, wies diese Erklärungen zurück.

Der Innenminister informierte am 11. Dezember das das Militär, die Marine, die Polizei und Geheimpolizei, la Policía Investigadora Ministerial (PIM) die Region von  Tierra Caliente und Costa Grande patrulliert haben, um zu vermeiden, das Drogenhändler die vor einer gemeinsamen Operation in Michoacan flüchten, sich in Guerrero verstecken.

2007

Am 6. Januar, starb der Junge David Salgado Aranda, geboren im Bezirk Tlapa, als er, bei der Tomatenernte für die Firma Agrícola Paredes von einem Traktor überfahren wurde. Laut Menschenrechtszentrum Tlachinollan hat sich die Firma geweigert die Familie zu entschädigen. Dieser Tot brachte das Thema Kinderarbeit in Mexiko wieder auf, und lenkte die Öffentlichkeit auf die Bedingungen unter denen Tausende Landarbeiter in Mexiko leben.
Am 8. Januar begannen ejidatarios von Carrizalillo, Bezirk Eduardo Neri (Zumpango), eine Blockade der wichtigsten Zugänge der kanadischen Minengesellschaft auf ihrem Land um einen besseren Pachtpreis derselben zu erzielen und um sicher zu stellen, das die Firma die öffentlicher Arbeiten durchführt, die sie der Bevölkerung versprochen hat.

Die drei Gefangenen im Gefängnis in Acapulco, angeklagt den lokalen Abgeordneten José Jorge Bajos Valverde (PAN) ermordet zu haben, wurden “gefoltert“, ergaben die Untersuchungen der Staatlichen Kommission für Menschenrechtsverteidigung Comisión Estatal de Defensa de los Derechos Humanos en Guerrero (Codehum). Tlachinollan weist darauf hin, das diese Anklagen zur Liste von über 10 dokumentierten Fällen von  Folterungen zwischen 1997 und 2002 in Guerrero angehängt wird. Alle sind weiterhin straffrei.

Am 25. Januar räumten eine Hundertschaft von Staats- und Bezirkspolizisten von Zumpango mit Schlägen die Blockade de Unzufriedenen in Carrizalillo. 70 Stunden lang wurden sie, darunter Frauen und Kinder ihrer Freiheit beraubt. Zwei Frauen wurden verletzt.

Im Februar schlossen sich 7 600 Mitglieder des Militärs, der Marine, der Bundespolizei und der Geheimpolizei im Bundesprogramm “Gemeinschaftsoperation Guerrero Operación Conjunta Guerrero” gegen den Drogenhandel zusammen..

Trotz dieser Gemeinschaftsoperation “Operativo Conjunto Guerrero”,wurden am 5. Februar vier Polizisten und ein Agent der Staatsanwaltschaft ermordet, und zwei Sekretäre wurden in zwei Angriffen auf Gebäude der Geheimpolizei Policía Investigadora Ministerial (PIM) hingerichtet.

Ein Tag nachdem die kanadische Minengesellschaft Luismin den Präsidenten Felipe Calderón und den Gouverneur Zeferino Torreblanca gerufen hat um den Rechtsstaat gegen die Blockade der Ejidatarios von El  Carrizalillo an ihren Haupteingängen der Mine, installierte das mexikanische Militär am 22. Februar einen Kontrollpunkt weniger als 3 Kilometer entfernt von dem Protest.

Am 23. Februar erklärte der Sonderbeauftragte der UNO für Menschenrechte der Migranten, Jorge Bustamante in Bezug auf den Tod von David Salgado (Landarbeiterkind) das sich die Regierung in Bezug auf Kinderarbeit in der Landwirtschaft gleichgültig verhalte.

Am 20. März riefen zivile Menschenrechtsorganismen und Aktivisten aus Mexiko und weiteren 16 Ländern Präsident Felipe Calderón, den Gouverneur Zeferino Torreblanca und den Minister für öffentliche Sicherheit Juan Heriberto Salinas dazu auf, vom Gebrauch der öffentlichen Sicherheitskräfte zur Räumung der Blockade von El Carrizalillo abzusehen. Die Unzufriedenen, die jetzt in der Permanenten Versammlung des Ejidos Asamblea Permanente del Ejido de Carrizalillo organisiert sind bestärkten ihre Entscheidung die Blockaden der Mine Luismin fortzusetzen, bis sie eine Antwort auf ihre Forderungen bekämen.

Am 30. März erkärte das Agrartribunal Tribunal Unitario Agrario (TUA) in Acapulco die Akten der Versammlung von August 2005 in welcher die Bauern von Cacahuatepec das Nationale Elektrizitätswerk Comisión Federal de Electricidad (CFE) autorisierten ihre Ländereien zu enteignen für ungültig und entschied zugunsten der Bauern der Bienes Comunales de Cachuatepec, Gegner der Parota.

Am ersten April wurde ein Abkommen zwischen der Permanenten Versammlung der Ejidatarios und Arbeiter von Carrizalillo "Asamblea Permanente de Ejidatarios y Trabajadores del Carrizalillo" und der Minengesellschaft Luismin erreicht. Dieses Abkommen zielt darauf eine gleichberechtigtere Beziehung zwischen der Firma und den Ejidatarios durch die Erhöhung der Pacht, den Bau einer Trinkwasserleitung, die Asphaltierung der Straße nach Carrizalillo und den Bau eines Gemeindekrankenhauses aufzubauen. Die Firma verpflichtete sich auch, alle gerichtlichen Anklagen die sie gegen die Mitglieder der Widerstandsbewegung in die Wege geleitet hatte zurück zu ziehen.

Am 7. April wurde der guerrerensische Journalist Amado Ramírez Dillanes, Korrespondent der Televisa in Acapulco erschossen. Die Zeitschrift “Proceso” beschreibt die ersten Monate 2007 als “Frühling des Todes” für Journalisten in Mexiko.

Am 15. und 16. Juni feierte das Menschenrechtszentrum Tlachinollan sein XIII Jubileum mit dem Forum “Für die Wege des Widerstands, Por los Caminos de la Resistencia”. Es nahmen mehr als 400 Personen aus 17 sozialen Organisationen und Representanten von 40 Gemeinden teil, um ihre Formen des Widerstands in der Verteidigung ihres Territoriums auszutauschen, ihre Kämpfe zu artikulieren und so den Respekt ihrer fundamentalen Rechte als Personen und Völker zu erreichen.

Am 17. Juni spitzte sich ein Agrarkonflikt um 456 Hektar Land zwischen den indigenen Gemeinden Moyotepec und El Capulín zu, als drei Bauern von Moyotepec in einer Schiesserei getötet wurden.

Am 30. Juni wurde der Ehemann von Inés Fernández (indígena Me’Phaa, gebürtig aus der Gemeinde Barranca Tecoani, die 2002 von Militärs vergewaltigt worden war), Fortunato Prisciliano Sierra, geschlagen und wird bis heute bedroht von Personen die in der Gemeinde als Paramilitärs im Dienst des 48. Batallons der Infanterie mit Sitz in Cruz Grande identifiziert wurden. Es soll sich um die selben Personen handeln, die auch Obtilia Eugenio Manuel, Mitglied der Organisation des indigenen Volkes der Me´Phaa, bedrohen. Für sie hat die Interamerikanische Menschenrechtskommission Comisión Interamericana de Derechos Humanos (CIDH) Schutzmaßnamen gefordert. Am 27. August klagte Fortunato Prisciliano Sierra von Militärs misshandelt worden zu sein. Laut Menschenrechtszentrum Tlachinollan, gibt es den Verdacht, das das Militär und die mexikanische Regierung Fortunato Prisciliano einschüchtern wollen, um die Anklage seiner Frau vor der CIDH zu verhindern.

Am 9. August wurde der Koordinator des Gemeinderadios Ñomndaa (La Palabra del agua) en Xochistlahuaca David Valtierra, von der Ministerialpolizei der Stadt Ometepec festgenommen.  David Valtierra ist bekannt für seinen Kampf für den autonomen Bezirk Sulja  und für das Radio Ñomndaa welches den indigenen Amuzgos eine Stimme gibt. Er hatte verschiedene Aktionen der Bürgermeisterin Aceadeth Rocha im Bezirk Xochistlahuaca angeklagt. Am 10. August wurde er auf Kaution frei gelassen.

In Temalacatzingo und Tlaquilcingo verlangten die Bewohner den Abzug des Militärs, angeblicher Agenten der Geheimpolizei Agencia Federal de Investigaciones (AFI) und der ministerialen Geheimpolizei Policía Investigadora Ministerial  (PIM) aus ihren Dörfern aus Angst das diese schwere Menschenrechtsverletzungen begehen.

Seit dem 30. August erklärten sich die Dorfer die gegen die Parota sind in permanentem Wiederstand um den Bau des Wasserkraftwerkes zu verhindern. Die Entscheidung fiel einstimmig. als am 12.August in Cacahuatepec, eine Versammlung nach alten Bräuchen stattgefunden hatte, woran mehr als 3000 Teilnehmer dafür stimmten den Bau zu stoppen.

Im August 2007 presentierte Rocío Mesino Mesino, lokale Abgeordnete der PRD in Atoyac eine Anzeige wegen versuchten Mordes gegen sie, durch den Bürgermeister Pedro Brito García, der selben Partei in Atoyac.  Rocío Mesino, Schwester des mi September 2005 ermordeten Miguel Angel Mesino Mesino, ist eine der Anführerinnen der Bauernorganisationen der Berge mi Süden, Organización Campesina de la Sierra del Sur (OCSS). Der Bürgermeister Brito García wies die Anschuldigungen ab.

25. August: Arturo Duque Alvarado, der Mitgliedschaft in der Revolutionären Armee des aufständischen Volkes (ERPI – Ejército del Pueblo Insurgente) beschuldigt, wird wegen terroristischer Vergehen und Waffenbeschaffung verhaftet. In einem Komuniquée vom 10. September erklärte die ERPI diesbezüglich: "Wir verneinen kategorisch, dass Arturo Duque Alvarado in irgendeiner Form in die Aktionen unserer Gruppe involviert ist, noch dass ein derart gefährliches Material wie das Beschlagnahmte unser Eigentum sei". Das Kollektiv Gegen die Folter und Straflosigkeit gab an, dass Duque Alvarado im Verlauf von 15 Tagen durch Angehörige der ministerialen Staatspolizei gefoltert und danach in ein spezielles Sicherheitshaus der Generalstaatsanwaltschaft (PGR – Procuraduría General de la República) im D.F. verlegt wurde. Dort verblieb er bis er kurz darauf im Hochsicherheitsgefängnis von El Altiplano untergebracht wurde. Aus diesem wurde er am 18. Dezember entlassen, nachdem eine Kaution hinterlegt wurde. 

5. September: Kurz nach der Anhörung vor der der Interamerikanischen Komission für Menschenrechte (CIDH – Comisión Interamericana de Derechos Humanos), in welcher seine Frau ihre Aussage bezüglich ihrer Vergewaltigung durch Angehörige der Armee im Jahr 2002 machen sollte, erklärte Fortunato Priscilliano Sierra, von Mitgliedern des 48. Bataillons der mexikanischen Armee belästigt und bedroht worden zu sein. Die Komission erbat darauf hin von der mexikanischen Regierung dringende Massnahmen zum Schutz seiner Person als auch seiner Familie.

28. September: In Tlapa wurde der Leiter des Regionalen Rates Zur Entwicklung des Volksstammes Me phaá der sprachlichen Variante Bathaa, Cándido Félix Santiago, durch Beamte der Ermittelnden Ministerialen Polizei (PIM – Policía Investigadora Ministerial) unter dem Vorwurf des Tatbestandes der Revolte verhaftet. Man warf ihm vor, am 9. August in einen vom Gouverneur Zeferino Torreblanca Galindo angeführten Aufzug zum Gedenken an die Geburt von Vicente Guerrero eingedrungen zu sein. Am 19. Oktober wurde er neuerlich von Beamten der Bundesermittlungsbehörde (AFI – Agencia Federal de Investigaciones) verhaftet und mit der Anschuldigung konfrontiert, Anschläge auf die Kommunikationswege verübt zu haben. Nach zwanzigstündiger Haft wurde er auf Kaution freigelassen.

8. Oktober: Die Föderale Elektrizitätskomission (CFE – Comisión Federal de Electricidad) gab bekannt, dass sie die Arbeiten an der Konstruktion des Wasserkraftwerkes La Parota bei Acapuclo im Bundesstaat Guerrero nicht einstellen werde.  

13. Oktober: Der Gründer und amtierendes Ratsmitglied der Gemeindepolizei und des Regionalen Koordinators der Gemeindebehörden (CRAC – Coordinadora Regional de Autoridades Comunitarias), Cirino Placido Valerio, wure von Beamten der Ministerialen Polizei verhaftet. Die Festnahme erfolgte nur wenige Tage vor dem Geburtstag der Gemeindepolizei am 15. Oktober. Cirino Placido erlangte noch am selben Tag seine Freiheit wieder.

15. Oktober: Der Bruder des amtierenden Gouverneurs Zeferino Torreblanco Galindo, Alberto Torreblanco Galindo, bezichtigte fünf Journalisten und die Tageszeitung El Sur der "moralischen Schädigung". Diese hatten Informationen verbreitet, welche besagen, dass Alberto Torreblanco Galindo sich an Aufträgen ohne ordnungsgemäße Ausschreibung bereichert habe. Beim Auftraggeber handelte es sich um das Staatliche Sekretariat für Bildung. Der Kläger forderte von den Reportern und der Zeitung die Zahlung von 10 Millionen Pesos zur Schadenswiedergutmachung.

22. Oktober: Indigene Vertreter aus 28 Gemeinden der tlapanekischen Bezirke Atlamajaltcingo del Monte, Metlatónoc und Tlapa besetzten die Einrichtungen des bundesstaatlichen Kongresses und gründeten ein indigenes Parlament. Aus diesem ergingen die Forderungen nach zweisprachigen Lehrern für dieses Volksgruppen als auch nach Aufhebung von 17 ausgestellten Haftbefehlen gegen die gleiche Anzahl von Anführern. Desweiteren verlangten sie die Einstellung der Repressionen gegen die Anhänger und Kämpfer der sozialen Bewegungen.

7. November: Ein Gericht im Bezirk Acapulco wies einen von den Einwohnern der Region Cacahuatepec eingebrachten Einspruch gegen die das Wasserkraftwerk La Parota zurück. Angesichts dieser Entscheidung wiesen der Rat der Gemeinden Gegen das Kraftwerk La Parota (CECOP – Consejo de Ejidos y Comunidades Opositores a La Parota) und das Menschenrechtszentrum der Montaña Tlachinollan darauf hin, dass diese Gerichtsentscheidung noch keine endgültige Genehmigung für die Errichtung des Kraftwerks durch die staatliche Energiebehörde CFE darstellt. Noch immer haben die vom Agrargericht im Sinne der CECOP gefällten Urteile Gültigkeit.

7. November: Im Bezirk Chilapa wurden Manuel Olivares Hernández, Direktor des Regionalen Menschenrechtszentrums "José María Morelos y Pavón", und 15 andere Personen festgenommen, nachdem sie an einem dort stattfndenden Protest teilgenommen hatten. Die Festnahme Manuel Olivares' fand statt, als er Menschenrechtsverletzungen während des Protestes dokumentierte. Am 9. November wurden alle Festgenommenen wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem sie eine Kaution von 4 Millionen Pesos pro Person beziehungsweise 10 Millionen für Manuel Olivares hinterlegt hatten.

14. November:  Mehr als hundert Beamte der Präventiven Staatspolizei (PPE – Policía Preventiva Estatal), unterstützt durch zivil gekleidete Mitglieder des Staatsapparates, räumten eine Versammlung von mehr als 800 Studenten, welche in Solidarität mit den Studenten und Absolventen der Escuela Normal Rural von Ayotzinapa vor dem Kongressgebäude protestierten. Besagte Schule wurde vor mehr als 80 Jahren gegründet und hat in dieser Zeit 81 Generationen von Lehrern hervorgebracht; unter ihnen auch Lucio Cabañas Barrientos und Genaro Vázquez Rojas. Das Menschenrechtszentrum der Montaña Tlachinollan berichtete, dass dabei circa 250 Personen verletzt wurden, ein Mensch davon schwer.

30. November: Einige Menschenrechtsorganisationen berichten von einer angeblich gewaltsamen Räumung einer Demonstration von Absolventen der Escuela Normal Rural de Ayotzinapa durch Beamte der Präventiven Bundespolizei (PFP – Policía Preventiva Federal) und der Staatspolizei von Guerrero auf Höhe der caseta (kleine Polizeistation) von La Venta

2. Dezember: Die Bundesstaatsanwaltschaft ordnete am 2. Dezember Untersuchungshaft für 18 der 57 inhaftierten Studenten der Escuela Normal Rural Raúl Isidro Burgos de Ayotzinapa an. Diese wurden während der Besetzung der caseta (kleine Polizeistation) von La Venta an der Schnellstraße del Sol verhaftet. Sie wurden des Aufstands, des Angriffs auf Verkehrswege und der "Aneignung von Gütern" beschuldigt, letzteres wegen der der von ihnen "entführten" Busse.

7. Dezember: Das Plenum der Abgeordnetenkammer ermahnte das öffentliche Bildungssekretariat (SEP – Secretaría de Educación Pública) als auch den Gouverneur Zeferino Torreblanca, das Anliegen der Lehramtsabsolventen der Escueala Normal von Ayotzinapa ernstzunehmen und auf die Forderungen der Studierenden einzugehen.

4. Dezember: Der UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und die Lage der fundamentalen Freiheiten der indigenen Völker, Rodolfo Stavenhagen, und Miloon Kothari, Un-Sonderberichterstatter für angemessene Unterkunft, erstatteten den von der Errichtung des Wasserkraftwerks La Parota bedrohten Gemeinden einen inoffiziellen Besuch und trafen sich mit Vertretern der Regierung von Guerrero und der föderalen Komission für Energie. Miloon Kothari rief bei dieser Gelenheit in einem dringlichen Appell dazu auf, die ökonomischen und sozialen Rechte der Gemeinden zu respektieren.

10. Dezember: Das Komitee der Angehörigen und Freunde der Verschwundenen, Entführten und Ermordeten von Guerrero forderte die Freigabe von acht Personen, welche zwischen Februar und Juni verschwunden sind und beschuldigte die Regierung von Zeferino Torreblanca, die Menschenrechte nicht zu achten.

11. Dezember: Repräsentanten der Volksversammlung der Völker von Guerrero (APPG – Asamblea Popular de los Pueblos de Guerrero) und der Gouverneur Zeferino Torreblanca Galindo kamen überein, die Fälle von 43 inhaftierten Mitgliedern der sozialen Bewegung neu zu verhandeln.

2008

7. Januar: Bewohner der Gemeinden Atoyaquillo und Pasto Real, unter ihnen Witwen, Mütter und Überlebende des Massakers von Aguas Blancas, demonstrierten vor den Einrichtungen der Generalstaatsanwaltschaft (PGR - Procuraduría General de la República). Sie forderten eine Darlegung der Gründe, weshalb man die im Jahr 2002 durch die inzwischen aufgelöste spezielle Staatsanwaltschaft  für soziale Bewegungen (Femospp – Fiscalía Especial para Movimientos Sociales y Políticos del Pasado) begonnene Untersuchung nicht vollendet habe. Trotz allem willigte der Generalstaatsanwalt nicht ein, sie zu empfangen und sendete an seiner statt einen niederrangigen Beamten.

8. Januar: Einer Empfehlung der Nationalen Komission der Menschenrechte folgend, kündigte der Sekretär für staatliche Gesundheit, Luis Barrera Ríos, an, dass die Regierung von Guerrero die 14 mixtekischen Indigenen aus der Gemeinde El Camalote im Bezirk Ayutla de los Libres entschädigen werde, welche im Jahr 1998 zwangssterilisiert wurden.

10. Januar: Absolventen der Escuela Normal Rural de Ayotzinapa blockierten die Zugänge zum lokalen Kongressgebäude, was den Ausfall der ersten Sitzung des Jahres 2008 nach sich zog. Die Schulabgänger forderten die Abgeordneten und den Gouverneur Zeferino Torreblanca Galindo, die Untersuchungshaft gegen 28  Absolventen aufzuheben, welche während der Räumung der caseta in La Venta festgenommen wurden.

5. Januar: Circa 300 Mitglieder des Gemeinschaftskomitees zur Verteidigung des Volkes von Xochipala blockierten die Zugänge zur den Minen Los Filos, El Bermejal und Unidad Nukay. Diese liegen im Gebiet der Gemeinde Mezcala im Berzirk Eduardo Neri und sind Eigentum des kanadischen Bergbauunternehmens Luismin. Die Blockierer forderten die zahlung von 2,6 Millionen Pesos als Wiedergutmachung für die auf ihrem Boden angerrichteten Umweltschäden und als Solidarität mit den im Hungerstreik befindlichen Minenarbeitern von Cananea, Sonora.

16. Januar: Vierzehn Tlapanecos verlangten vom Gouverneur Zeferino Torreblanca Galindo, dass er die Empfehlung 066/2007 der Nationalen Kommission für Menschenrechte (CNDH) erfüllt, in der der Regierungschef aufgefordert wird, die Tlapanecos zu entschädigen. Die indigenen Einwohner waren in der Zeit vom 15. April 1998 bis zum 11. Juli 2001 unter Vorspiegelung falscher Tatsachen von einer Brigade der staatlichen Gesundheitsabteilung sterilisiert worden.

22. Januar: Mitglieder des Gemeinschaftskomitees zur Verteidigung des Xochipala-Volkes blockierten die Zugänge zu den Minen Los Filos, El Bermejal und zur Einheit Nukay in dem Dorf Mezcala, in der Gemeinde Eduardo Neri; sie verlangten, dass das kanadische Unternehmen Luismin ihnen 2 Mill. 600 000 Pesos Entschädigung für die ökologische Zerstörung ihres Landes zahlt. Die Blockade fand zum zweiten Mal innerhalb einer Woche statt.

31. Januar: Die Verwaltung von Guerrero wurde angeklagt, den Begleitschutz (escolta) von Rocío Mesino seit mehr als einem Monat illegal festzuhalten; R. Mesino ist Gemeinderätin im Rathaus und Chefin der Bauernorganisation der Sierra del Sur. Die Verwaltung leugnet die Verhaftung bzw. den Begleitschutz festzuhalten.

6. Februar: Das Sekretariat des Öffentlichen Dienstes (SFP) leitet das Verfahren zur Untersuchung der administrativen Verantwortung gegen die Funktionäre der aufgelösten Sonderstaatsanwaltschaft für soziale und politische Bewegungen der Vergangenheit (Femospp) ein.

7. Februar: Während des Besuchs von Louise Arbour, UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, in Guerrero legten soziale und indigene Organisationen eine lange Liste mit Klagen vor, unter anderem auch gegen den Gouverneur der PRD, Zeferino Torreblanca Galindo, wegen Kriminalisierung des sozialen Kampfes. Arbour antwortete ihnen, dass es in Guerrero „wie auch in anderen Regionen eine lange Geschichte der Ausgrenzung, Armut und Verletzung der Menschenrechte gebe“.

10. Februar: Lorenzo Fernández Ortega, Mitglied der Organisation des indigenen Volkes Me’pháa, wurde am 9. Februar entführt, sein Leichnam wurde mit Zeichen von Folter im Rathaus von Ayutla de los Libres gefunden. Er war der Bruder von Inés Fernández Ortega, die im März 2002 von Soldaten der Mexikanischen Armee vergewaltigt worden war.

11. Februar: Der Kommandant der neunten Militärregion, Sergio Magaña Mier, ließ bekannt geben, dass die Militärpräsenz – deren Kennzeichen Überwachung und Hausdurchsuchungen sind – in Guerrero fortdauern wird, dies vor allem in den Gebieten von Montaña, Costa Chica und Costa Grande mit dem Ziel, den Anbau von Rauschgift zu bekämpfen. Er wies den Vorwurf zurück, dass mit diesen Aktivitäten der Mexikanischen Armee die Menschenrechte der indigenen Bevölkerung verletzt würden.

13. Februar: Die Exchefin für die staatlichen Gehaltsabrechnungen, Hortensia Galeana Ruiz, und ihr Ehemann, Aarón Morales Atkinson, wurden dem Verwaltungsgericht von Guerrero vorgeführt als Urheber für schweren Raub, strafbares Handeln im öffentlichen Dienst und unerlaubte Verhandlungen, die zu einer möglichen Unterschlagung von mehr als 7 Millionen Pesos führten.

28. Februar: Der zweite Staatsanwalt der Gerichtsbarkeit von Guerrero, Jesús Alemán del Carmen, räumte ein, dass es eine Voruntersuchung gegen sechs Ministerialpolizisten gibt, die angeklagt sind, die mutmaßlichen Mörder des Journalisten, Amado Pamirez, gefoltert zu haben, um von ihnen ein Geständnis zu erzwingen.

5. März: Es wurde die staatliche Front gegen Unterdrückung und Straffreiheit im Bundesstaat gegründet. Die vernetzten Gruppen planen, von der Regierung des Bundesstaates Untersuchungen zu Fällen von Verschwundenen zu verlangen, außerdem verlangen sie neue Untersuchungen im Zusammenhang mit den Massakern in El Charco und Aguas Blancas.

12. März: Die Regierung von Guerrero akzeptierte die Petition der Vereinten Nationen zur Aussetzung der Arbeiten am Projekt des Wasserkraftwerkes La Parota, bis die Frage der internen Aufteilung des Gemeindelandes gelöst ist.

14. März: Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Menschenrechte und die Grundfreiheit der indigenen Völker, Rodolfo Stavenhagen, und der Berichterstatter für angemessenes Wohnen, Miloon Khotari, empfahlen der Bundesregierung den Bau des Staudamms La Parota abzubrechen, weil die Einhaltung der den Betroffenen gegebenen Garantien nicht gewährleistet ist.

24. März: Von den Bergen (Guerrero) aus kündigten Hunderte Indigene ihren Eintritt in die Revolutionäre Armee des aufständischen Volkes (ERPI) an und warnten, dass „sie nicht bis 2010 warten würden, um in Guerrero die Revolution herbeizuführen. Von hier aus werden wir das Öl und unsere natürlichen Reichtümer verteidigen. Mit kämpferischen Aktionen werden wir Lehrer, Ärzte und Krankenhäuser fordern, wir glauben keiner politischen Partei mehr, wir glauben weder dem Gouverneur Zeferino Torreblanca noch Felipe Calderón“.

1. April: Die Organisation des indigenen Volkes Me’phaá (OPIM-tlapaneco) meldete, dass Polizeielemente gewaltsam in das Haus ihres Mitgliedes, Óscar Moreno, in der Gemeinde Cruz Quemada, Gemeindebezirk Tecoanapa, eingedrungen waren mit dem Ziel, ihn gefangen zu nehmen; dann planten sie, ihn in El Salto, Gemeindebezirk Ayutla de los Libres in einen Hinterhalt zu locken, wo fünf Personen ihr Leben verloren, vier von ihnen waren Polizisten der Gemeinde.

2. April: Laut Amnesty International wurde Miguel Ángel Tornez Hernández von der bundesstaatlichen Polizei im Gemeindebezirk Ayutla de los Libres verhaftet und gefoltert; die Aktion geschah im Rahmen der Untersuchung eines Diebstahls und der Ermordung von vier Polizisten und einem Zivilisten. Einen Tag vor seiner Verhaftung wurden verschiedene seiner Familienmitglieder verhaftet und eine seiner Schwestern gefoltert.

3. April: Ungefähr 20 Menschenrechtsorganisationen stellten vor der Gerichtskammer (Tribunal Colegiado) von Guerrero die Schrift der Organisation Amicus Curiae vor, um im Fall des Staudamms La Parota ihre Unterstützung zu bekräftigen, dessen Bau soll verhindert werden mit dem Argument, dass dabei die internationalen Menschenrechtsnormen und die Umwelt verletzt werden würden.

4. April: Mitglieder der Organisation des indigenen Volkes Me’phaá (OPIM) zeigen die Existenz paramilitärischer Gruppen in La Costa Chica in Guerrero an. Die OPIM schreibt ihnen die Exekution von Oppositionellen und mehr als 10 Überfälle zu, die in den vorangegangenen Wochen unter offensichtlichem Schutz der Mexikanischen Armee und des PRI-Bürger­meisters von Ayutla de los Libres, Homero Lorenz Ríos, begangen worden waren.

5. April: Die Organisation der Bauern der Sierra del Sur (OCSS) zeigt die Präsenz paramilitärischer Gruppen in La Costa Grande an; betroffen sind vor allem die Gemeinden von Petatlán, Atoyac de Álvarez und Coyuca de Benítez.

7. April: Familienangehörige von Miguel Ángel Tornez Hernández erhoben Anklage bei der Menschenrechtskommission (Coddehum) von Guerrero gegen die ministerielle Untersuchungspolizei, gegen die staatliche Polizei und gegen die Präventionspolizei (PFP) und gegen die Bundeskammer für öffentliche Sicherheit (MP) wegen „willkürlicher Verhaftung und Folter“, deren Opfer Teile der Familie am 1. April wurden, nachdem vier Gemeindeangestellte und eine Zivilperson in der Gemeinde Ayutla de los Libres in einen Hinterhalt gelockt und ermordet worden waren.

10. April: Polizisten der ministeriellen Untersuchungspolizei verhafteten illegal Abad Flores Herrera, Ex-Kommissar und gegenwärtiger Rat für die regionale Koordinierung der Gemeindepolizei. Der Vorfall ereignete sich in Marquelia.

15. April: Offizielle Vertreter der indigenen Gemeinde me’phaá von Colombia de Guadalupe in Malinaltepec zeigten an, dass sie während eines Einsatzes der Armee von der Agencia Federal de Investigation (AFI), der Polizei des Einzelstaates und der ministeriellen Untersuchungspolizei eingeschüchtert worden waren unter dem Vorwand eine Bande von Entführern dingfest machen zu wollen.

18. April: Fünf Mitglieder der Organisation des indigenen Volkes Me’phaá (OPIM) wurden in Ayutla de los Libres, im Bundesstaat Guerrero, verhaftet. Sie wurden verhört und des Mordes an einem Mann angeklagt, der Mord geschah am 1. Januar. Darüber hinaus wurden Haftbefehle gegen 10 weitere herausragende Mitglieder der OPIM, darunter ihr Vorsitzender, Cuauhtémoc Ramirez, erlassen.

28. April: Das Regionale Koordinierungsbüro der Gemeindebehörden (CRAC) verlangte von der mexikanischen Armee, der Agencia Federal de Investigation (AFI) und der ministeriellen Untersuchungspolizei (PIM), dass sie die Gemeinden von Ayutla verlassen, und sie teilte dem Gouverneur Zeferino Torreblanca mit, dass die Organisation des indigenen Volkes Me’phaá (OPIM) nicht allein sei, sondern von der „Gemeindepolizei jegliche Unterstützung“ bekomme.

13. Mai: Vor dem Regierungspalast in Chilpancingo, verlangten Angehörige und Opfer des schmutzigen Krieges, guerra sucia das lebendige Wiederauftauchen von 80 Personen der Costa Grande die zwischen 1970 und 1974 gewaltsam verschwunden sind. Der Innenminister, Secretario de Gobierno, Guillermo Ramírez Ramos, antwortete des DemonstrantInnen, die nötigen Schritte würden unternommen um ihre Petitionen zu bearbeiten.

4. Juni: Hunderte Mitglieder der Front der Ejidos, Gemeinden und sozialen Organisationen des Staates Guerrero besetzten die Gebäude des Sekretariats für Landrefor, Kommunikation und Transport, und der Agrarprokuratur und verlangten eine Antwort auf ihre Forderungen, einschliesslich Trinkwasser und Abwasserversorgung, Lizenzen für öffentliche Verkehrsmittel und die Lösung von 10 Landkonflikten.

7. Juli: Experten der Generalstaatsanwaltschaft Procuraduría General de la República (PGR) und des Argentinischen forensischen antropologischen Teams  Equipo Argentino de Antropología Forense (EAAF) begannen Ausgrabungen im ex Militärlager  in Atoyac de Álvarez (Costa Grande), wo vermutet wird, das dort Körper von Personen begraben sind, die während des schmutzigen Krieges verschwunden sind. Die Entscheidung, die Ausgrabungen durchzuführen kam, unter anderem auf Druck der Vereinigung der Familien von Verschwundenen in Mexiko, Asociación de Familiares de Desaparecidos de México (AFADEM) und der interamerikanischen Menschenrechtskommission, Comisión Interamericana de Derechos Humanos, zu stande. Angehörige der Opfer waren in dem Prozess anwesend.

10. Juli: Mitglieder des Geheimdienstes, Agencia Federal de Investigaciones (AFI) drangen in die Büros von Radio Ñomdaa, in der Gemeinde Xochistlahuaca ein, um die Übertragungsgeräte auseinander zu nehmen.  Den Mitglieder des Radios gelang es mit Hilfe anderer BewohnerInnen der Gemeinde die Agenten rauszuschmeissen ohne schwerwiegendere Zwischenfälle.

11. Juli: Ein Bundesrichter vergab einen juristischen Schutz, amparo, an die na´savi (mixteca) Gemeinde von Mini Numa, welche zum Bezirk von Metlatónoc (einem der ärmsten des Landes) gehört. Diese Gemeinde hatte am 9. November vorigen Jahres den Schutz des nationalen Gerichtes erbeten, wegen Verletzung ihrer Gesundheitsrechte. Schon seit langer Zeit forderten sie ein Gesundheitszentrum, einen Artzt und Medikamente. Als direkte Konsequenz der Verweigerung der Regierung wurden zwischen 2005 und 2007 6 Sterbefälle, darunter vier Kinder registriert. Laut Menschenrechtszentrum Tlachinollán: “Es ist ungewöhnlich, das ein Richter schlussfolgert, das der Staat den Artikel 4 des Grundgesetzes verletzt hat, welches die individuelle und kollektive Gesundheit regelt. Und es ist noch wichtiger das der Richter klar gemacht hat, die Regierung von Guerrero könne sich nicht mit fehlenden Geldmittel rausreden wenn sie uhre verfassungsmässigen Pflichten nicht erfüllt”. Drei Gemeinden in den Bergen (Los Llanos, Yuvinani und Atzompa) schlossen sich dem Kampf um Gesundheitsrechte an, welcher von Mini Numa initiiert wurde.

31. Juli: Das Gesundheitsamt Guerreros entschädigte 14 Indigene der Gemeinde El Camalote, Bezirk von Ayutla de los Libres, die zwischen 1998 und 2001 sterilisiert wurden. Das Menschenrechtszentrum Tlachinollan bestätigte die Notwendigkeit einen Artzt zu schicken und dem von der Gemeinde gebauten Gesundheitszentrum weitere Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Ausserdem sei es notwendig Verwaltungsprozesse gegen die Mitglieder der Gesundheitsbrigade zu führen, welche die Opfer unter Druck setzten um sie zu sterilisieren.

9. August: In der Gemeinde La Mesa, Region Tierra Caliente, starb ein Element der Geheimpolizei und zwei weitere wurden verletzt aufgrund eines Gefechts zwischen Polizei und einer Gruppe, angeführt von Monje Solís, welcher vermutlich Beziehungen zur  ERPI (Revolutionäres Heer des aufständigen Volkes, Ejército Revolucionario del Pueblo Insurgente) hat. 

17. August: Mitglieder der CECOP und anderer sozialen Organisationen trafen sich in Acapulco, um die am 31. Juli vom Innenminister Juan Camilo Mouriño geäußerten Kommentare, das Projekt von Parota werde „mit anderen Gesprächspartnern“ fortbestehen, zurückzuweisen.

1. September: Lehrer begannen vor dem Regierungspalast in Chilpancingo eine Sitzblockade zur Ablehnung der „Allianz für die Qualität der Erziehung“ (ACE), ein zwischen dem Präsidenten Felipe Calderón und der Leiterin der nationalen Gewerkschaft der Arbeiter im Bildungsssektor (SNTE), Elba Esther Gordillo vereinbartes Abkommen.

5. September: Lehrer besetzten eine Stunde lang fünf Radiosender, vier in Chilpancingo und einen in Tixtla, um ihre Forderungen zu verbreiten: die Aufhebung der „Allianz für die Qualität der Erziehung“ (ACE) und eine Audienz beim Gouverneur Zeferino Torreblanca Galindo.

17. September: mehr als tausend Lehrer besetzen die Einrichtungen der PRI und des Regionalkongresses in Chilpancingo. Der Gouverneur Zeferino Torreblanca Galindo erklärte sich bereit, eine Beratung zur Diskussion der ACE abzuhalten und gab zu, dass manche Punkte jenes Dokuments für die guerrensischen Lehrerschaft nicht vorteilhaft sind.

23. September: Fast zwei Monate nach der Auseinandersetzung zwischen einer von Pascual Monje Solís angeführten bewaffneten Gruppe und der Polizei, gab die Regierung von Guerrero bekannt, dass Pascual Monje Solís am Ufer des Flusses Balsas, in der Gemeinde von Zirándaro, der Region von Tierra Caliente, tot aufgefunden wurde.

Monje Solís war ehemaliger Militär; die Regierung bringt ihn mit der Guerilla Gruppe von Omar Guerrero Solís, dem Kommandeur Ramiro, der revolutionären Armee des aufständischen Volkes, in Verbindung.

30. September: um die fünftausend Lehrer der staatlichen Koordination von Arbeitern im Bildungssektor von Guerrero (CETEG) und der Einheitsgewerkschaft der staatlichen Angestellten des öffentlichen Sektors (SUSPEG) besetzten mehrere Regierungsbüros, darunter das des Sekretariats für Bildung.

5. Oktober: die PRI ging in der Mehrheit der Regionen von Guerrero als großer Gewinner aus den Lokalwahlen hervor. Sie gewann die Präsidentschaft der Gemeinde von Acapulco und der Hauptstadt Chilpancingo. Außerdem gewann die Partei elf Distrikte alleine und drei weitere in Allianz mit der grünen Umweltschützer- Partei Mexikos (PVEM), mit der sie auch die Mehrheit im Lokalkongress bilden wird.

15. Oktober: während der Feier ihres 13- jährigen Bestehens verkündeten die Gemeindepolizei und der Regionalrat der gemeinschaftlichen Autoritäten (CRAC), dass sie den Drogenverkehr in den 72 Gemeinschaften, in denen er bestanden hatte, beendet haben.
Elf weitere Gemeinden des Bezirks Ayutla de los Libres und Marquelia forderten ihre Eingliederung in den CRAC.

Die achte Richterin des Distrikts, mit Sitz in Acapulco, Livia Lizbeth Larumbe Radilla gewährte vier der fünf zurzeit in Ayutla de los Libres inhaftierten Mitgliedern der Organisation des indigenen Volkes Me´phaa (OPIM) Schutz, amparo.

28. Oktober: Die Regierung von Guerrero verweigerte die Zusammenkunft mit den Mitgliedern der deutschen Menschenrechtskorrdination für Mexiko, um über die fünf Mitglieder der Organisation des indigenen Volkes Me´phaa (OPIM) zu sprechen.

5. November: Mehr als zweitausend Lehrer besetzten den Lokalkongress und versicherten dort zu bleiben, bis man ihnen eine befriedigende Antwort auf ihre Forderungen geben würde.

8. November: Das Volkstreffen „Wasser, Energie und alternative Energien“ wurde vom 6. bis 8. November in der Gemeinde Aguacaliente, Bienes Comunales de Cacahuatepec, im Bezirk von Acapulco gefeiert.

Es nahmen Gemeindemitglieder aus den Staaten Guerrero, Campeche, Chiapas, Chihuahua, Distrito Federal, Estado de México, Jalisco, Nayarit, Oaxaca, San Luis Potosí und Veracruz teil. Die abschließende Erklärung betonte die Wichtigkeit der Vereinigung der Kämpfe gegen die Megaprojekte der Generation der elektrischen Energie sowie der Minenausbeutung im ganzen Land, um die Auswirkung besagter Projekte wie die Vertreibung ganzer Dörfer, die Umweltschäden und die Zerstörung der sozialen und familiären Strukturen in den betroffenen Regionen zu bremsen.

14. November: Die Organisation der Umweltschützer der Sierra de Patatlán und Coyuca de Benítez meldet, dass 200 Militärs drangen in die Gemeinde von La Morena ein und plünderten vier Häusern, in denen sich ausschließlich Frauen und Kinder befanden, die sie belästigten, ohrfeigten und denen sie drohten, sie würden sie umbringen. Die Militärs waren auf der Suche nach den Brüdern Felipe, Javier und Alejandro Torres Cruz. Die Anschuldigungen, die gegen die Brüder vorliegen, äußerten sie nicht und sie sagten den Ehefrauen, wenn sie den Aufenthaltsort ihrer Männer nicht bekannt gäben, würde es ihnen  sehr schlecht gehen.

11. November: Amnesty International Mexiko verbreitete eine Pressemitteilung, in der sie zur bedingungslosen Befreiung der fünf Mitglieder der OPIM aufriefen. Die Mitteilung hebt hervor, dass die allgemeinen Prozessbevollmächtigten der Republik (PGR) ohne weitere Beweise vorzulegen, gegen das Urteil einer Bundesrichterin aus dem vergangenen Oktober, vier von fünf Mitgliedern Schutz, amparo zu gewähren, Berufung eingelegt haben.
Ein Ermittler von Amnesty International, Rupert Knox, sagte, „Diese Geschichte illustriert ein alltägliches Beispiel der Menschenrechtsverletzungen in Guerrero.“

8. November: um die fünfzehntausend Lehrer marschierten von der Küste Miguel Alemán bis zum Zócalo von Acapulco, wo eine Kommission den Dialog mit dem Gouverneur des Staates, Zeferino Torreblanca Galindo, begann.

10. Dezember: Máximo Mojica,  Leiter der sozialen Organisation „Tierra y Libertad“ (Land und Freiheit), seine Ehefrau Ángeles Hernández Flores und sein Neffe Santiago Nazario Lezma wurden wegen Entführung und Totschlag angeklagt. Sie waren am 3. Dezember verhaftet worden. Das Kollektiv Gegen Folter und Straflosigkeit beanstandete, dass die drei ihre Schuld erst unter Folter gestanden hätten.

11.Dezember: Diverse Lehrer aus den Bundesstaaten Michoacán und Guerrero führte mehrere Protestaktionen gegen die von der Regierung eingeführte „Allianz für die Qualität der Bildung“ durch und besetzten unter anderem öffentliche Einrichtungen und Maut-Stellen.

2009

14. Januar: Der Minister für Erziehung in Guerrero, José Luis González de la Vega, nahm die Abmachungen zurück, die am 21. November 2008 zwischen der Regierung von Guerrero und der Lehrergewerkschaft des Bundesstaates Guerrero, CETEG, unterzeichnet worden waren,.

22. Januar: Die fünf Mitglieder der Organisation des indigenen Volkes der Me'phaa (OPIM), die wegen des Mordes an Alejandro Feliciano am 1. Januar 2008 angeklagt sind, legten erneut Einspruch ein.

17. Februar: Die Lehrer der Gewerkschaft CETEG gingen erneut auf die Straßen, um gegen die „Allianz für die Qualität der Bildung“ zu demonstrieren.

23. Februar: Man fand die Körper der beiden mixtekischen Menschenrechtsverteidiger Raúl Lucas Lucía und Manuel Ponce Rosas, Präsident und Sekretär der Organisation „Für die Zukunft der mixtekischen Bevölkerung“ (OFPM). Sie wurden am 13. Februar von bewaffneten Männern verhaftet (angehalten), die in einem Auto ohne Nummernschild unterwegs waren. Ihre Leichen wiesen Folterspuren und Gnadenschuss auf. Es wurde von Menschenrechtsorganisationen wie dem Menschenrechtszentrums Tlachinollan als ein „Staatsverbrechen“ gebrandmarkt.

25. Februar: Die Inter-Amerikanische Kommission für Menschenrechte (IAKMR), das Büro des UNO-Vertreters für Menschenrechte (OACNUDH) und Amnesty International (AI) verurteilten den Mord an den beiden mixtekischen Führern und drängten auf eine unparteiische und vollständige Untersuchung des Verbrechens.

27. Februar: Dutzende von Personen demonstrierten in Acapulco für die Freiheit der fünf inhaftierten Mitglieder der OPIM.

3. März: Der Gouverneur von Guerrero veröffentlichte einen Vorschlag für die Bildung einer speziellen Staatsanwaltschaft, um die extralegale Hinrichtung der zwei Anführer der OFPM vom 13. Februar zu untersuchen.

13. März: Die staatliche Kriminalpolizei von Guerrero (PIM) erklärte, dass sie die Täter des Mordes an den beiden mixtekischen Anführern am 13. Februar identifiziert haben.

19.März: Aufgrund eines stattgegebenen Einspruchs wurden Manuel Cruz Victoriano, Orlando Manzanarez Lorenzo, Natalio Ortega Cruz und Romualdo Santiago Enedina, Mitglieder der Organisation des Indigenen Volkes der Me’phaá (OPIM), freigelassen. Sie waren seit dem 17. April 2008 in Haft. Raúl Hernández Abundio, angeblicher Täter des Mordes im selben Fall, befindet sich weiterhin in Haft, ebenso wie weitere zehn Mitglieder der selben Organisation, gegen die immer noch Haftbefehle vorliegen.

27. März: Das Menschenrechtszentrum Tlachinollan hat sein Büro im Landkreis Ayutla de los Libres aufgrund des bedrohlichen Klimas von Einschüchterungen, Morddrohungen und Verfolgungen seiner Mitarbeiter geschlossen. Die Situation hatte sich verschärft, nachdem sie die Verteidigung von fünf Me’phaá-Indígenas übernommen hatten, die seit April 2008 in Haft sitzen.

2. April: Nach stundenlangen Verhandlungen mit den BewohnerInnen der Gemeinde El Carrizalillo,  Landkreis  Eduardo Neri, erklärte sich die Firma Goldcorp dazu bereit, die jährlichen Pachtzahlung des Landstücks auf 2,5 Goldunzen (ca. 32.700 pesos) pro Hektar (von insgesamt 1.200 ha.), auf dem sie Gold, Silber und Zink abbauen, anzuheben.

9. April: In Folge einer gewaltsamen Konfrontation zwischen Einwohnern und Polizei in Tetipac starb ein Jugendlicher im Kreuzfeuer. Außerdem wurde das Rathaus sowie mindestens ein Streifenwagen in Brand gesetzt. Es wurden verschiedene Versionen der Ereignisse veröffentlicht und beide Parteien beschuldigen jeweils die andere Seite, die Auseinandersetzung ausgelöst zu haben.

20. und 21. April: Während des Internationalen Forums gegen die Kriminalisierung der Verteidigung der Menschenrechte und des Sozialen Protestes machten Persönlichkeiten von sozialen Bewegungen und Organisationen aus Guerrero, sowie Vertreter internationaler Nichtregierungsorganisationen und der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IAKMR) darauf aufmerksam, dass die föderale wie auch die bundesstaatliche Regierung die Arbeit der Menschenrechtsaktivisten in Guerrero nicht respektierten, sondern im Gegenteil regelrecht „kriminalisierten“. Dieser Vorwurf schließt sich zahlreichen anderen Vorfällen der letzten Monate an, die im Hinblick auf die Intensivierung der Angriffe auf Menschenrechtsaktivisten im Land sowie das Fehlen minimaler Sicherheitsstandards, die die Arbeit der Aktivisten garantieren, bekannt wurden.
Am selben Tag, den 21. April, wurde die Resolution des Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (IAGMR), die am 9. April verabschiedet wurde, veröffentlicht. Darin wird gefordert, dass die föderale sowie die bundesstaatliche Regierung in Guerrero Schutzmaßnahmen für 107 Menschenrechtsaktivisten in Guerrero ergreifen. 

6. Mai: Die Organisation der Bauern der Sierra Sur (OCSS) erstattete Anzeige auf Grund von willkürlichen Verhaftungen sowie der Durchsuchung der Büros in Tepetixtla, im Landkreis Coyuca de Benítez, durch Militärs. Ein Zustand, der den gesamten Monat vor Erstattung der Anzeige andauerte.

7. Mai: Der Fall von  Inés Fernández Ortega, die Anzeige erstattet hatte wegen Vergewaltigung durch Militärs am 22. März 2002, wurde vor denInteramerikanischen Gerichtshof der Menschenrechtegebracht. Die Klage wurde bereits im Juni 2004 zusammen mit dem Fall von Valentina Rosendo Cantú in der Interamerikanischen Kommission der Menschenrechte behandelt (letzterer wird weiterhin in der Interamerikanischen Kommission der Menschenrechte behandelt).

22.Mai: Obwohl sich die Bundesstaatsanwaltschaft (PGR) Ende April zunächst einer entsprechenden Untersuchung verweigerte, gab der Gouverneur Zeferino Torreblanca bekannt, dass er die PGR um Ermittlungen zu den Mordfällen an den Indigenen Raúl Lucas Lucia und Manuel Ponce Rosas, führende Mitglieder der Organisation für die Zukunft des Volkes der Mixteco (OFPM), die im Februar ermordet wurden, anfragen werde, ebenso wie im Fall des ehemaligen Parteiführers der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) in Petatlán, Álvaro Rosas, vom 29. April.

10. Juni: Nichtregierungsorganisationen klagten die Drohungen gegenüber Menschenrechtsaktivisten an und gaben bekannt, dass  Rommel Chacan Pale, ein Rechtsanwalt, der den Amtsmissbrauch von Seiten der Polizei in den Bergen von Guerrero dokumentierte, Morddrohungen per Telefon erhalten habe, nachdem der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) Schutzmaßnahmen für ihn und andere 106 Aktivisten im Bundesstaat eingefordert hatte.

9. - 13.Juni: Am 9. Juni drangen hunderte Soldaten der mexikanischen Armee in verschiedene Dörfer des Gebirges der benachbarten Landkreise Petatlán und Coyuca de Catalán ein, angeblich auf der Suche nach Mitgliedern des Revolutionären Heers des Aufständischen Volkes (ERPI). Die Bewohner von  Puerto de las Ollas und Las Palancas schilderten, dass die Soldaten mit Gewehrfeuer in das Dorf eindrangen, Häuser zerstörten und auf Bewohner einschlugen, wodurch zahlreiche Familien, insbesondere die Männer, gezwungen waren, in die Berge zu fliehen. Der Einsatz dauerte bis Samstagmittag, den 13. Juni, an, als die Präsenz einer zivilen Beobachtungsmission der Menschenrechte den Rückzug der Soldaten veranlasste.

15. Juni: Am 15. Juni gingen bei Codehum 15 Klagen wegen Verstößen der Soldaten während der o.g. Zeitspanne ein (darunter Hausfriedensbruch, Raub, sowie gewaltsame, unmenschliche und entwürdigende Behandlung). Währenddessen wurde ein wesentlicher Teil der lokalen Ausgabe der Zeitung La Jornada gestohlen, wo über diese Ereignisse berichtet wurde. Eine Aktion, für die viele NGOs das Militär verantwortlich machen.

Darüber hinaus gab der Kommandant  Ramiro des Revolutionären Heeres des Aufständischen Volkes (ERPI) per Telefon bekannt, dass in der selben Gegend und zur gleichen Zeit drei Zusammenstöße zwischen dem ERPI und dem mexikanischen Militär stattgefunden hatten, die nach seinen Aussagen drei Tote und einem Verletzten auf Seiten des Militärs, jedoch keine Verluste auf Seiten der aufständischen Milizen forderten. Dies war die erste offiziell anerkannte Aktion dieser Organisation seit ihrem ersten Auftreten im Juni 1998.

20. Juni: Nach einer „Routinekontrolle“ an einem militärischen Kontrollpunkt auf der Landstraße zwischen Tlapa und Puebla wurde der Fahrgast  Fausto Saavedra Valera festgenommen, weil er „Stiefel im Militärlook“ trug. Der Fahrer Francisco Pizano und andere Mitfahrer protestierten gegendiese Willkürlichkeit. Das Militär ließ sie schließlich weiterfahren. Als die Soldaten jedoch pfiffen, um sie nochmals anzuhalten, ignorierte der Fahrer die Anweisung. Die Soldaten eröffneten das Feuer auf den Bus, sodass einer der Insassen, Bonifacio Rubio Villegas, starb. Laut der offiziellen Angaben, die das Militär einige Tage später machte, wurden während der Fahrzeugkontrolle 10 kg Marihuana gefunden.

22. - 26. Juni: Am 22. Juni besetzten Indigene und Afromexikaner den Platz vor dem Gebäude der Nationalen Kommission für die Entwicklung der Indigenen Völker (CDI) in Mexiko-Stadt, um gegen die Ernennung eines Delegierten der CDI für Guerrero zu demonstrierten. Dieser sei, wie sie verlauten ließen, nicht mit der ethnischen Problematik vertraut und ohne vorherige Konsultation ernannt worden. Am 24. Juni begannen sie einen Hungerstreik und am 26. Juni wurde der Platz mit mehr als 300 Protestierenden von der Polizei gewaltsam geräumt.

24. Juni: Margarita Martín de las Nieves, Witwe des Mixteco-Anführers  Manuel Ponce Rosas, der im Februar ermordet wurde, sowie deren Schwager Santiago Ponce Lola, wurden auf dem Weg zur Gemeinde La Cortina in Ayutla mit Schusswaffen angegriffen. Am Tag zuvor hatte sie zusammen mit  Guadalupe Castro Morales an einem Treffen teilgenommen, bei dem Funktionäre des Innenministeriums, der Bundesstaatsanwaltschaft (PGR) und des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit (SSP) des Bundesstaates sich dazu verpflichteten, den Sicherheitsmaßnahmen, wie sie der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte empfohlen hatte, nachzukommen. Die erste Maßnahme sollte am 24. Juni mit der Begleitung der Personen in ihre Gemeinden stattfinden, was offensichtlich nicht erfolgte.

5. Juli: In den Wahlen siegte die PRI über die PRD, die in acht der neun Wahlbezirke des Bundesstaates, in dem sie regiert, verlor.

7. Juli: Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (IAGMR) begann die Anhörungen im Fall  Rosendo Radilla, der während des Schmutzigen Krieges vom Militär festgenommen wurde und zuletzt 1974 in der ehemaligen Militärkaserne von Atoyac de Álvarez gesehen wurde.
Als die Familienangeh örigen Strafen für die Verantwortlichen des gewaltsamen Verschwindenlassens und Schadensersatz einforderten, ließ der Innenminister Fernando Gómez Mont verlauten, dass der IAGMR nicht die Befugnis habe, im Falle von gewaltsamem Verschwindenlassen zu urteilen und verteidigte die Immunität des Militärs gegenüber zivilen Gerichten in Mexiko.Würde der IAGMR in diesem Fall ein Urteil fällen, würde dieser über mexikanisches Militärrecht entscheiden.

29. Juli: Die Versammlung der Völker von Guerrero (Asamblea Popular de los Pueblos de Guerrero, APPG) gibt einen Plan zum Kampf gegen die “ repressive Politik des PRD-Regimes von Zeferino Torreblanca Galindo gegen die Indigenen” bekannt.

29. Juli: Es wird bekanntgegeben, dass der Körper von Radiosprecher Juan Daniel Martínez Gil zur Hälfte begraben und mit deutlichen Folterspuren ausserhalb von Acapulco, im Brachland, gefunden wurde.

3. August: Alberto Herrera, Direktor von Amnesty International in Mexiko und Seine Kollegin Kathy Price aus Kanada besuchten Guerrero und erklärten: “ Mexiko ist ein vorrangiges Land mit grossen Bedenken seitens Amnesty International (AI) auf Grund der Verstösse gegen die Menschenrechte. Wir sind hier weil wir uns der Aggression gegen die Mitglieder der Organisation der indigenen Völker Mephaa (Organisacion de los Pueblos Indígenas Mephaa, OPIM) und dem Zentrum für Menschenrechte des Berges Tlachinollan bewusst sind. Dies ist eine Veranstaltung der Solidarität und Begleitung für diese Organisationen”.

4. August: Zwei Mitglieder des 50. Batallions der Infanterie der mexikanischen Armee versuchten einen Protest von ca. 200 Mitgliedern der Organisation der indigenen Völker Mephaa (OPIM) vor dem Regierungsgebäude zu boykottieren, die die Befreiung des Indigenen Raúl Hernández Abundio aus dem Gefängnis Ayutla de los Libres verlangten.

4. August: Journalisten aus Chilpancingo, Hauptstadt von Guerrero, haben gegen die sogenannten “systematischen Attacken auf die Pressefreiheit” protestiert und sprachen über den Mord an Juan Daniel Martínez Gil, einem Journalisten aus Acapulco, die Streichung eines Radioprogramms sowie die physische Aggression und Entführung der Reporterin Carmen Santiago, welche in diesem Fall nicht aufgeklärt wurde und in welchen die staatliche Regierung nicht eingreifen wollte.

9. August: Hunderte von Soldaten und die Marine blockierten die Hauptverkehrsstrassen nach Tixtla und hinderten die Bevölkerung an der Teilnahme an der Militärparade im Gedenken an den 227. Geburtstag von Vicente Guerrero.

11. August: Der Vorsitzende des Regionalrats für die Entwicklung des Volkes Mep´haa (Ba´thaá), Félix Santiago, hat bekanntgegeben, dass ca. 5000 Indigene der mehr als 60 Gemeinschaften von vier Gemeinden der Hochebene von Guerrero, mit der Mobilisierung gegen die Föderale Kommission der Elektrizität (Comision Federal de Electricidad (CFE) beginnen werden wenn diese weiterhin so hohe Kosten verlange die nicht an die Armut der Region angepasst seien. Seine Erklärung: “Nicht nur das wir die hohen Rechnungen bekommen sondern zusätzlich müssen wir noch die häufigen Stromausfälle ertragen. Deswegen haben wir beschlossen ein Jahr lang die Rechnungen nicht zu bezahlen”.

13. August: Kurz nachdem der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte den Fall einer Me´phaa Indigenen, Inés Fernandéz, aufgenommen hatte, welche eine Gruppe von Soldaten der Armee wegen einer Vergewaltigung im Jahre 2002 anklagt, hat die Justizverwaltung von Guerrero mit der Untersuchung begonnen.

19. August: Der oberste Rechnungshof von Guerrero gibt bekannt, dass das er in den letzten vier Jahren mindestens 70 staatliche und kommunale Beamte entlassen hat, die die  Nutzung der öffentlichen Mittel nicht ausreichend belegten oder ihre Autorität missbrauchten.

22. August: Samstag den 22. August hat eine Gruppe von mindestens 80 Militärs das Kommissariat der kommunalen Polizei von Guerrero umstellt und 12 Polizisten festgenommen, die dabei waren das Gebiet El Zapote zu vermessen. Die Polizisten wurden beschuldigt zur Revolutionären Armee des Volkes (Ejercito Popular Revolucionario, EPR) zu gehören. Sie wurden für eineinhalb Stunden festgehalten und neun von ihnen wurden später freigelassen, während die anderen drei abgeführt wurden. Zuerst zum Militärbatallion von Cruz Grande und später zur Delegation der obersten Staatsanwaltschaft der Republik (Procuraduría General de la República, PGR) wo sie ca. 15 Stunden ohne Nahrung bleiben mussten.

27. August: Bewohner der Gemeinschaft von Amojileca, haben drei Beschwerden gegen Elemente der mexikanischen Armee bei der Kommission der Veteidigung der Menschenrechte in Guerrero (Comisión de Defensa de los Derechos Humanos de Guerrero, Coddehum) vorgelegt. Die Armee wird beschuldigt zwei Tage vorher in die Häuser der Bewohner eingebrochen zu haben, Frauen und Kinder geschlagen zu haben und eine Person mitgenommen zu haben.

31. August: 3000 Personen nahmen an dem Schweigemarsch für Frieden und Gerechtigkeit in der Hauptstadt teil, um von Gouverneur Zeferino Torreblanca zu verlangen, dass der Mord an Armando Chavarría Barrera, Präsident der Regierungskommission des Lokalkongresses, vom 20. August, aufgeklärt wird sowie die Tötungen von weiteren 21 Militanten der Partei der demokratischen Revolution (Partido de la Revolción Democrática, PRD).

16. September: Felipe Arriaga Sánchez, Gründer der Organisation der ökologischen Bauern der Ebene von Petatlán und Coyuca de Catalán (Organización Campesina Ecologista de la Sierra de Petatlán y Coyuca de Catalán), welcher während 35 Jahren die Wälder verteidigte, wurde von einem Bus in der Gemeinde Petatlán überfahren.

17. September: Die Föderale Kommission der Elektrizität (Comisón Federal de Electricidad, CFE) hat den Bau des Wehrs La Parota an der Küste Guerreros verschoben. Der Gemeinderat und die Gemeinschaften im Widerstand gegen das Wehr La Parota (Consejo de Ejidos y Comunidades Opostores a la Presa La Parota (CECOP) sehen die Bekanntgebung als einen wichtigen Triumph, bemerken jedoch: “Dies ist nicht das Ende des Kampfes”.

15. Oktober: Soldaten des 48. Bataillons der Infanterie nahmen 12 kommunale Polizisten in einer Wache in Zoyotlán, Gemeinde Marquella, fest. Eine halbe Stunde später fassten die Militärs vier Weitere der Körperschaft welche eine Kommission gebildet hatten um ihre Kollegen zu finden. Letzlich wurden alle freigelassen und konnten mit den Festlichkeiten anlässlich des 14-jährigen Bestehens der Einheit beginnen.

28. Oktober: Die Deutsche Koordination für Menschenrechte in Mexiko hat die permanente Verletzung der fundamentalen Sicherheiten im Land angeklagt, vor allem in Guerrero, Oaxaca und Chiapas.

28. Oktober: Gloria Arenas Agís, welche wegen Anghörigkeit zur Revolutionären Armee des aufständischen Volkes (Ejército Revolucionario del Pueblo Insurgente, ERPI) festgenommen wurde, wurde nach mehr als 10 Jahre im Gefängnis freigelassen. Ihr Ehemann, Jacobo Silva Morales aus denselben Gründen verurteilt wurde am Tag danach freigelassen.

Índex ...

 


Quellen :

  • Gegen das Schweigen und des Vergessens, Zehnter Bericht des Menschenrechtszentrum von Montaña Tlachinollan, A.C., Juni 2004-Mai 2004.
  • Gewalt in Guerrero, Maribel Gutiérrez, La Jornada ediciones, November 1998.
  • Zeitungen El Sur, La Jornada, Universal On Line.
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