2015
11/04/2016
2015
02/05/2016

2015

11. Januar: Eine Gruppe von bewaffneten Personen sucht den Anführer der “Bewegung der Nationalen Regeneration” (MORENA), Julián González Domínguez, in der Triqui-Zone in seinem Haus auf und tötet ihn. Er hatte aufgrund eines Agrarkonflikts in der Region Drohungen erhalten.

21. Januar: Vier Jahre und sieben Monate nach dem Mord an Bety Cariño und Jyri Jaakola während einer humanitären Karawane nach San Juan Copala in der Region Triqui wird ein Verdächtiger wegen Mordes festgenommen: Elías Cruz Merino, Anführer der “Bewegung der Vereinigung und des Kampfes der Triqui” (MULT) und aktueller Vertreter der Gemeinde San Juan Copala.

27. Januar: Trotz Schutzmaßnahmen erhält die Verteidigerin der Rechte für die Indigenen aus Matías Romero, Silvia Pérez Yescas, neue Drohungen. Sie arbeitet für die Organisation “Indigene Frauen für die Erhaltung, die Erforschung und die Nutzung natürlicher Ressourcen” (CIARENA). Andere Mitglieder der Organisation beklagen ebenfalls Vorfälle.

28. Januar: Der Wachtposten von Mitgliedern der “Union der indigenen Gemeinden der nördlichen Zone im Isthmus” (UCIZONI) und anderen sozialen Organisationen bei der Raffinerie Antonio Dovalí Jaime im Hafen von Santa Cruz wird gewaltsam geräumt.

29. Januar: San Dionisio del Mar gedenkt mit einem Protestmarsch seinem dreijährigen Widerstand gegen die Windkraft- Megaprojekte.

4. Februar: Mitglieder von Frauenrechtsorganisationen reichen beim Kongress einen Gesetzesvorschlag ein, um die Gleichberetigung der Geschlechter zu fördern. Es geht um Änderungen im Straf- und Zivilgesetzbuch, sowie dem staatlichen Gesetz zum Zugang zu einem gewaltfreien Leben für Frauen.

8. Feburar: Während einer Versammlung von Repräsentanten aus 25 Gemeinden, werden Einschüchterungen und Bedrohungen von Seiten einiger Pemex Mitarbeiter beklagt, die das Gelände für den Bau der Gasfernleitung Jáltipan, Veracruz- Salina Cruz vorbereiten.

11. Februar: In einer Pressekonferenz berichten zwei Frauen von Bedrohungen durch Mitglieder der “Union zum sozialen Wohlergehen in der Region Triqui” (UBISORT). Die beiden Frauen waren im April 2010 während einer humanitären Karawane nach San Juan Copala in der Region Triqui Zeugen des Mordes an den Aktivisten Bety Cariño und Jyri Jaakkola geworden.

12. Februar: Die Menschenrechtsverteidigerin Bettina Cruz Velázquez, Mitglied der “Versammlung der indigenen Völker des Isthmus zur Verteidgung von Land und Territorium” (APIIDTT), wird wegen einer Anzeige der staatlichen Kommission für Elektrizität (CFE) ihrer staatlichen Ämter enthoben, weil sie eine Gruppe von Arbeitern am Betreten und Verlassen einer Anlage der Firma, vor welcher ein Protest stattfand, gehindert hat.

13. Februar: Räumungsversuch des Quartiers des “Sekretariats für öffentliche Sicherheit” (SSP) in Santa María Coyotepec, in dem Bundespolizisten seit dem 30. Januar ihre Arbeit niedergelegt hatten, um die Aufgabe des SSP, bessere Arbeitsbedingungen, sowie die Aufhebung der Suspendierung der Polizisten zu fordern, die die Anhörung des Sekretariats unterbrochen hatten. Die Aktion endet mit zehn Verletzten und fünf festgehaltenen Polizisten, die später freigelassen wurden.

Mitte Februar: Abgeordnete des europäischen Parlaments weisen auf die Trägheit und die Selektion der Justiz in Mexiko hin, denn im Fall Copala wurden bis dato nur zwei Haftbefehle ausgeführt und elf warten noch auf ihre Ausführung bei Personen des öffentlichen Dienstes.

3. März: Soziale Kämpferinnen und Kämpfer werden während der zweiten Befragung zu Windparkprojekten in Juchitán de Zaragoza im Isthmus von Tehuantepec bedroht und belästigt.

15. März: Friedlicher Protest zur Forderung nach Gerechtigkeit aufgrund des dritten Jahrestages des Mordes an Bernardo Vásquez Sánchez, Sprecher der “Koordination der vereinten Völker des Ocotlán- Tales” (COPUVO), die sich in Resistenz gegenüber der Bergbaufirma Fortuna Silver Mines in San José del Progreso befindet.

31. März: Ankunft der Prozession von Migranten in Oaxaca, obwohl es Versuche der Regierung gab, diese zu stoppen.

8. April: Gründung des “Kollektivs der Verteidiger von Migranten und Flüchtlingen” (Codemire), dem 28 Migrantenherbergen im Süden, im Zentrum und im Norden Mexikos angehören.

10. April: In Oaxaca findet im Rahmen der zweiten Tagung für die Völker, das Wasser, das Leben und die Erde ein Treffen statt, in dem es um die Erfahrungen in Bezug auf die Konsultierung bei Infrastruktur- und Entwicklungsprojekten geht. Denn es exisitert ein Recht über Projekte, die die eigenen Territorien betreffen, entscheiden zu dürfen.

16. April: Aggressionen von Seiten des Unternehmens Eólica del Sur gegenüber Bettina Cruz Velázquez und Rodrigo Peñaloza, Mitglieder der “Versammlung der indigenen Völker des Isthmus zur Verteidigung von Land und Territorium” (APIIDTT).

18. April: Eine Prozession von Migranten endet mit 30 Festnahmen von Migranten, obwohl ein Schutz gegen Inhaftierung und Deportation existiert.

21. April: Pressekonferenz der Wahrheitskommission in Oaxaca, in der sie Drohungen gegen Mitglieder anzeigen.

27. April: Gedenkfeier zum fünften Jahrestag des Mordes an den Menschenrechtsverteidigern Bety Cariño und Jyri Jaakola während einer humanitären Karawane nach San Juan Copala in der Region Triqui.

2. und 3. Mai: In Juchitan geht das fünfte Volkstreffen von Indigenen und Bauern zu Ende, bei dem es um die Analyse von Megaprojekten und Vorschläge gegen eben diese geht.

18. Mai: Ein Zusammenstoß von Einwohnern San Antonio Chimalapas, der Vertretung des Munizips San Miguel Chimalapa und Bewohnern des Bundesstaates Chiapas führte zu zwei Verletzten und vier Inhaftierten.

Anfang Juni: Omar Esparza Zárate, der Witwer von Bety Carió, die im Jahr 2010 gemeinsam mit Jyri Jaakkola während einer humanitären Karawane nach San Juan Copala ermordert wurde, beklagt sich über Bedrohungen vonseiten der Anwälte des Falles, ebenso wie die Existenz einer Gruppe, die angekündigt hat ihn zu ermorden. Beauftragt wurde die Gruppe wahrscheinlich von dem Anführer der “Bewegung der Vereinigung und des Kampfes der Triqui” (MULT) und der “Union zum sozialen Wohlergehen in der Region Triqui” (UBISORT).

4. Juni: Beginn des Einsatzes von 7000 Bundespolizeieinheiten, sowie Gendamerie und Armeekräften, um Blockaden der oppositionellen Lehrerbewegung anlässlich der bevorstehenden Zwischenwahlen zu verhindern. Ablehnung der Gesellschaft gegenüber der Militarisierung, weil soziale Proteste kriminalisiert werden und Oaxaca als Belagerungsstaat gesehen wird.

7. Juni: Unruhiger Tag der Zwischenwahlen mit 440 Vorfälllen, 92 Festgenommenen, Verwundeten und Verschwundenen, sowie einem Getöteten.

14. Juni: Am neunten Geburtstag des Räumungsversuches des Lehrerwachtposten im Jahr 2006, marschierten ca. 10 000 Lehrerinnen und Lehrer in der Hauptstadt Oaxacas. Zur selben Zeit führte die Wahrheitskommission Oaxacas (CVO) eine öffentliche Sitzung durch, an der Zeugen der Verhaftungen und Familien der Opfer des gewaltsamen Verschwindenlassens während der Repression gegen die Versammlung des oaxaquenischen Volkes (APPO) im Jahr 2006, teilnahmen.

30. Juni: Während eines Protestes gegen den Bau des Kulturellen Begegnungsnzentrums in Oaxaca (CCCO) auf dem Cerro El Fortín, wird Rocío María Olivera Toro Maya, angegriffen. Sie ist technische Sekretärin des oaxaquenischen Forums für Wasser und Mitglied des Instituts für Natur und Gesellschaft Oaxacas (INSO).

2. Juli: Filadelfo Sánchez Sarmiento, Radiosprecher vom Sender “La Favorita de Miahuatlán”, wird ermordet.

11. Juli: Feier zum achten Geburtstag des Rates der Vereinten Völker für die Verteidigung des Río Verde (COPUDEVER) im Widerstand gegen die Konstruktion von zwei Staudämmen in der Gemeinde Paso de la Reyna im Munizip von Santiago Jamiltepec.

Mitte Juli: Die Beobachtungseinheit für den Schutz der Menschenrechte (OPDDH) beantragt eine dringende Intervention wegen des versuchten Mordanschlages an der Verteidigerin Rocío María Olivera Toro Maya.

18. Juli: Die Kontrolle des bundesstaatlichen Institutes für öffentliche Bildung in Oaxaca (IEEPO), die traditionell bei der 22. Sektion der nationalen Koordination der Arbeiter im Bildungbereich (CNTE) liegt, wird von der bundesstaatlichen Regierung übernommen. Dieser Richtungswechsel ereignet sich in einer Phase stärkerer Militarisierung.

20. August: Die Versammlung des juchitekischen Volkes (APPJ) und Nichtregierungsorganisationen schreiten wegen gravierender Verletzungen des Rechtes auf Befragung ein.

28. September: Die Regierung des Bundesstaates verweigert den Empfang von Europaabgeordneten, die wegen der Morde an Jiry Jaakkola und Bety Cariño während einer Karawane nach San Juan Coapala in der triquischen Zone im April 2010, angereist sind.

2. Oktober: Während dem Marsch zum Gedenken des 2. Oktobers, kommt es zu 52 willkürlichen Festnahmen, auch von sozialen Kämpferinnen und Kämpfern.

12. Oktober: Indigene aus Juchitán de Zaragoza gewinnen die Zustimmung für die Beendigung der Baustellen des Windparkes der Firma Energía Eólica del Sur auf ihrem Territorium.

21. Oktober: Absage des Projektes zum Bau des Kulturellen Begegnungsnzentrums in Oaxaca (CCCO). Wegen einer breiten Mobilisierung der Gesellschaft wird das Objekt an eine andere Stelle umgesiedelt.

27. Oktober: In Jalapa del Marqués wird die Leiche der Lehrerein Marjorie Xolio Meléndez gefunden.

29. Oktober: Festnahme von vier Anführern der 22. Sektion der CNTE: Juan Carlos Orozco Matus, Othón Nazariega Segura, Efraín Picaso Pérez und Roberto Abel Jiménez García, werden in das Hochsicherheitsgefängnis Altiplano im Bundesstaat Mexiko überführt.

8. November: Neun Ejidos und Gemeinden der Region Valles Centrales erklären in einer regionalen Versammlung ihre Gebiete frei von Minenprojekten.

14. November: Feier des regionalen Forums “Flüsse und Berge in Gefahr” in Tataltepec de Valdés. Die Gemeinden und Organisationen, die an dem Treffen teilnehmen, sprechen sich gegen Wasserkraft- und Minenprojekte aus.

28. November: Geringe Teilnahme an der Evaluation für Lehrer und Lehrerinnen. Dafür hohe Polizeipräsenz und Proteste der 22. Sektion.