Aktivitäten von SIPAZ (Von Mitte August bis Ende Dezember 2015)
08/04/2016
2015
11/04/2016

2015

Anfang Januar: Abel Barrera, der Direktor des Menschenrechtszentrums der Berge von Tlachinollan, bestätigt, dass die Gruppe von Experten der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) die Ermittlungen zum Massaker und dem gewaltsamen Verschwindenlassen der Studenten der Normal Rural Raúl Isidro Burgos vom 26. September 2014 in Iguala analysieren wird.

22. Januar: Erika Guevara Rosas, Regionaldirektorin von Amnesty International in Amerika, beschuldigt in einer Pressekonferenz die Generalstaatsanwaltschaft (PGR), es in Bezug auf die Anzeigen der Komplizenschaft des Militärs und anderen Staatsbehörden an dem gewaltsamen Verschwindenlassen der 43 Normalistas aus Ayotzinapa versäumt zu haben, in einer angepassten Art und Weise zu ermitteln.

26. Januar: Der dritte Richter des Distrikts von Acapulco entscheidet, dass die Verantwortlichen der Strafanstalt die Gründe, die die Verlegung von Antonio Suástegui Muñoz, Sprecher des Rates der Ejidos und Gemeinden gegen das Wasserkraftwerk La Parota (CCOP), in das Hochsicherheitsgefängnis in Tepic, Nayarit veranlasst haben, nicht gerechtfertigt haben und ordnet daher seine Rückkehr in das Gefängnis La Unión im Munizip von Isidoro de Montes de Oca in Guerrero an.

28. Januar: Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) fordert von der mexikanischen Regierung Zugang zu medizinischen Mitteln für die Aktivistin Nestora Salgado, Mitglied der Gemeinschaftspolizei von Olinalá in Guerrero und Insassin des Staatsgefängnisses in Tepic, Nayarit.

Mitte Februar: Organisationen der Zivilgesellschaft fordern vom Regierungsminister Miguel Ángel Osorio Chong, dass der mexikanische Staat die Menschenrechtsverteidigerin und Anführerin der kleinbäuerlichen Organisation der Sierra del Sur (OCSS), Norma Mesino Mesino, beschützt.

25. Februar: Während eines Besuches an der Normal Rural in Ayotzinapa, verkünden der deutsche Beauftragte für Menschenrechte Christoph Strässer und der deutsche Botschafter Viktor Ebling, dass ihr Land verspricht, keine weiteren Waffen oder Sicherheitsmaterial an die mexikanische Regierung zu verkaufen oder zu liefern.

25. Februar: Die Regierung von Guerrero bestätigt den Tod des Lehrers Claudio Castillo Peña in Folge eines Schädeltraumas nach einem Zusammenstoß zwischen der Bundespolizei und Mitgliedern der Bundesstaatlichen Koordination der Arbeiter im Bildungsbereich in Guerrero (CETEG) am Tag zuvor in Acapulco.

Anfang März: Die Eltern der 43 verschwundenen Normalistas aus Iguala sprechen der Gruppe der Interamerikansichen Kommission für Menschenrechte (CIDH) ihr Vertrauen aus. Anfang März wird die Gruppe beginnen, die amtlichen Untersuchungen zu überprüfen.

23. März: Der erste Bericht der interdisziplinären Gruppe von unabhängigen Experten (GIEI) gibt an, dass das Verschwindenlassen der 43 Studenten am 26. und 27. September 2014 in Iguala ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt.

31. März: Der Sprecher des Rates der Ejidos und Gemeinden gegen das Wasserkraftwerk La Parota (CCOP), Marco Antonio Suástegui Muñoz, kehrt in das Gefängnis La Unión im Bundesstaat Guerrero zurück, nachdem er im Juni 2014 in das Hochsicherheitsgefängnis Tepic, Nayarit verlegt worden war.

21. April: Das Plenum des Nationalen Obersten Gerichtshofes (SCJN) beginnt eine Diskussion über das Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte (CoIDH), der den mexikanischen Staat im August 2010 wegen der Verletzung der Menschenrechte von Valentina Rosendo und Inés Fernandéz verurteilt hat. Die beiden indigenen Frauen wurden im Jahr 2002 von Soldaten in Guerrero sexuell angegriffen.

26. April: Das Verschwindenlassen der 43 Studenten der Normal Rural aus Ayotzinapa ist sieben Monate her. Zum Gedenken vereinigen sich ca. 400 Menschen in Mexiko-Stadt und errichten ein “Antidenkmal”, das daran erinnern soll, dass das Staatsverbrechen bis dato unbestraft bleibt.

31. April: Die Partei Neue Allianz (Panal) berichtet von dem Mord an vier Mitgliedern, als diese von einem Treffen in Ixcapuzalco im Munizip von Pedro Ascención im Norden des Bundesstaates zurückkamen.

1. Mai: Eine Gruppe von Auftragsmördern tötet Ulises Fabián Quiroz, der für die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) während der Wahlen am 7. Juni für das Amt des Bürgermeisters von Chilapa kandidieren sollte.

5. Mai: Nestora Salgado Garcia, Koordinatorin der Gemeindepolizei in Olinalá und seit August 2013 Gefangene im Staatsgefängnis in Tepic, Nayarit, beginnt wegen dem andauernden Stillstand in ihrem gerichtlichen Prozess einen Hungerstreik.

18. Mai: Ein Sicherheitsbeamter, der die Büroräume der Zeitung “El Sur” bewacht, wird von zwei bewaffneten Männern geschlagen und bedrängt. Sie wollen erfahren, wo “der Geschäftsführer” der Zeitung ist.

27. Mai: Bewohner aus Papaxtla im Munizip von Chilapa, Guerrero und Mitglieder der Regionalen Koordination der Gemeindebehörden (CRAC) beklagen gewaltsame Einbrüche von ca. 50 Einheiten der Generalstaatsanwaltschaft (PGR) und der Bundespolizei (PF) in sieben Häuser der Gemeinde.

29. Mai: Nach 17 Monaten in Isolierungshaft im Staatsgefängnis in Tepic, Nayarit wird Nestora Salgado in das Wiedereingliederungszentrum für Frauen “Tepepan” in Mexiko-Stadt.

5. Juni: Am 31. Tag ihres Hungerstreiks beendet Nestora Salgado García, Koordinatorin der Gemeindepolizei in Olinalá, diese Art des Protestes, nachdem der Gouverneur von Guerrero sich dazu verpflichtet hat, ihre Entlassung in die Wege zu leiten.

7. Juni: Mit dem Abschluss der Hochrechnungen (PREP) des Staates Guerreros wird Héctor Astudillo Flores, der Kandidat der Allianz aus PRI und PVEM, mit einem Plus von 41% zum potentiellen Sieger der Wahlen erklärt.

Mitte Juni: Nestora Salgado García, Ex- Koordinatorin der Gemeindepolizei (PC) in Olinalá , wird von der Staatsanwaltschaft Guerreros darüber informiert, dass in ihrem Fall drei weitere Anschuldigen wegen Entführung, Raub und Totschlag gegen sie vorliegen.

28. Juni: Vor 20 Jahren wurden 17 Bauern, Mitglieder der kleinbäuerlichen Organisation der südlichen Sierra (OCSS), von der Polizei in Guerrero ermordet und 23 weitere verletzt.

7. Juli: Einen Monat nach dem von Polizisten begangenen Mord an Antonio Vivar Díaz, Aktivist in der Volksbewegung Guerreros (MPG), protestieren um die 2000 Lehrer, Rentner und Nachbarn des Bezirks El Tepeyac in Tlapa, um Gerechtigkeit und eine Strafe für die Täter zu fordern.

9. Juli: Die Familien der 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa kommen, gemeinsam mit ihren Vertretern, zu einem Treffen mit der Generalstaatsanwaältin der Republik, Arely Gömez, zusammen. Es war das erste Treffen seitdem Gömez im Amt ist und beendet das viermonatige Schweigen zwischen den Behörden und den Angehörigen.

Ende Juli: Nach erneuter Prüfung der Informationen und aufgrund der Beharrlichkeit der amtlichen Untersuchungen des Falles von Iguala, bewertet Luis Raúl González Pérez, Vorsitzender der Nationalen Kommission für Menschenrechte (CND), die Nachforschungen, die die Generalstaatsanwaltschaft (PGR) bis zum jeztigen Zeitpunkt, 10 Monate nach dem Verschwinden der 43 Studenten, betrieben hat, als “unvollständig”.

22. Juli: Vertreter des regionalen Rates der Landwirtschaftsbehörden zur Verteidigung von Territorium (CRAADT) der Regionen La Montaña und Costa Chica in Guerrero protestieren für den endgültigen Abbruch der Erkundung und der Ausbeutung der Mineralessourcen durch transnationale Unternehmen.

2. August: Das Menschenrechtszentrum José María Morelos und Pavón (Centro Morelos) veröffentlicht eine Eilmeldung, um das Leben der Aktivisten Evelia Bahena, Diana Carolina Brito und Félix Rodríguez aus Iguala zu schützen. Sie wurden mit dem Tod bedroht, nachdem sie den Kampf gegen die Eigentümer des Bergwerks Media Luna angeführt und die Grundstücke, wo das Stadtviertel Tlachinollan entsteht, verteidgt hatten.

26. August: 41 Jahre nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen von Rosendo Radilla Pacheco, setzt seine Familie die Suche nach ihm unermüdlich fort. Am 26. August versammeln sie sich vor der Generalstaatsanwaltschaft (PGR) in Mexiko- Stadt um weiter Gerechtigkeit in dem Fall zu fordern.

29. August: Über 3000 Personen nehmen an den Feierlichkeiten zum 21. Geburtstages des Menschenrechtszentrums de la Montaña Tlachinollan in der Stadt Tlapa de Comonfort, Guerrero, teil. Das Menschenrechtszentrum widmet seinen Bericht mit dem Titel “Vom Schützengraben in Ayotzinapa, der Verteidigung der Bildung und die des Lebens der Söhne der Gemeinde” den Müttern und Vätern der 43 verschwundenen Studenten der Normal Rural Isidro Burgos in Ayotzinapa.

6. September: Die Interdisziplinäre Gruppe unabhängiger Experten (GIEI) der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH), gibt während einer Präsentation ihres Berichts nach sechsmonatiger Arbeit bekannt, dass die Normalistas aus Ayotzinapa nicht auf der Müllhalde in Cocula verbrannt worden sind. Das hatte die Generalstaatsanwaltschaft der Republik Anfang des Jahres behauptet.

24. September: Die Familien der 43 verschwundenen Studenten treffen in Mexiko- Stadt den Präsidenten Enrique Peña Nieto (EPN). Sie präsentieren acht Forderungen, um mit den Ermittlungen weiterzumachen. Nach Aussagen von Vidulfo Rosales, Anwalt der Angehörigen, gab es bei dem Treffen “einen Dialog, der zu keinen Übereinkünften geführt hat und sich am Ende sogar in einen rauen Umgangston verwandelte”.

26. September: Es gibt mehrere Demonstrationen in einigen Städten in Mexiko, sowie in anderen Ländern, um an das gewaltsame Verschwindenlassen der 43 Studenten der Escuela Normal Rural Isidro Burgo in Ayotzinapa, Guerrero vor einem Jahr zu erinnern und Gerechtigkeit in dem Fall zu fordern.

26. Oktober: Zum 13-monatigen Gedenken an das gewaltsame Verschwindenlassen der 43 Normalistas aus Ayotzianapa, marschieren die Väter und Mütter der Verschwundenen in Mexiko- Stadt vom Engel der Unabhängigkeit bis zum “Hemiciclio a Juárez”, um die Rückkehr ihrer Söhne zu fordern.

4. November: Julio César Mondragón, Studierender der Normal Rural in Ayotzinapa, gefoltert und ermordet während der Ereignisse am 26. und 27. September 2014 in Iguala, Guerrero, wird exhumiert und erneut obduziert.

11. November: Acht Busse mit ca. 150 Studierenden der Normal Rural Raúl Isidro Burgos werden von Polizeieinheiten der drei staatlichen Instanzen, sowie der Armee, auf der Autobahn von Chilpancingo nach Tixtla aufgehalten. Die Bilanz des Vorfalls: 20 verletzte Studierende, sowie 13 Verhaftungen.

27. November: Beerdigung von vier Mitgliedern des Hauses der Gerechtigkeit “La Patria es Primero”, der Regionalen Koordination der Gemeindebehörden- Gemeindepolizei (CRAC-PC). Sie wurden am Tag zuvor in Tixtla getötet, vermutlich von Mitgliedern des organisierten Verbrechens.

1. Dezember: Nach einem fünftägigen Wachtposten vor der Residenz des Präsidenten “Los Pinos” in Mexiko- Stadt, heben die Eltern der 43 verschwundenen Studierenden aus Iguala, Guerrero ihren Protest auf. Grund dafür ist die Bekanntgabe der Einrichtung einer neuen Untersuchungs-Spezialeinheit, die von der Staatsanwältin Arely Gómez González versprochen wurde.

7. Dezember: Es jährt sich zum vierten Mal das Verschwinden von Eva Alarcón Ortiz und Marcial Bautista Valle, Anführer der Organisation von bäuerlichen Umweltschützern in der Sierra Petatlán und Coyuca de Catalán.